Eifelsteig: Aussichtspunkt mit Rastplatz liebevoll gestaltet

Von: P. St.
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Ob Regen- oder Sonnenschein: Schlechtes Wetter gibt es für Herbert Nießen nicht, der zielbewusst an der Fertigstellung des Aussichtspunktes mit Rastplatz am Schlachteberg in Einruhr arbeitet. Foto: P. Stollenwerk
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Ein Glanzstück am Aussichtspunkt soll das von Herbert Nießen selbst gestaltete Kreuz werden.

Einruhr. Plätze zum Verweilen gibt es reichlich am Eifelsteig. Seit der Eröffnung des über 300 Kilometer langen Premiumwanderweges vor gut fünf Jahren haben auf den 15 Etappen von Kornelimünster nach Trier die Wegepaten dafür gesorgt, dass der Wanderer ein intensives Landschaftserlebnis vorfindet.

Es gibt aber auch Privatinitiativen am Wegesrand, die der Wanderer dankbar annimmt. Auf der Etappe vier des Fernwanderweges, die von Einruhr nach Gemünd führt, darf er nun in Kürze ein weiteres Highlight bestaunen. Gleich zu Beginn der Etappe entsteht am Schlachteberg in Einruhr in Privatinitiative ein Aussichtspunkt mit Rastplatz. Im Hang an der östlichen Seite des Ortes ist Herbert Nießen seit Wochen mit großem persönlichen Einsatz am Werk, um für die Wanderer ein besonderes Landschaftserlebnis mit Panoramablick auf das Dorf und den Obersee zu gestalten.

Der 68-Jährige hat sich die Stelle etwa 300 Meter oberhalb des Friedhofes mit viel Bedacht ausgesucht. In deren Mittelpunkt steht eine massive, leicht versetzte Bruchsteinmauer. Davor wird eine Sitzgruppe platziert, die einen ungestörten Blick über das Rurtal ermöglicht. Nur wenige Stufen sind es vom Eifelsteig hinab zum idyllischen Rastplatz, wo man die Abendsonne genießen kann.

Herbert Nießen überlässt nichts dem Zufall; seine Planung hat er mit viel Liebe zum Detail entworfen, denn er möchte einen Platz schaffen, der nicht nur seine Handschrift trägt, sondern auch eine „Anlage auf Dauer schaffen, die pflegeleicht ist“.

Zu den auffälligsten Details gehört ein in die Bruchsteinmauer eingelassenes, 30 Zentimeter messendes Edelstahlauge. Hier kann der Wanderer nicht nur den Durchblick in die Landschaft finden, sondern die ungewöhnliche Röhre wird auch die Fantasie für so manches Spaßfoto beflügeln.

Auch ein von Herbert Nießen selbst gebautes Holzkreuz wird an der Bruchsteinmauer errichtet. Dieses Kreuz sollte ursprünglich seinen Platz an der Mariagrube im Tiefenbachtal bei Huppenbroich finden. Herbert Nießen wollte ein hier befindliches schlichtes Gedenkkreuz, das an im Zweiten Weltkrieg zu Tode gekommene amerikanische Soldaten erinnert, aufwerten, aber ein Bürger aus Kesternich, der diesen Platz schon länger betreut, wollte es bei der schlichten Gedenkstätte belassen.

So wird das weiß-goldene Kreuz nun seinen endgültigen Platz am Eifelsteig finden. „Nachts habe ich in Gedanken nach einem neuen Standort gesucht“, verrät er.

Der Aussichtsplatz am Einruhrer Schlachteberg liegt am Ende eines Wiesenweges auf Gemeindegrund, doch nach Gesprächen mit dem Ortsvorsteher und dem Bürgermeister hatte Herbert Nießen freie Hand, um seinen Plan ab Anfang März konkret umzusetzen, auch wenn die Gemeinde deutlich machte, dass sie keinerlei Kosten übernehmen könne. Wohl aber erhielt er tatkräftige Unterstützung vom Bauhof, denn die Bruchsteine und Wegeplatten fanden sich im Bauhof-Lager in Langschoß.

Beim Ausschachten und der Materialanlieferung für den Aufbau der Mauer erhielt er nicht nur verlässliche Hilfe von Bürgern aus Einruhr, sondern auch Simmerather Unternehmer unterstützten das Vorhaben gerne, wenn auch die Material-Anlieferung zum hoch gelegenen Punkt eine Herausforderung darstellte.

Der akkurate Bauherr und leidenschaftliche Radfahrer überlässt nichts dem Zufall. 24 Jahre lang war er als Zivilangestellter im Camp Vogelsang angestellt und nachdem er nun schon einige Jahre im Ruhestand ist, hat er sich keineswegs zur Ruhe gesetzt, sondern bereits auf vielfache Weise sein gestalterisches Talent unter Beweis gestellt. „Ich bin eben Ausdauersportler“, sagt Herbert Nießen lachend.

Schon jetzt wird der Platz, der immer mehr Gestalt annimmt, von vielen Wanderern bestaunt. In vier bis sechs Wochen soll das Werk vollendet sein. Alle Arbeitsstunden und die seiner Helfer hat er für die eigene Statistik notiert. Von seinem Wohnhaus an der Franz-Becker-Straße hat Herbert Nießen eine direkte Blickverbindung auf den idyllischen Platz, den er in den Dienst der Allgemeinheit stellt, damit jeder sehen kann, auf welchem einmalig schönen Fleckchen Erde er sich befindet. Der Rastplatz am Eifelsteig hat übrigens auch schon einen Namen bekommen, aber den wird Herbert Nießen erst bei der Einweihung preisgeben.

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