Eifeler Netzwerk leistet „Nachbarschaftshilfe im besten Sinne”

Von: P. St.
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Nordeifel. Der Verein Eifeler Netzwerk für Familien e.V., kurz „EifelFam” genannt, wurde im November 2010 gegründet, nachdem der Ursprungsverein „Förderverein Pfarrheim Eicherscheid” beschlossen hatte, die dort bereits bestehende Förderabteilung für junge Familien zu schließen, um sich wieder ausschließlich der Förderung des Pfarrheims in Eicherscheid zu widmen.

Bereits für die Förderung junger Familien gesammelte Spenden wurden auf „EifelFam” übertragen.

Der nun selbstständige Verein hat bereits über die Grenzen von Eicherscheid hinaus im Altkreis Monschau Mitglieder und Ehrenamtler gefunden, die sich dem Verein angeschlossen haben. 30 Mitglieder gehören dem Verein inzwischen an, dazu zehn verlässliche Förderer.

Erste Hauptversammlung

Einer der ersten größeren Spender, die den Verein wohlwollend mit einer 500 Euro Spende unterstützt haben, ist der Lions-Club Monschau. Ebenso hat Monschaus Altbürgermeister Theo Steinröx in seiner Funktion als Ehrenamtsbeauftragter der Städteregion Aachen dem Verein bereits sein Wohlwollen signalisiert.

In seiner ersten Jahreshauptversammlung nach dem Gründungsjahr des Vereins ist man zuversichtlich, auf dem richtigen Weg zu sein. „Insbesondere der weitere Aufbau des Netzwerkes unter Familien im Altkreis Monschau liegt dem Verein am Herzen”, fasst der 1. Vorsitzender Andreas Giebler die Bilanz der Jahreshauptversammlung zusammen.

Ein erstes Beispiel zeigt, wie hilfreich ein solches Netzwerk sein kann: So konnte auf Nachfrage durch eine Sozialarbeiterin der Städteregion für eine Jugendliche, die die Förderschule besucht, kostenlos Englisch-Nachhilfe organisiert werden. Durch eine Anfrage innerhalb des Vereins „EifelFam” meldeten sich innerhalb weniger Tage zwei Ehrenamtler, die bereit waren, zu helfen. Sofern in ähnlichen Fällen eine finanzielle Bedürftigkeit nachgewiesen wird, erfolgt die Kostenübernahme durch den Verein.

„Niederschwellige Angebote”

Eine weitere Hilfe bietet der Verein für Kindergärten bzw. KiTas, die keinen eigenen Förderverein besitzen, indem man ein Unterkonto für den Verein einrichtet, auf das spendenwillige Eltern einzahlen können. Diese Gelder werden dann zu 90 Prozent der Kita für gemeinnützige Maßnahmen im Sinne der Satzung zur Verfügung gestellt. Die verbleibenden zehn Prozent werden zurückgehalten für ähnliche soziale Aufgaben in anderen KiTas des Altkreises. Da KiTas eine der ersten Anlaufstellen für Familien sind und aufgrund ihrer hohen Kompetenz meist wissen, wo der Schuh drückt, ist der Verein schon deshalb um eine enge Zusammenarbeit mit den KiTas bemüht.

Im Bereich der Kleinkindbetreuung bietet man in erster Linie Informationen an, wo man professionelle Hilfe erhält und unter welchen Umständen das zweite Kind evtl. kostenlos betreut wird. Der Verein verfügt aber auch über Ehrenamtler, die in Notfällen die kleineren Betreuungslücken füllen. Die Behörden sprechen hier von so genannten „niederschwelligen Angeboten”.

Bedürftige Familien unterstützt der Verein z.B. durch Fahrdienste für nicht mobile Mütter, die mit ihrem Kind zum Arzt müssen, bzw. durch Übernahme der Fahrtkosten oder durch Kostenübernahme eines Schwimmkurses; immer vorausgesetzt, dass keine öffentliche Einrichtung zur Kostenübernahme verpflichtet ist.

Besonderen Wert legt Andreas Giebler auf die Feststellung, „dass der Verein nicht als Konkurrenz zu Caritas, SkF (Sozialdienst katholischer Frauen) oder anderen sozialen Einrichtungen verstanden wird, sondern ausschließlich als Ergänzung und teilweise sogar als Zuträger und Unterstützer dieser Einrichtungen.”

Hilfsangebote kennenlernen

Wichtig sei auch, dass die Bedürftigen zunächst einmal Hemmschwellen überwinden würden. Die Verein leiste auch gerne Hilfestellung, wenn es darum gehe, die Hilfsangebote erst einmal kennenzulernen. „Mancher wird ja schon allein von der Papierflut zurückgehalten.” Durch die Initiative „Netzwerke bilden” angeregt, die dazu auffordert, Behinderte in bestehende Netzwerke zu integrieren, hat man nun in der letzten Hauptversammlung u.a. beschlossen, sich auch diesem Thema anzunehmen. Zwar gibt es schon viele gute Hilfsangebote und Vereine, doch kaum jemand kennt sie alle. Es gibt keine Gesamtübersicht, keinen Infopool und nur eine geringe Vernetzung unter den sozialen Helfern und Vereinen. Dies möchte man ändern.

Eine weitere Idee von Giebler zielt genau in diese Richtung; Durch die Ehrenmitgliedschaft aller 1. Vorsitzenden in den gemeinnützigen Vereinen des Altkreises Monschau, würde sich der Informationsfluss schlagartig verbessern, weil man als Mitglied in den Verteiler eines jeden Vereins automatisch aufgenommen würde. Der Vorsitzende: „Wir verstehen unsere Arbeit als Nachbarschaftshilfe im besten Sinne.”
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