Eifelsteig: Neuer Wanderführer beschreibt den Fernwanderweg

Von: P. St.
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Auf dem langgezogenen Pilgerweg führt der Eifelsteig zwischen Roetgen und Mützenich durch das belgische Hohe Venn. Foto: Archiv/P. Stollenwerk

Nordeifel. Vielseitig, anspruchsvoll und erholsam: Wenn man es richtig angeht, dann hat der Eifelsteig dem Wanderer eine Menge zu bieten. Der im Jahr 2009 eröffnete und über 300 Kilometer lange Fernwanderweg zwischen Kornelimünster und Trier ist längst zu einem Markenzeichen geworden und hat es nach kurzer Zeit bereits in die Rangliste der zehn Top-Trails in Deutschland geschafft.

Weder hinter dem Rennsteig, noch hinter dem Rheinsteig, muss sich der von Fels- und Wasserlandschaften geprägte Weg, der von Norden nach Süden einmal quer durch die Eifel führt, verstecken.

Nach der Eröffnung des sogenannten Premium-Wanderweges vor sieben Jahren brachte der Eifelverein als kompetenter Wegepate einen ausgezeichneten Wanderführer heraus, der in wesentlichen Teilen auch heute noch Bestand hat. Einige Informationen aber bedürfen inzwischen der Aktualisierung, so dass ein jetzt im Publicpress-Verlag Geseke neu erschienener Eifelsteig-Wanderführer durchaus seine Berechtigung hat.

„Abenteuer Eifelsteig“ betitelt Autor Michael Moll seinen soeben erschienenen Führer, der sich auf 187 Seiten mit ausgiebigen Informationen, aber dafür eher aussageschwachem Bildmaterial den 15 Etappen des Wanderweges widmet. Die detaillierte Wegbeschreibung nebst gutem Kartenmaterial bieten eine hervorragende Orientierung für den Wanderer, obwohl dies bei der lückenlosen Markierung des Eifelsteigs nach den strengen Vorgaben des Deutschen Wanderverbandes eigentlich vernachlässigt werden kann.

Eine Kurzbeschreibung jeder Etappe mit Höhenprofil, Schwierigkeitsgrad und voraussichtlicher Wanderzeit bieten einschließlich GPS-Tracks einen kompakten Service. Weniger erschließen sich allerdings die Kriterien, die zur Aufnahme von gastronomischen Betrieben in die Rubrik „Einkehren & Übernachten“ führten. Warum im Etappenziel Monschau ein Campingplatz in Imgenbroich sowie ein Gasthof in Mützenich angepriesen werden, aber nur eine Unterkunft in der Altstadt selbst, ist schwer nachvollziehbar, allein auch schon von der praktischen Betrachtungsweise her: Wer als Wanderer müde am Abend in Monschau ankommt, wird wohl kaum noch das Bedürfnis verspüren, mehrere Kilometer nach Mützenich oder Imgenbroich zurückzulegen. Es sei denn, der Wanderer hat am Etappenziel ein Auto bereit stehen. Da dies eher selten der Fall ist, hat sich der Autor auch viel Mühe damit gemacht, die Anreise mit dem öffentlichen Personennahverkehr schmackhaft zu machen. Eifelsteig-Wanderer aber wissen aus Erfahrung, dass ÖPNV und Eifelsteig noch nicht so richtig zueinander gefunden haben, es sei denn, man hat viel Zeit zu verschenken. Realistischer ist da schon der Zugriff auf ein Taxi-Unternehmen, die dank des Eifel-steigs eine neue Einnahmequelle gefunden haben. Alternativ dazu bieten inzwischen auch viele Unterkunftsbetriebe am Eifelsteig einen attraktiven Gäste-Transfer an.

Das ändert aber nichts daran, dass der Wanderführer neugierig macht auf das Abenteuer Eifel-steig. Man darf eine spannende und abwechslungsreiche Tour erwarten, auch wenn es nach wie vor die absolute Ausnahme ist, dass der Wanderer die 15 Etappen ohne Unterbrechung zurücklegt.

Eine Fülle von Informationen kann der Wanderer dem neuen Führer entnehmen, wenngleich sich viele Beschreibungen auf historische oder landschaftlich bedeutende Besonderheiten beziehen, die sich abseits des Weges befinden, andererseits aber deutlich machen, dass sich die touristischen Attraktivität der Region nicht allein über den Eifelsteig erschließt.

Ein paar Ungenauigkeiten

Immer wieder begegnet man im Wanderführer den bekannten Eifel-Geschichten, sei es die Legende über die Namensgebung von Kaiser-Karls-Bettstatt bei Mützenich oder auch die unendlich traurige Geschichte über das Kreuz der Verlobten im Hohen Venn. Auch wenn es keinen Grund gibt anzuzweifeln, dass der Autor den Eifelsteig Kilometer für Kilometer selbst unter die Füße genommen hat, überraschen einige Ungenauigkeiten, denen der Ortskundige aber mit Humor begegnen dürfte, wenn beispielsweise vom Naturschutzgebiet „Struffel“ oder an anderer Stelle „Strüffelt“ die Rede ist.

Interessantes erfährt man auch über die „Kleinstadt Roetgen“, der der Sonderstaus einer „geteilten Stadt“ verliehen wird. Der Autor: „Natürlich ist das nicht mit dem früheren geteilten Berlin zu vergleichen, dennoch zieht sich durch die Gemeinde die Vennbahntrasse, die dafür sorgt, dass der südliche Teil der Ortschaft eine deutsche Exklave ist.“ So so...

Auf der dritten Eifelsteig-Etappe, die nach Einruhr führt, macht uns der Autor mit der Rurseeschifffahrt als einer weiteren touristischen Attraktion direkt am Eifelsteig bekannt. Der nostalgische veranlagte Nordeifeler begegnet hier noch einmal dem Fahrgastschiff St. Nikolaus, das bereits im Jahr 2014 auf einen Bergsee nach Österreich verfrachtet wurde. Angepriesen wird auch eine Fahrt mit dem Schiff auf der Rur, aber so mächtig wie auf dem dazugehörigen Foto abgebildet, ist die Rur nun auch wieder nicht: Es handelt sich um den Obersee, auf dem, wie es an anderer Stelle richtig heißt „Seensucht“ und „Eifel“ verkehren.

Das Wandererlebnis aber dürfte durch solche kleinen Unrichtigkeiten nicht getrübt werden, sondern erst recht dazu einladen, vor Ort den Eifelsteig einfach selbst kennenzulernen, um zu sehen, was Sache ist.

Abenteuer Eifelsteig, Wanderführer von Michael Moll, mit Karten Fotos und detaillierter Wegebeschreibung, 187 Seiten, 13,99 Euro, Verlag Publicpress.

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