Eifelmilch steht in Chinas Supermärkten

Von: Karl-Heinz Hoffmann
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Von den saftigen Eifeler Wiesen in den Supermarkt nach Peking. Milch von Eifeler Kühen findet im Rahmen der internationalen Markterweiterung als H-Milch bei der gehobenen Mittelschicht in China für 2,40 Euro pro Liter reißenden Absatz findet. Foto: Hoffmann
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Manfred Graff aus Lammersdorf war mit einer mehrköpfigen Delegation fünf Tage in China unterwegs, wo auch Milch aus der Eifel vom dänischen Milchkonzern Arla vertrieben wird. Ein Sparziergang über die berühmte chinesische Mauer gehörte auch zum Besuchsprogramm. Foto: Hoffmann

Lammersdorf. Dass ein Eifeler Landwirt und Milchbauer berufsbedingt nach China reist, kommt sicher auch nicht alle Tage vor. Landwirtschaftsmeister Manfred Graff aus Lammersdorf war vor kurzem für mehrere Tage in der Volksrepublik China unterwegs und kehrte begeistert zurück.

Graff war in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Milch-Union-Hocheifel eG aus Pronsfeld (MUH) im Reich der Mitte unterwegs. Der Milchkonzern aus der Eifel fusionierte im Oktober letzten Jahres mit dem dänischen Molkerei-Giganten Arla Foods. Im bevölkerungsreichsten Land der Erde Informierte sich Graff über die Möglichkeiten, die der dortige Milchmarkt für die europäischen Erzeuger bietet.

Der Lammersdorfer Landwirt sitzt zwischenzeitlich als einer von zwei Vertretern der Pronsfelder MUH im Aufsichtsrat der Arla-Genossenschaft. Hellauf begeistert zeigt sich Manfred Graff vor allem, da er Eifeler Milchprodukte in China wiederfand: „Da steht in Peking im Supermarkt unsere Milch im Regal – da bekommt man schon leuchtende Augen, vor allem weil ein Großteil Milch aus der Eifel dabei ist“.

Die Erschließung des chinesischen Marktes mit seinen 1,3 Milliarden Menschen war für den Milchkonzern ein wichtiger Schritt, auch wenn sich nur 50 bis 60 Millionen Konsumenten im Land die Milch überhaupt leisten können. Daher sei bei diesem Riesenmarkt auch der Entschluss gefasst worden, so Graff, sich an Chinas größter Molkerei mit 246 Millionen Euro zu beteiligen.

Zu den eingangs angesprochenen Milchtüten im Pekinger Supermarkt verweist der Eifeler Landwirt noch darauf, dass es sich hierbei um H-Milch aus Pronsfeld handelte, also um Milch aus unserer Region. Die Milch von glücklichen Eifeler Kühen ist im Reich der Mitte allerdings nicht zum gleichen Preis wie hier zu haben. „In Peking kostet der Liter Milch 2,40 Euro“, weiß Manfred Graff zu berichten. Damit wird deutlich, dass Milch in China ein Luxusartikel ist, der allerdings bei der wachsenden Mittelschicht immer mehr an Bedeutung gewinnt. Wie hoch der Stellenwert der Milch ist, sehe man auch daran, „dass man in China keinen Wein sondern Milch als Geschenk bei einem Besuch mitbringt“.

Das Milchgeschäft mit China kam vor allem deshalb zustande, weil das Land seinen eigenen Milchbedarf nicht decken kann. Auch andere europäische Produkte finden immer mehr Verbreitung in China. Nach etlichen Lebensmittel- bzw. Milchskandalen wollen die chinesischen Konsumenten zudem Produkte, denen sie vertrauen können. Sie sind bereit für qualitativ hochwertige Lebensmittel mehr Geld zu bezahlen.

Mit der Erschließung des chinesischen Marktes ist laut Manfred Graff aber noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Im mittleren Osten bestehe ein riesiger Bedarf an Milch- und Babypulver, so dass man dort demnächst ebenfalls aktiv werde. Dies betreffe ebenso den russischen Markt. „Alle diese Bemühungen laufen“, so Graff, „um hier den Preis stabil zu halten“.

Wie sehr die Qualität der europäischen Milchprodukte geschätzt wird, wurde in den letzten Monaten mehrfach durch den Leerverkauf von Baby-Milchpulver in deutschen Läden deutlich. Milchpulver aus dem Westen war bei chinesischen Eltern so begehrt, dass der private Import zur Geschäftsidee wurde. Mehrere Drogerieketten ordneten daher aus Angst vor Hamsterkäufen die Rationierung der Produkte an. Die Expansion auf dem asiatischen Markt hat natürlich auch eine Kehrseite. Bei den Milchlieferverträgen zwischen den einzelnen Molkereien und Handelskonzernen hatten die Molkereien bereits im letzten Herbst höhere Preise durchgesetzt. Anfang Mai kam im Einzelhandel ein weiterer Anstieg um fünf Cent je Liter hinzu, was die Milchbauern erfreute, aber sich dann letztlich auch im Portemonnaie der Verbraucher bemerkbar machte.

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