Eifelklinik sieht der Krankenhaustrukturreform gelassen entgegen

Von: P. St.
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In der Eifelklinik Simmerath sieht man gelassen den sich aus der Krankenstrukturreform ergebende Änderungen bei der Qualitätssicherung und Leistungsanforderungen entgegen. Foto: P. Stollenwerk
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Die Krankenhausstrukturreform kann kommen: Peter Berlin, kaufmännischer Leiter Eifelklinik St. Brigida in Simmerath.

Simmerath. Die Eifelklinik Simmerath sieht gelassen der Krankenhaustrukturreform entgegen, die zum 1. Januar 2016 in Kraft treten soll. Peter Berlin, kaufmännischer Leiter der Eifelklinik St. Brigida, sieht durchaus sinnvolle Ansätze im vorliegenden Gesetzentwurf, den Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) jetzt eingebracht hat.

Im neuen Gesetz geht es um Qualitätssicherung und den Abbau von Überkapazitäten. Unter anderem soll ein neues Qualitätsmanagement für die rund 2000 Krankenhäuser in Deutschland eingeführt werden. Kliniken sollen sich spezialisieren und auf das konzentrieren, was sie am besten können,

Das 99-Betten-Haus in Simmerath, das 380 Mitarbeiter beschäftigt, hat sich schon seit Jahren auf diese sich abzeichnende Entwicklung eingestellt, so dass Peter Berlin selbstbewusst erklärt: „Wir lassen uns gerne messen.“

Mit dem Entwurf zur Krankenhausstrukturreform setzt Gesundheitsminister Hermann Gröhe Eckpunkte um, auf die er sich Ende vergangenen Jahres mit den Ländern verständigt hatte.

Generell soll es für außerordentlich gute Leistungen bei Operationen und Patientenversorgung Zuschläge geben, bei schlechten Leistungen Abschläge.

Krankenhäuser, die durch anhaltend schlechte Qualität auffallen, sollen künftig nicht nur weniger Geld bekommen, auf Dauer laufen sie Gefahr, dass einzelne Abteilungen oder sogar das ganze Haus geschlossen werden.

Auch auf diesem Wege können dann Überkapazitäten bei den rund 2000 Krankenhäusern in Deutschland abgebaut werden, ohne jedoch die Versorgung in der Fläche zu beeinträchtigen. Außerdem sollen Qualitätsberichte für die einzelnen Häuser sollen patientenfreundlicher gestaltet werden. Die Qualitätskriterien sollen laut Vorstellung des Gesundheitsministeriums auch dazu führen, dass sich Kliniken spezialisieren, also ausschließlich das tun, was sie am besten können. Auf diesem Wege soll die Patientensicherheit erhöht und auch die Zahl unnötiger Operationen eingedämmt werden.

Schließlich sollen die Krankenhäuser auch verpflichtet werden, Mindestmengen für bestimmte Leistungen festzulegen.

Da die Zahl der Pflegekräfte in den Kliniken in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgebaut wurde, werden 2016 bis 2018 bis zu 660 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um diese Personalquote wieder zu erhöhen.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sieht in der Krankenhausreform „viel Etikettenschwindel“. DKG-Präsident Thomas Reumann erklärte zu dem Entwurf: „Wo Hilfe drauf steht, sind neue Belastungen drin.“

Peter Berlin, kaufmännischer Leiter der Eifelklinik St. Brigida, kann hingegen mit dem Gesetzentwurf leben: „Wir begrüßen mehr Transparenz in der Qualität von Leistungen der Kliniken gegenüber dem Patienten.“ So könne sich der Patient einfach besser zurechtfinden. Dass sich die Eifelklinik „gerne messen lässt“, zeige das regelmäßig überdurchschnittliche Abschneiden bei der Patientenbefragung Weiße Liste. Berlin: „Aktuell sind wir im Rheinland in allen relevanten Kriterien unter den Top fünf, bei der Pflege liegen wir sogar auf Platz eins.“

Einem möglichen administrativen Mehraufwand sehe die Eifelklinik Simmerath „gelassen entgegen“. Klar sei aber, dass es für Krankenhäuser eine Selbstverpflichtung sein müsse, „ihre Qualität zu messen“. So beteilige man sich beispielsweise auch schon seit Jahren an der „Initiative Qualitätsmedizin“, einem freiwilligen Engagement von Krankenhäusern für mehr medizinische Qualität. „Damit gehen wir aus eigener Motivation weit über die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich Qualitätsmessbarkeit hinaus“.

Beim Thema Abbau von Überkapazitäten fühlt sich der kaufmännische Leiter nicht angesprochen: „Es bestehen keine Überkapazitäten in der Nordeifel. Es wenden sich jährlich immer mehr Menschen hilfesuchend an unsere Klinik, so dass wir uns zur Sicherstellung der Versorgung in der seltenen Situation befinden, Kapazitäten aufzubauen.“

Dies zeige sich auch darin, „dass die Eifelklinik als eines der wenigen Häuser einen zusätzlichen Bettenbedarf hat und vom Land NRW im vergangenen Jahr auch schon mehr Betten zugesprochen bekommen hat“.

Auch weitere Reformvorschläge haben für Peter Berlin ihre Berechtigung: „Der Trend hin zur Spezialisierung ist aus unserer Sicht sehr sinnvoll. So erhöhen wir die klinische Qualität für den Patienten und davon profitiert auch die Grundversorgung.“

Seit dem Jahr 2010 habe man die Eifelklinik wieder zu einem „hoch angesehenen Haus in der Städteregion Aachen entwickelt“, Dabei habe man sich vor allem auf die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats (ZOC) und der Venen sowie Haut (ZVH) spezialisiert.

Dadurch sei die Attraktivität als Arbeitgeber gesteigert worden, man habe hervorragendes Personal gewonnen und beschäftige heute eigene Assistenz- statt Honorarärzten in den Diensten.

Außerdem verfüge man über mehr „konsiliarische Expertise“ in der Notfallambulanz etc.. Die Zahl der Notfallpatienten sei seit 2010 pro Jahr um 500 gestiegen.

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