Eifeler Wetterbilanz: Seit 2002 war kein Februar so nass

Von: kjl
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Ein richtiger Wintermonat war der Februar 2016 in der Eifel nicht. Dennoch wurde die erwachende Natur – hier die zarten Spitzen von Krokussen in einem Imgenbroicher Garten – immer wieder von Eis und Schnee zurückgedrängt. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Die andauernde Atlantikströmung verursachte im Februar das meist milde und regenreiche Wetter. Eine Perlenschnur von Tiefdruckgebieten, begleitet von stürmischen Winden, verhinderte das Vordringen der kalten Luft aus dem Osten oder Norden.

Beim Blick auf die Mitteltemperaturen des Monats wird die überdurchschnittliche Wärme offensichtlich: Aachen 3,7 Grad; Schmidt 3,2 Grad; Strauch 1,6 Grad; Mützenich 1,1 Grad und Mont Rigi 0,6 Grad (Abweichungen zwischen +0,5 und +1,0 Grad).

Die Höchsttemperaturen erreichten sogar den zweistelligen Plusbereich und daher hatten es die Pollenallergiker schon mit zahlreichen Hasel- und Erlenpollen zu tun. Am wärmsten war es im Umfeld von Aachen mit 11 bis 12 Grad am 21. Februar. Die kälteste Nacht des Monats passte nicht zum Hochwinter und schaffte am 17. Februar gerade mal -11,2 Grad in Kalterherberg und -9,7 Grad in Höfen. Über einer dünnen Schneedecke wurde es am Erdboden auch bis -14 Grad kalt.

Die wechselhafte Witterung machte es der Sonne schwer, zu dominieren. Im Lee des Osteifelabhangs, rund um Aldenhoven und an der Oleftalsperre, gab es einen Überschuss: Alsdorf Warden 111 Stunden, Windpark Schöneseiffen 100 Stunden (110 Prozent); Nideggen-Schmidt 82 und Mützenich 67 Stunden.

Fünf Sturmtiefs

Die heftigen Turbulenzen im Februar werden durch die Sturmdaten und die Niederschlagsmengen am deutlichsten sichtbar. Am Rosenmontag (8. Februar) wurde sogar der Karnevalsumzug in einigen Orten abgesagt. Sturmtief „Ruzica“ wehte mit Windstärke 8 bis 9 über unsere Region. Auch am 1., 6., 9. 20. und 21. Februar gab es Sturmtiefs mit heftigen Böen. Am Rosenmontag wurden am Windpark Schöneseiffen 83 km/h und in Aachen 93 km/h gemessen.

Aber zurück zum starken Niederschlag im letzten Wintermonat. Seit 2002 war kein Februar so nass wie in diesem Jahr. Hier einige besonders hohe Summen und Abweichungen: 200 l/qm fielen im Hohen Venn (175 Prozent des Mittelwertes), 166 l in Kalterherberg (169 Prozent), 151 l in Aachen-Brand, 139 l in Roetgen (176 Prozent), 133 l in Höfen (153 Prozent), Mützenich 124 l, Simmerath-Strauch 112 l (142 Prozent) und Windpark Schöneseiffen 100 l (115 Prozent).

Schneedecken blieben auch im Hochwinter die Ausnahme. Nur wenige Tage war in Rohren Skifahren möglich. Hier einige maximale Schneedecken: Vossenack 12 cm, Roetgen und Kalterherberg 10 cm, Höfen 9 cm, Schmidt 8 cm, Lammersdorf 7 cm und Aachen-Orsbach 4 cm. Da liegen jetzt, Anfang März, vielerorts sehr viel höhere Schneedecken im Eifelland.

Zum Abschluss noch einige Anmerkungen zum extrem milden Winter 2015/16. Es war der dritte sehr milde in Folge. Die Mitteltemperatur der drei Wintermonate betrug in Simmerath 3,7 Grad, das entspricht einer enormen Abweichung von +2,9 Grad. Damit war der vergangene Winter der wärmste seit Beginn der Messungen. Nur der Winter 2006/07 erreichte seit 1889 die gleiche Mitteltemperatur. In Aachen erreichte dieser Winter seit 1829 den 6. Platz mit 5,7 Grad. Die fünf wärmsten waren bisher: 1876/77 mit 6,5 Grad; 1868/69: 6,4 Grad; 1989/90 mit 6,3 Grad; 2006/07 mit 6,2 Grad und 1974/75 mit 6,0 Grad.

Unter dem Einfluss eines kräftigen Hochs und mit der Kraft der schon recht starken Sonne, verabschiedet der Winter sich in den kommenden Tagen schrittweise auch aus der Eifel. So richtig Frühling werden will es aber bei nur einstelligen Höchsttemperaturen und teilweise immer noch frostigen Nachtwerten zunächst noch nicht.

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