Simmerath - Eifeler Notdienst-Praxis künftig eine Nebenstelle?

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Eifeler Notdienst-Praxis künftig eine Nebenstelle?

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:

Simmerath. Die Gerüchte um die Neuorganisation des Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereinigung in der Nordeifel sind immer noch nicht aus der Welt. Die seit 2008 gültige Regelung für den ärztlichen Notdienst in der Städteregion Aachen, soviel steht fest, steht vor größeren Veränderungen.

Inwieweit die Eifeler Notdienst-Praxis, die in der Eifelklinik Simmerath untergebracht ist, davon betroffen ist, ist noch nicht sicher. Zumindest aber ist es der Wunsch der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, die jetzt praktizierte Regelung für die Südkreis-Kommunen aufrecht zu erhalten. Diese Absicht unterstrich jetzt auch Dr. Lothar Nossek, Vorsitzender der Kreisstelle Aachen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, der auf Einladung von Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns im Gemeinderat Simmerath über den derzeitigen Stand der Verhandlungen berichtete.

Anlass für die aktuellen Überlegungen ist ein Prüfbericht des NRW-Gesundheitsministeriums, das die KV aufgefordert hat, eine Neuorganisation vorzunehmen. Ziel ist es, die Zahl der Bereitschaftsdienste landesweit auf ein möglichst einheitliches Niveau zu bringen. „Das hat nichts mit Simmerath zu tun“, machte Dr. Nossek bei seinen Ausführungen deutlich.

Konkrete Auswirkungen der Notdienst-Neuregelung sind dennoch bereits erkennbar. So sollen die Notdienstpraxen in Stolberg und Eschweiler zusammengelegt werden. Die Patienten müssten also längere Anfahrtswege in Kauf nehmen. Während es sich im Falle Stolberg/Eschweiler um rund fünf Kilometer handelt, würde das Ende der Notfall-Praxis in Simmerath einen unvergleichbar höheren Aufwand bedeuten. „Daher“, so Nossek, „sehe ich für Simmerath auch keine Fusion.“

Die Kassenärztlichen Vereinigungen vor Ort sollen nun Dr. Lothar Nossek, Vorsitzender der Kreisstelle Aachen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein,Vorschläge einbringen, über die Ende März 2015 entschieden wird. Derzeit existieren vier Notdienst-Praxen im Bereich Aachen-Land. Für diesen Bereich möchte Nossek eine „Zwei-Plus-Eins“-Regelung einbringen.

Neben einer Notdienst-Praxis für Stolberg/Eschweiler und einer Praxis in Bardenberg, soll auch am Standort Simmerath festgehalten werden, der aber künftig nur als Nebenstelle einer anderen Notdienst-Praxis geführt würde. „Eine gewisse Stundenzahl“, versicherte Dr. Nossek, solle in Simmerath aufrecht erhalten bleiben, denn aufwendige Fahrten nach Stolberg oder Eschweiler seien aus Eifeler Sicht nicht zumutbar.

Ausgleich ist angestrebt

Dr. Nossek wies darauf hin, dass die Eifeler Notdienst-Praxis von insgesamt nur 40 Kollegen aus Monschau, Roetgen und Simmerath getragen werde, was die Finanzierung schwierig mache. Ziel der Neuordnung sei es, die Zahl der Bereitschaftsdienste zu senken. Nicht mehr als sieben Notdienste pro Jahr sollten anfallen. Bei der Neuregelung sollen in Simmerath auch Kollegen aus Stolberg/Eschweiler in die Notdienst-Planung eingebunden werden.

Nossek wies auf das massive Ungleichgewicht zwischen Stadt und Land hin. Eine hohe Anzahl von Bereitschaftsdiensten sei häufig auch ein Hinderungsgrund für Ärzte, sich in den ländlichen Gebieten niederzulassen. Mit der Neuorganisation des ärztlichen Notdienstes soll ein Ausgleich angestrebt werden. Bürgermeister Hermanns bat darum, bei den weiteren Verhandlungen die besonderen Umstände in der Eifel zu berücksichtigen. Sekundär sei dabei, ob die Eifeler Notdienst-Praxis künftig den Status einer Nebenstelle erhalte.

Als Obmann der Kassenärztlicher Vereinigung ist Dr. Walter Dittmer aus Kesternich für den hiesigen Bereich Koordinator der Notfallpraxis Nordeifel im Simmerather Krankenhaus. „Ich sehe keinen Handlungsbedarf“, sagte der Mediziner vor einigen Wochen unserer Zeitung. Der Notdienst sei gut organisiert und funktioniere.

Die Notdienstpraxis in Simmerath ist seit 2008 in der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath angesiedelt und folgte seinerzeit dem nach Gemeinden organisierten ärztlichen Notdienst.

Den Dienst dort versehen montags, dienstags und donnerstags von 19 bis 22 Uhr, mittwochs und freitags von 13 bis 22 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen von 8 bis 22 Uhr im Wechsel die knapp 40 niedergelassenen Ärzte oder eine Vertretung. Nach 22 Uhr ist die Notfallpraxis telefonisch rufbereit.

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