Eifelverein und Familienzentrum treffen sich regelmäßig im Hohen Venn

Von: P. St.
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Spaß und Kreativität in einem in einzigartigen Stück Natur: Wandbilder aus Naturmaterialien wurden beim Waldfest im Familienwald Hohes Venn gefertigt. Foto: P. Stollenwerk
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Täuschend echt: Von den Quakgeräuschen eines Holzfrosches ließen sich die Kinder gerne anlocken. Foto: P. Stollenwerk

Konzen. Als das Sturmtief „Wiebke“ in der Nacht vom 28. Februar auf den 1. März 1990 auch in einem Waldstück am Rande des Steinley-Venns, knapp einen Kilometer weit von den belgischen Forsthäusern in Konzen entfernt, einen großen Fichtenbestand zu Boden drückte, herrschte zunächst einmal großes Chaos. Gut 25 Jahre später erinnert nichts mehr an den schlimmen Orkan.

Das Bedauern über den forstwirtschaftlichen Verlust war auch bei den belgischen Forstbehörden damals aber nur von sehr kurzer Dauer, denn Oberförster Alfred Jost entwickelte in kürzester Zeit eine zukunftsweisende Idee, indem er die Brachfläche in einen „Waldgarten“ umwandelte. Der Kindergarten Konzen und die Ortsgruppe des Eifelvereins wurden ebenfalls für diese Initiative begeistert, und so entstand Schritt für Schritt ein Lehrwald für den Kindergarten Konzen, der Mitte Dezember 1996 im Schneegestöber eingeweiht werden konnte.

Der „Familienwald Hohes Venn“, wie er zwischenzeitlich umgetauft wurde, bringt seitdem Kindern, Familien und naturinteressierten Gästen die Besonderheit des Hohen Venns nahe. Das Gelände mit einer kleinen Schutzhütte, Informationstafeln und interaktivem Naturerlebnis ist immer zugänglich und wird seht stark frequentiert.

Die kleine Begegnungsstätte in einem unberührten Stück Natur ist seit dem Jahr 2009 auch einmal im Jahr Schauplatz für das gemeinsame Waldfest von Eifelvereinsortsgruppe und Familienzentrum Konzen. Über 150 Teilnehmer machten sich kürzlich wieder zu Fuß oder per Fahrrad auf den Weg zum Vennrand, um gemeinsam zu feiern, zu erzählen und die Natur zu erkunden. „Hörst Du den Wald erzählen?“ lautete diesmal das Motto, und so folgten die Kinder beispielsweise dem aus der Ferne leise klingenden Quaken eines Frosches.

Schmale Trampelpfade, zwischen Waldbeersträuchern und Buschwerk hindurch, führten die neugierigen Naturbeobachter auf eine kleine Lichtung. Hier trafen die Kinder dann auf Brigitte Palm vom Eifelverein, die mit Holzfröschen das Geräusch erzeugt hatte, der durch das Streichen des Froschrückens mit einem Holzstab hervorgerufen wird. „Die Kinder sollen an aktives Erleben herangeführt werden und ihre Potenziale selbst entdecken“, sagt die Naturpädagogin.

Aber nicht nur Frösche gab es im Familienwald zu entdecken. Der Barfußpfad ist immer ein beliebter Parcours, und bei einer Wald-Rallye wurde beispielsweise gefragt, wie lang Kiefernadeln werden können und wie viele Menschen eine Rotbuche mit Sauerstoff versorgen kann. Wer die Informationstafeln im Familienwald genau studiert hatte, konnte die Fragen mit Leichtigkeit beantworten.

Außerdem sammelten die Kinder im Wald Naturmaterialien aus denen Wandbilder gebastelt wurden und es wurden Waldgesichter geschminkt. Im kleinen Märchenwald konnten sich die Kinder zu einer Erzählstunde einfinden.

„Das Waldfest ist ein echter Höhepunkt des Jahres“, erzählt Silke Bongard, die Leiterin des Familienzentrums, wo aktuell 104 Kinder betreut werden. Der Familienwald werde auch in Zukunft regelmäßig in die pädagogische Arbeit eingebunden, auch wenn das Familienzentrum sich ab dem kommenden Jahr aus der gemeinsamen Verantwortung für die Pflege des Geländes zurückziehen werde, da man als Familienzentrum dieser Aufgabe nicht mehr gerecht werden könne.

Ab sofort wird also die Eifelvereinsgruppe Konzen sich allein um die Pflege des Familienwaldes kümmern. An Arbeit und Aufgaben mangelt es nicht, weiß Wegewart Reinhold Krings, der mit seinem Team dafür sorgt, dass beispielsweise Birken und Weiden sich nicht zu sehr ausbreiten und die Holzstege in Schuss sind. Der Familienwald ist aber nur eines von vielen Projekten. Ferner müsse 53 Ruhebänke, der neu ausgewiesene Kaiser Karls-Weg und der das Eifelblick-Areal unterhalten werden.

Diese Arbeit und auch das Engagement im Familienwald aber geht den ehrenamtlichen Helfern bestimmt leichter von der Hand, wenn sie sehen, mit welcher Freude und Entspannung Eltern und Kinder den Aufenthalt und das Erkunden in einem einzigartigen Stück Natur genießen.

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