Eifeler Vereine wehren sich gegen Laufmaut

Von: ag
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Für ihre Laufveranstaltungen sollen die Vereine zukünftig höhere Abgaben an den Deutschen Leichtathletikverband zahlen: Das lehnen viele Vereine ab und machen Gegenvorschläge. Foto: A. Gabbert

Monschau. Um ihrer Kritik an der geplanten Gebührenneuordnung Nachdruck zu verleihen, haben sich fast alle laufveranstaltenden Leichtathletikvereine des Altkreises Monschau entschlossen, einen offenen Protestbrief zum Thema „Laufmaut“ an den Präsidenten des Leichtathletik-Verbands Nordrhein (LVN) zu senden.

Die Leichtathletikvereine aus dem Altkreis Monschau – Bergwacht Rohren, Germania Eicherscheid, Germania Vossenack, Hansa Simmerath, LG Mützenich (TuS Mützenich und TV Mützenich), Rursee Marathon e.V., SC Komet Steckenborn, TuS Schmidt und TV Roetgen – lehnen die für das Jahr 2016 vom Deutschen Leichtathletikverband (DLV) beschlossene Änderung der Veranstaltungsgebühren (kurz: „1 Euro je Finisher“) ab. Ab dem Jahr 2016 sollen die Vereine einen Euro pro Finisher an den Verband zahlen.

Moderate Erhöhung akzeptabel

„Wir planen für 2016 bisher zwölf Volkslaufveranstaltungen und erwarten dabei circa 5000 Teilnehmer. Bei unserer Startgeldstruktur von maximal 7 Euro für Läufe bis einschließlich Halbmarathon würde uns die geplante Gebührenneuordnung unverhältnismäßig stark belasten und die Existenz unserer ausschließlich ehrenamtlich organisierten Volkslaufveranstaltungen gefährden“, sagt Wolfgang Poque aus Mützenich als Sprecher der Vereine.

Bisher fehle den Vereinen, trotz einer Ende April gegründeten Ad hoc-Kommission, leider jegliches konkrete Signal, dass die vom DLV beschlossene Gebührenregelung für den LVN keine Anwendung finden wird. „Daher werden wir unsere für 2016 geplanten Volksläufe nicht beim LVN anmelden und auch nicht an der Terminbörse teilnehmen“, sagt Poque. Eine interne Abstimmung der Termine habe bereits stattgefunden.

Sollte der LVN allerdings eine abweichende Gebührenregelung beschließen, würden die Vereine ihre Entscheidung neu überdenken. Aus ihrer Sicht wäre zum Beispiel eine moderatere Gebührenerhöhung, die sich an der Höhe des jeweils erhobenen Startgeldes orientiert, akzeptabel.

Sie schlagen deshalb eine dreistufige Gebührenstaffel vor: 0,25 Euro bei einem Startgeld bis einschließlich 10 Euro, 0,50 Euro bei über 10 bis einschließlich 40 Euro Startgeld und 1 Euro bei mehr als 40 Euro Startgeld.

„Der vom DLV in Sachen Veranstaltungsgebühr eingeschlagene Kurs findet unter uns keinerlei Zustimmung. Wir halten nicht nur die geplante Gebührenerhöhung für falsch, sondern sind vor allem auch enttäuscht über das Zustandekommen der Beschlüsse, die mangelnde Kommunikation im Vorfeld und den bisherigen Umgang mit Kritik. Einige der unterzeichnenden Vereine planen bereits ihren Austritt aus dem LVN zum Jahresende“, erklärt Poque.

Der TV Konzen, der unter anderem den Monschau-Marathon ausrichtet, gehört nicht zu den Unterzeichnern des offenen Briefes. In einem Brief an die anderen Vereine hat der 1. Vorsitzende des Vereins, Oliver Krings, die Gründe dafür erklärt. Aus Sicht des TV Konzen sei das Tischtuch zwischen DLV, LVN und den Veranstaltern noch nicht so zerschnitten, dass man Fakten schaffen müsse.

In letzter Konsequenz verlasse man dann auch das schützende Dach des Verbandes. Die Zeit sei noch nicht reif dafür, eine Entscheidung zu fällen, schreibt Krings. Vergangenen Monat habe der DLV-Präsident bei einer Gesprächsrunde in Darmstadt signalisiert, dass der Verbandsrat das Thema erneut aufgreifen werde und es eventuell einen Aufschub oder eine Aussetzung geben könne, erläutert Krings auf Anfrage.

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