Eifelklinik sucht Patienten für Krampfadern-Studie

Letzte Aktualisierung:
11100567.jpg
Studien weisen darauf hin, dass Krampfader-Behandlungen mit Laserlicht nebenwirkungsärmer sind. Zur Rückfallquote bei dieser Methode liegen jedoch kaum verlässliche Daten vor. Ein Forschungsprojekt an der Eifelklinik will das ändern. Foto: Stock/UIG
11100533.jpg
Chefarzt des Zentrums für Venen und Haut der Eifelklinik: Dr. med. Nuth Rass.

Simmerath. Erst kürzlich wurde Dr. med. Knuth Rass für seine Publikation der Relacs-Studie ausgezeichnet. Sein wissenschaftliches Engagement treibt der Chefarzt des Zentrums für Venen und Haut der Eifelklinik auch im Rahmen eines weiteren Projekts voran: Die bundesweite CelArt-Studie soll Aufschluss über Nutzen, Risiken, Genesung und Lebensqualität nach unterschiedlichen Behandlungen des Krampfaderleidens geben.

Dafür werden ab sofort wieder Patienten gesucht. „Die Eifelklinik St. Brigida gehört zu Deutschlands größtem Venen-Netzwerk, den Artemed Kliniken, und möchte neben höchsten Ansprüchen in Behandlung und Pflege auch in der Forschung Maßstäbe setzen“, sagt Rass. Dazu benötigen die Mediziner in Simmerath jetzt die Hilfe Betroffener. Wer sich im Rahmen der Studie behandeln lässt, trägt dazu bei, die Datenlage hinsichtlich der verschiedenen OP-Techniken zu verbessern. Das wichtigste Ziel der Vergleichsstudie besteht darin, herauszufinden, in welchem Anteil Krampfadern nach der jeweils eingesetzten Therapieform wieder auftreten können (Rezidivrisiko). Darüber hinaus wird untersucht, ob und wie sich die unterschiedlichen Verfahren bezüglich der Nebenwirkungsrate, des Patientennutzens und der Lebensqualität unterscheiden.

Damit die Studie im geplanten Umfang durchgeführt werden kann, werden Patienten gesucht, die sich für die eine oder andere Therapieform vorsehen lassen: Die erste Gruppe soll das chirurgische Standardverfahren (Stripping-Operation) erhalten, die andere Gruppe wird mit einem Radiofrequenz-Katheter (RFITT-Methode) behandelt. Beide Eingriffe werden in örtlicher Betäubung durchgeführt. In zufälligen Studien werden die Patienten per Losentscheid einem der beiden Verfahren zugeordnet. Die Studie beinhaltet Nachuntersuchungen bis zum fünften Jahr nach der Operation. So soll die Langzeitwirkung festgestellt werden.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Bislang gelten die operative Entfernung mittels Leisten- oder Kniekehlenschnitt (Crossektomie) und das sogenannte Stripping (Herausziehen) der krankhaften Vene als Standardverfahren. Seit etwa zehn Jahren werden Krampfadern bei weniger stark ausgeprägten Befunden auch mittels endoluminaler (im Gefäßinneren wirkender) Anwendung von Laserlicht oder Radiofrequenzstrom „verschweißt“. Diese neuen Verfahren werden als minimal invasiv bezeichnet, da kein größerer Einschnitt in die Haut erfolgt, sondern die krankhafte Vene lediglich am Unterschenkel punktiert und dann ein Katheter eingeführt wird.

Studien weisen darauf hin, dass die endoluminale Behandlungsform nebenwirkungsärmer sei, günstigere kosmetische Ergebnisse erziele und eine raschere Genesung erlaube.

Im Hinblick auf das Wiederauftreten von Krampfadern, den Patientennutzen und die Lebensqualität liegen für die neuesten verfügbaren Techniken im Vergleich zur klassischen Stripping-Operation weltweit noch keine verlässlichen Untersuchungen vor. Diesen Mangel möchten die Artemed Kliniken nun mit der CeLArt-Studie für eine dieser neuesten Techniken beheben und dazu beitragen, dass den Patienten in Zukunft das individuell erfolgreichste Verfahren angeboten werden kann.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert