Eifelwetter: Der September holt den Sommer nach

Von: Karl-Josef Linden
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Licht- und Schattenspiele: Auch die Monschauer Altstadt sog die sommerliche Septembersonne in der Region auf. Foto: Peter Stollenwerk

Nordeifel/Städteregion. Extreme Trockenheit, enorm viel Sonnenschein und sogar Hitze mit Sommerfeeling machten aus dem diesjährigen September einen Sommermonat. In der Tat war der September sogar ein Grad wärmer als der Juni. Mit einer Durchschnittstemperatur von 15,5 Grad Celsius in Mützenich, 16,8 Grad in Simmerath und 17,8 Grad in Aachen-Orsbach wurden die Langzeitwerte um bis zu 3,5 Grad übertroffen.

Der Sommer ging also in die von allen erwünschte Verlängerung. In der Nordeifel war es der zweitwärmste September seit Beginn der Wetterbeobachtungen (2006 war am Windpark Schöneseiffen 0,2 Grad und in Mont Rigi sogar 1,0 Grad wärmer).

Mehrere Hochdruckgebiete führten in der ersten Monatshälfte zu einer extremen Hitzewelle. Seit Beginn der Temperaturmessungen in Westeuropa gab es keine Abfolge so heißer Tage über 30 Grad wie im vergangenen Monat (12. bis 15. September). Neben ein bis drei heißen Tagen gab es über den Monat verteilt noch fünf Sommertage in Höfen und zehn im Aachener Land – soviel wie in keinem anderen Sommermonat in diesem Jahr. Normalerweise erreicht ein durchschnittlicher September nur ein bis vier Sommertage je nach Höhenlage. Die höchste Zahl an Sommertagen über 25 Grad erzielte in Aachen der September 1895 mit 16 (Messreihe seit 1873).

Am heißesten war in diesem Jahr der 13. September mit folgenden Spitzenwerten in der Städteregion Aachen: Höfen 28,2 Grad, Schöneseiffen und Mützenich 28,8 Grad, Simmerath-Strauch 30,0 Grad, Roetgen 31,4 Grad, Schmidt 31,6 Grad, Aachen-Orsbach 32,1 Grad, Stolberg 33,5 Grad und Deponie Alsdorf-Warden 33,7 Grad.

Nur wenig Regen (20 bis 30 Prozent des Mittels) und damit extreme Trockenheit waren ein weiteres Kennzeichen des ersten Herbstmonats. Viele Bäume vertrockneten oder reagierten mit früher Blattfärbung. Der September 2016 gehört zu den zehn trockensten seit 1895. Hier ein kleiner Vergleich mit den fünf Rekordhalter-Jahren des September in Litern pro Quadratmeter (l/qm): Kalterherberg: 2016: 16, 1895: 28, 1921: 35, 1959: 10, 1971: 22, 1979: 21; Monschau: 2016: 14, 1895: 29, 1921: 39, 1959: 10, 1971: 19, 1979: 22.

In Aachen war seit 1844 der September 1865 mit nur drei Litern pro Quadratmetern der bisher trockenste Herbstauftakt. Das gab’s also auch schon im 19. Jahrhundert. Sehr niedrige Werte meldeten auch folgende Stationen: Perlenbachtalsperre, Schmidt und Roetgen 14 l/qm, Mützenich 12 l/qm, Höfen 17 l/qm,

Anhaltende Trockenheit und häufiger Hochdruck ergaben letztendlich auch enorm hohe Sonnenscheinsummen als drittes Kennzeichen dieses denkwürdigen Septembers. Überall machte die Sonne Überstunden und somit lagen wir kreisweit bei 150 bis 170 Prozent des Mittelwertes. Hier einige Ortsmeldungen: Windpark Schöneseiffen: 253 Stunden, Alsdorf-Warden: 252 Stunden, Schmidt Windpark und Aachen: 226 Stunden, Monschau-Trift: 197 Stunden. Der bisher sonnigste September lieferte 1959 in Aachen Stadt sogar 268 Stunden .

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