Eifeler Wetter-Rückblick: Kühler Oktober und früher Schnee

Von: kjl
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Zwei Gesichter des Oktober 2015 mit neun Tagen Abstand: Am 14. Oktober sorgte ein Kaltlufttropfen in den Höhenlagen für eine geschlossene Schneedecke (Bild rechts), die allerdings am frühen Nachmittag schon wieder Geschichte war. Erst die zweite Oktoberhälfte und dann besonders der Novemberbeginn brachten ein paar goldene Herbsttage. Foto: Heiner Schepp

Nordeifel. Statt des goldenen Herbstwetters lieferte der Oktober in diesem Jahr einen frühen Wintereinbruch und zog damit das herbstliche Temperaturmittel deutlich herunter.

Zu Monatsbeginn, am Tag der Deutschen Einheit war es noch spätsommerlich warm (Roetgen 20 Grad), doch zur Monatsmitte kam dann trübes und kaltes Frühwinterwetter. Von diesem Kälteschock erholte sich der Oktober nur langsam, blieb aber im Monatsmittel unter den Langzeitwerten. Die folgenden Temperaturmittel sind 0,5 bis 1,2 Grad zu kalt: Kalterherberg 7,2 Grad, Höfen und Roetgen 8,6 Grad und Aachen 9,5 Grad.

Der extrem frühe Wintereinbruch zur Monatsmitte wurde ausgelöst durch einen Kaltlufttropfen in den höheren Luftschichten. Schon am 12. Oktober – und damit 18 Tage zu früh – gab es erste Luftfröste bis in die Tallagen rund um Aachen und Stolberg. Die Tiefstwerte im Raum Monschau schwankten zwischen 0,2 Grad in Roetgen und -2,3 Grad in Kalterherberg. Am Erdboden wurden am 2. Oktober im oberen Rurtal Minima bis -8 Grad abgelesen.

Frost im Oktober ist keine Seltenheit, aber Schneefall bis in die Niederungen, das gibt es nur alle 50 Jahre, im Raum Aachen zuletzt am 10. Oktober 1975. Ab 300 bis 400 Meter Seehöhe bildete sich diesmal sogar eine dünne Schneedecke aus. In der ersten Monatshälfte gab es zuletzt am 14. Oktober 1992 eine sieben Zentimeter dicke Schneedecke. Der früheste Schneedeckentermin in den Monschauer Höhengebieten war der 10. Oktober 1975 mit drei Zentimetern (Kalterherberg). In Monschau wurde zuletzt im Oktober 1974 eine Fünf-Zentimeter-Schneedecke gemessen.

Der 14. Oktober war gleichzeitig mit einer Höchsttemperatur von nur 2,8 Grad in Aachen-Orsbach und 1,1 Grad in Kalterherberg der kälteste Tag in der ersten Oktoberhälfte seit Beginn der Messungen.

Zurück zu den anderen Messgrößen des zweiten (meteorologischen) Herbstmonats. Auch die Sonnenscheindauer blieb deutlich unter ihren Möglichkeiten. An 18 Tagen wurde weniger als eine Stunde Sonnenschein in Monschau gemessen. Hier einige Vergleichswerte der Monatssummen: Windpark Wahlerscheid und Aachen 95 Stunden, Kalterherberg 91, Schulzentrum Monschau 79 und Alsdorf-Warden 114 Stunden. Nur 60 bis 80 Prozent der üblichen Sonnenscheinmenge standen für die Sonnenkollektoren zur Verfügung. Trotz hohen Luftdrucks war der Oktober in diesem Jahr kein Garant für Sonnenschein.

Auch die zur Verfügung stehende Windenergie war im Oktober die niedrigste seit mindestens 25 Jahren. Es gab keine Gewitter, keine Stürme und folglich keine Sturmstärke 8 in allen Höhenlagen. Ein ruhiger Job für die Versicherungen aus Sicht der Meteorologie im Kreisgebiet.

In Erinnerung bleiben die Trockenheit und der damit verbundene Pegelstand von Flüssen und Talsperren. Die Abweichungen lagen meist bei 50 bis 75 Prozent des Langzeitwertes. Es gab kaum Unterschiede zwischen den Hochlagen und der Aachener Bördenlandschaft im Kreisgebiet.

Die Regensummen schwankten zwischen 26 (Rurberg) und 35 Litern/Quadratmeter (Roetgen) und damit war es der trockenste Oktober seit fünf Jahren.

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