Eifeler Urlauber wählen statt Türkei nun andere Länder

Von: Lisa Winkel
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Ninja Havinga leitet das Reisebüro „Flugbörse Monschau“ in Imgenbroich: Auch dort ist die Nachfrage nach Reisen in die Türkei seit einiger Zeit deutlich gesunken. Foto: Lisa Winkel

Nordeifel. Die Türkei mit Sonne und Strand ist lange Zeit ein beliebtes Reiseziel der Deutschen gewesen. Mittlerweile ist die Nachfrage nach Urlaubsreisen jedoch auch in der Nordeifel stark zurückgegangen.

Das bestätigt Ariane Anders vom Reisebüro Roßbach in Simmerath: „Die Nachfrage sinkt schon seit ungefähr anderthalb Jahren. Das hat nicht nur mit der momentanen politischen Situation, sondern auch mit den zahlreichen Anschlägen in Istanbul im letzten Jahr zu tun“, sagt sie. Pro Monat würden nur noch etwa drei Angebote für Türkeiurlaube für Kunden erstellt.

„Momentan“, bemerkt Anders, „fragt fast niemand mehr nach einer Reise in die Türkei. In den vergangenen beiden Wochen gab es keinen einzigen Interessenten“. Die Eifeler würden stattdessen nun nach Spanien und Griechenland ausweichen. Daher habe die momentane schwierige Situation mit der Türkei unter dem Strich aber keine negativen Auswirkungen auf das Gesamtgeschäft des Reisebüros. „Die Leute wollen schließlich nicht auf ihren Urlaub verzichten, nur weil es irgendwo Probleme gibt“, sagt Ariane Anders.

Auch beim Monschauer Reisebüro in Imgenbroich ist die Lage bezüglich der Türkeiurlaube nicht anders. Geschäftsführer Franz Johnen berichtet, dass auch bei ihm die Nachfrage gesunken sei: „Angefangen hat dies im Herbst letzten Jahres. Die Kunden zögern bei der Buchung eines Türkeiurlaubs.“

Das Reisebüro stelle noch immer dieselben Leistungen wie die Jahre zuvor zur Verfügung. Die Preise seien dabei natürlich gesunken, da die Nachfrage nun mal den Preis regele. Vor allem die zurzeit besonders günstigen Flüge seien noch ein Argument für die Türkei. Spanien, Italien, Bulgarien oder Griechenland seien teurer, da die Nachfrage dort steige.

Für ihn und seine Angestellten sei es schwer, Kunden einen Türkeiurlaub schmackhaft zu machen. „Wenn die Sicherheit in der Türkei nicht mehr gegeben ist, ist der Rückgang der Nachfrage klar“, erklärt Franz Johnen. „Es gibt zwar noch einige wenige Interessenten, jedoch empfehlen wir aufgrund des Reise- und Sicherheitshinweises des Auswärtigen Amtes unseren Kunden nicht mehr, in die Türkei zu fliegen“, so Johnen weiter. Auswirkungen auf seinen Betrieb habe diese Situation jedoch nicht, da die Kunden auf andere Reiseziele ausweichen würden.

Trend seit Herbst 2016

Die Leiterin des Reisebüros „Flugbörse Monschau“ in Imgenbroich, Ninja Havinga, hat die Entwicklung ähnlich wahrgenommen. „Im letzten Jahr ist die Nachfrage nach Reisen in die Türkei schon zurückgegangen, in diesem Jahr noch mehr“, berichtet sie. Ab November 2016 habe dies angefangen. Ein Jahr davor seien die Preise noch relativ hoch gewesen, bis es dann Anfang 2016 Anschläge in der Türkei gegeben habe.

„Die Last-Minute-Angebote wurden bei den Kunden vergangenes Jahr noch gerne gesehen, vielleicht ist es ja auch dieses Jahr so“, hofft Havinga. Im Vergleich zu anderen Jahren, in denen es 20 bis 30 Türkeibuchungen in einer Woche gegeben habe, seien derzeit vier bis fünf Buchungen pro Monat ein deutliches Zeichen. „Urlaubsziele wie Spanien, Griechenland oder Ägypten profitieren sehr von dem Rückgang der Nachfrage, da sie als Ausweichziele genutzt werden“, berichtet Havinga.

Die Preise der Angebote für die Türkei seien im Vergleich zum vorigen Jahr nicht gesunken, gegenüber den Jahren davor jedoch sehr stark. „Es gibt immer noch Kunden, die in der Türkei Urlaub machen wollen, aber die Zahl sinkt“, berichtet Havinga. Für die Reisebüromitarbeiter sei es nicht so einfach, ein passendes Angebot als Ersatz für die Türkei zu finden, da das Preis-Leistungs-Verhältnis in der Türkei sehr gut gewesen sei.

„Ich denke nicht, dass die Eifeler Touristen Angst vor dem Terrorismus haben, sondern eher vor dem türkischen Präsidenten Erdogan und seinen Ansichten“, vermutet Ninja Havinga.

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