Eifelverein an der neuen Inde

Von: heg
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Rund 40 Naturschutzwarte aus d
Rund 40 Naturschutzwarte aus den Orts- und Bezirksgruppen des Eifelvereins informierten sich in Inden/Altdorf über den Braunkohletagebau und Rekultivierungsmaßnahmen und besuchten auch den Tagebauaussichtspunkt Inden mit dem „kleinen Indemann”. Foto: Helga Giesen

Nordeifel. Die Naturschutzwarte der Bezirks- und Ortsgruppen des Eifelvereins waren kürzlich zu einer Tagung in Inden/Altdorf am Rande des Braunkohletagebaus Inden eingeladen.

Unter der Leitung von Hauptnaturschutzwart (Nord) Robert Jansen standen u. a. Informationen zur Inde-Verlegung auf der Tagesordnung. Schon 2003 hatten sich die Naturschutzwarte auf einer Tagung in Hambach über das Projekt unterrichten lassen, jetzt wollten sie sich vom aktuellen Stand der Dinge überzeugen.

Im „Geuenicher Hof” in Inden/Altdorf, dem gemeinsamen Umsiedlungsstandort für die ehemaligen Ortschaften Inden und Altdorf, die dem Tagebau weichen mussten, konnte Robert Jansen rund 40 interessierte Naturschutzwarte sowie die Referenten Ulf Dworschak (RWE Power) und Stephan Miseré (Stiftung Rheinische Kulturlandschaft) begrüßen.

Der Biologe Dworschak gab zunächst einen Überblick über die Entwicklung des rheinischen Braunkohlen-Reviers von den geologischen Anfängen über die frühe Nutzung bis hin zum Beginn des maschinellen Abbaus in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Im zweiten Teil seines Referats ging er auf die dem Abbau folgenden Rekultivierungsmaßnahmen ein, hier vor allem auf die Verlegung des Flussbetts der Inde. Im Zuge des Tagebaus Inden musste ein ca. fünf Kilometer langer, begradigter Abschnitt verlegt werden. Nördlich von Lamersdorf verlässt nun die Inde ihr altes Flussbett und verläuft auf einer Länge von zwölf Kilometern frei durch eine neue, bis zu 300 Meter breite Aue. Südlich von Kirchberg erreicht sie kurz vor der Einmündung in die Rur wieder ihr altes Flussbett.

Zur Festlegung des Verlaufs für das neue Flussbett orientierte man sich unter anderem an den alten Landkarten des Vermessers Jean Joseph Tranchot aus der napoleonischen Zeit. Das Ziel, den neuen Abschnitt möglichst naturnah zu gestalten, sei erreicht worden, die ökologische Bewertung heute gut bis sehr gut, zog Dworschak eine positive Bilanz. Unter anderem seien hier Bruten des Eisvogels beobachtet worden.

Einen weiteren Aspekt bei der Rekultivierung sprach der Geograf Miseré an. Die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft ist unter anderem tätig als Partner von Kommunen, Bauträgern oder Entwicklern bei der Durchführung von Ausgleichs-, Ersatz- und Artenschutzmaßnahmen - von der Planung, Flächensuche und Maßnahmenumsetzung bis zur dauerhaften Pflege und Sicherung. Ein Mittel dazu ist „Kooperativer Naturschutz mit der Landwirtschaft”. Im Zuge der Rekultivierung gehört dazu die Anlage von Blühstreifen entlang wieder landwirtschaftlich genutzter Flächen. Durch die damit erzielte Artenvielfalt wird neuer Lebensraum geschaffen für Feldvögel wie Feldlerche, Grauammer, Rebhuhn oder Schwarzkehlchen.

Was am Vormittag in der Theorie auf dem Programm stand, konnte am Nachmittag bei einer Bus- und Fußexkursion vor Ort erkundet werden. Stationen waren unter anderem der Tagebauaussichtspunkt Inden mit dem „kleinen Indemann”, einem Modell des neuen, 36 Meter hohen Wahrzeichens der Inderegion auf der Goltsteinkuppe, und die Gedächtniskapelle „Kirchspiel Lohn”, die an die ehemaligen Kirchen der umgesiedelten Gemeinden erinnert. Auch ein Spaziergang entlang der „neuen” Inde mit einem Blick von der „Mäanderbrücke” auf ein besonders eindrucksvolles Teilstück gehörte dazu.

Parallel zu diesem Uferweg sind auch einige besonders schöne Blühstreifen zu finden, die neben ihrer Zweckbestimmung auch eine Augenweide für Spaziergänger und Wanderer bieten. Ein Besuch am Blausteinsee rundete die Besichtigungen ab.
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