Eifeler Schüler interviewen türkische Migranten aus der Region

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Simmerath/Izmir. Am Berufskolleg Simmerath/Stolberg wird seit zehn Jahren ein freiwilliger Türkischkurs für Schüler angeboten. Und dies nicht ohne Grund – denn das Berufskolleg arbeitet mit einem türkischen Gymnasium in Izmir/Türkei zusammen.

Es fing an mit einer Klassenfahrt nach Berlin im Jahr 2003, während der die Schüler in Kreuzberg einen islamischen Frauenverein besuchten und Neues und Interessantes über den Alltag von Ausländern in Deutschland erfuhren. Die spannenden Gespräche haben einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und beeindruckten so sehr, dass man der Meinung war, ein solcher Austausch sollte fortgesetzt werden. So wurde die Idee einer Partnerschaft mit einer türkischen Schule geboren, dem Bornova Anadolu Lisesi in Izmir.

Im Rahmen der Zusammenarbeit der beiden Schulen wurden in den letzten zehn Jahren drei von der EU geförderte Comenius-Projekte durchgeführt. Das erste Projekt 2005/2006 beschäftigte sich mit dem anvisierten EU-Beitritt der Türkei.

Im zweiten Projekt 2008/2010 haben die Schülerinnen und Schüler aus Izmir und Simmerath sich mit deutsch-türkischen Paaren aus ihrem Umfeld unterhalten. Dabei wurde untersucht, welche Chancen und Risiken solche Beziehungen mit sich bringen, ob das Zusammenleben mit einem Partner anderer Herkunft und Kultur als Bereicherung empfunden wird und welche besonderen Schwierigkeiten und Belastungen sich dadurch ergeben.

Das dritte und aktuelle Projekt 2012/2014 beschäftigt sich unter dem Titel „Hier Ausländer, dort Deutschländer – Migrantenschicksale“ mit den Lebensschicksalen türkischstämmiger Migranten.

Im Raum Simmerath/Aachen wurden dabei Interviews geführt, um herauszufinden, welche Faktoren eine Integration in Deutschland begünstigen, welche Erfahrungen die Menschen als Ausländer hier gemacht haben und welche Gründe für den Verbleib in Deutschland letztlich entscheidend waren. In Izmir wurden dagegen Personen befragt, die sich nach jahre- oder jahrzehntelangem Aufenthalt in Deutschland dazu entschlossen haben, in die Türkei zurückzukehren. Hier sollten die Befragungen eingehen auf ihre Erfahrungen mit der Re-Integration in die Türkei als sogenannte Almanc/Deutschländer.

Die Schüler erfuhren, dass diese Almanc ihre Rückkehr in die Türkei oft als durchaus problematisch und die Re-Integration in die dortige Gesellschaft als nicht so einfach wie erhofft empfinden.

Die Ergebnisse der zweijährigen Zusammenarbeit sind jetzt nachzulesen in einer 236-seitigen Broschüre, in der alle Interviews sowie eine ausführliche Auswertung zu finden sind. Interessenten können die 236-seitige Broschüre kostenlos über den Schulstandort Simmerath des Berufskollegs beziehen.

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