Konzen - Eifelverein auf den Spuren von Römern und Barockzeit

Eifelverein auf den Spuren von Römern und Barockzeit

Von: gük
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In der Stiftskirche von Pfalzel: Die Ausflügler des Eifelvereins Konzen besuchten den geschichtsträchtigen Trierer Foto: Günter Krings

Konzen. Der Eifelverein Konzen unternahm am vergangenen Sonntag mit rund 50 Teilnehmern seinen diesjährigen Jahresausflug, der in den Großraum Trier in der Südeifel führte.

Organisiert und geleitet wurde die Erkundungsfahrt vom Kulturwart der Konzener Ortgruppe, Micha Kreitz. Er machte unterwegs aufmerksam auf die verschiedenen Landschaftstypen der Eifel: Rureifel mit den tiefen Tälern, Hocheifel mit den Wiesen und Weiden, und je weiter man in die Südeifel kommt, desto häufiger werden Getreidefelder.

Erstes Ziel, das Micha Kreitz ausgesucht hatte, war die Molitorsmühle am Föhrenbach in der Nähe von Schweich an der Mosel. Hier fanden die Konzener Ausflügler eine vollständig erhaltene Mühlentechnik aus dem 19. Jahrhundert auf vier Etagen vor – ein weitaus größerer Mühlenkomplex als im Monschauer Land jemals vorhanden war.

Großer Mühlenkomplex

Diese Mühle funktioniert auch heute noch vollständig, wird über Turbinen vom Wasser angetrieben und kommt ohne jeglichen Strom aus. Eine sachkundige Müllerin erläuterte den Besuchern eingehend die verschiedenen Arbeitsgänge. Faszinierend ist, wie die gesamte Mühlentechnik über vier Stockwerke von Transmissionsriemen angetrieben wird.

Nach einem Mittagessen an einer anderen Mühle fuhr die Gruppe nach Pfalzel, ein Ortsteil von Trier. Ein Mitglied des dortigen Geschichtsvereins führt die Gruppe durch den Ortskern dieses kleinen Ortes, in dem Bauwerke von der Römerzeit bis zum Barock in mehr oder weniger gutem Zustand erhalten sind. Um die Zeitenwende lockte die fruchtbare Ebene Römer an, die einen Palast bauten – Palatiola genannt, von dem der heutige Namen Pfalzel abstammt.

Die Merowinger bauten in der römischen Siedlung eine Burg, und im 8. Jahrhundert wurde ein Stift für adelige Damen gegründet. Im 11. Jahrhundert wurde dieses Stift in ein Kanonikerstift umgewandelt, das erst 1802 im Zuge der Säkularisierung durch Napoleon aufgehoben wurde. Burg und Stift und Wohnhäuser dieser kleinen Stadt wurden durch eine mächtige Mauer gesichert.

Im 17. Jahrhundert wurden Burg und Mauer von französischen Truppen erobert, geplündert, verbrannt und nicht wieder aufgebaut. Lediglich das Stift blieb erhalten. Nach der Säkularisierung diente es als Stall und Heustall. Erst im 20. Jahrhundert wurde von Bürgerinitiativen das Stift wieder zu einer sehenswerten Kirche restauriert.

Nach dieser ausführlichen Besichtigung trank man auf der moselseitigen Terrasse der Klosterschenke Kaffee und fuhr dann über Bitburg nach Prüm und von dort über die belgische Eifel nach Hause. Der Vorsitzende der Ortsgruppe, Karl Heinz Huppertz, dankte Micha Kreitz für die gute Organisation des Ausflugs.

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