Eifelhymne als Schlussakkord „auf dem Dorfsaal”

Von: ho
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Da blieb kein Auge trocken: Zu
Da blieb kein Auge trocken: Zum Schluss ihres Programms intonierten die Comedians Jupp Hammerschmidt und Hubert vom Venn zur Freude der Zuhörer die „Eifel-Hymne”. Foto: Hoffmann

Lammersdorf. Bevor sich am Sonntagabend im Rahmen des längst prognostizierten Weltuntergangs in der gesamten Eifel die Erde auftat, wurden Bürgermeister Jupp Hammerschmidt und Pastor Hubert vom Venn zum letzten Mal gesehen, als sie den Kirchturm hoch kletterten, um das dort angebrachte Dorfwappen zu retten.

Danach wurde der Kirchturm von der Erde verschlungen und die beiden verfeindeten Protagonisten hatten unisono der Erde, der Eifel und ihrem begeisterten Publikum in „Joe´s Garage” im Rahmen ihrer Abschiedstournee im hiesigen Raum „Tschüss” gesagt.


Die Vorstellung der beliebten Comedians in der Eifeler Kultkneipe fand erwartungsgemäß regen Zulauf. Die Lachmuskeln der Besucher wurden an diesem Abend stark strapaziert.

Wenn Jupp Hammerschmidt ins Detail ging und an die dreiteiligen Matratzen aus früheren Zeiten erinnerte, die „Keiler” genannt wurden und auf denen Generationen von Bettnässern gelegen hatten, wurde schnell klar, dass die Liegekissen aufgrund ihrer Geruchsentwicklung ihren Namen erhalten hatten. Auch die gefürchteten Eierlikör trinkenden Tanten wurden in Erinnerung gerufen, wie die bis dato unbekannte Tatsache, dass Brahms 1852 in Mützenich ein Ferienhaus hatte und dort einen Hit nach dem anderen schrieb.

Neu für manche Zuhörer war auch, dass Hammerschmidts Opa ein Lyriker ersten Grades war. Sein Enkel zitierte voller Stolz aus dessen Gedicht „Ungespritze Pampelmusen” und trug höchst anspruchsvolle Texte vom tapferen Ritter Edelbert und dessen Camembert vor, was Pastor vom Venn zum Zwischenruf „Rote Asche auf eine rote Socke!” animierte.

Natürlich gab es vom Höfener Hammerschmidt auch wieder kleine Seitenhiebe auf die geliebten Nachbarn aus Kalterherberg - den „Kalmuckern”. Die Frage, warum diese regelmäßig auf dem Dach der Kneipe sitzen, wurde damit erklärt, dass der Wirt gesagt hatte: „Die nächste Runde geht aufs Haus!” Dass der Gefangenen-Chor der „Kalmucker” Werke von „Verdis „Jupp”, der am Rande des Hohen Venns über ein Ferienhaus verfügte, im Repertoire hat, wusste sicher auch nicht jeder.

Wie immer gab es bei den beiden Comedians einen roten Faden, der sich durch das Programm zog. Donner und Erdbeben kündeten das Ende der Welt, oder noch schlimmer, das Ende der Eifel an. Pastor Hubert vom Venn hatte an diesem Abend sogar apokalyptische Reiter am Lammersdorfer Horizont ausgemacht. Dass die beiden dann zu ihrem Abschied vereint samt Kirchturm in der Erde verschwanden, tat schon ein wenig weh.

Was die beiden Künstler in Zukunft machen, ließen sie offen. Vielleicht hat Jupp Hammerschmidt nun mehr Zeit, mit Wendelin Rader in Aachen gemütlich Kaffee zu trinken.

Der ultimativ letzte Auftritt von Hubert vom Venn und Jupp Hammerschmidt steigt im Rahmen der Roetgener „Vennale”, die am 2. Oktober im „Theater am Venn” stattfindet und ganz im Zeichen des Bühnenabschieds steht.

Mit einer Versteigerung von Tournee-Utensilien aus fast 19 Jahren Bühnenleben wird die Vennale um 19 Uhr eröffnet. Um 20 Uhr heißt es dann letztmalig „Und Tschüss”. In der Pause reichen Stamos Papas und Kurt Schreiber eine kleine Eifeler Spezialität. Nach der Pause erfolgt dann die Aufklärung, wie es nun mit den beiden und der Eifel zu Ende geht. Am Ende stehen die Kabarettisten dann am Buchtisch den Besuchern für Rede, Antwort und Signatur zur Verfügung, und es wird auch verraten, wie es mit dem „Theater am Venn” weitergeht.

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