Eifeler Milchbauern wollen gleiche Regeln für alle

Von: ale
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Martin Schulz und Stefan Kämmerling zeigten bei ihrem Gespräch mit den Landwirten Verständnis für die Forderungen des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter. Foto: Anneliese Lauscher

Kesternich. Im Rahmen seiner „Eifelsteigtour” besuchte der SPD-Landtagskandidat Stefan Kämmerling aus Eschweiler den Aussiedlerhof „Berensheck” bei Kesternich.Hier traf er sich mit Milchbauern aus dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) zu einem mit Sachverstand und Leidenschaft geführten Gespräch.

Martin Schulz, MdEP und Vorsitzender der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, hatte sein Versprechen gehalten und begleitete ihn zu diesem Termin.

Stefan Kämmerling ist derzeit auf Wahlkampftour und läuft sich, wie er sagt, „die Hacken ab”, um den südlichen Teil seines Wahlkreises, die Nordeifel, kennenzulernen. „Wir möchten alles, was die Menschen in der Nordeifel bewegt, erfahren”, lautet sein ehrgeiziges Ziel.

Beim Milchbauern Hubert Frohn hatten sich viele betroffene Kollegen eingefunden. Vertreter aus den Kreisen Euskirchen und Heinsberg waren zu Gast, ebenso Karl-Josef Vermöhlen vom Landesverband NRW im Bund der Deutscher Milchviehhalter (BDM) und aus Belgien Erich Pohen von der dortigen Milch-Interessengemeinschaft.

Die Problematik ist mittlerweile hinlänglich bekannt: Für die Produktion von einem Liter Milch entstehen dem Milchbauern Kosten von 40 Cent, ihnen wurde im letzten Jahr durchschnittlich 23 Cent gezahlt. Mit drastischen Demonstrationen und Aktionen, bei denen auch tausende Liter Milch auf Felder verschüttet wurden, versuchte man, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.

Martin Schulz stellte sehr rasch fest, dass er es mit engagierten Gesprächspartnern zu tun hatte, dass hier wirklich der Schuh drückt und man ihm ebenso besorgt wie erwartungsvoll gegenüber trat. „Wie müsste man heute Landwirtschaft betreiben, wie stellen Sie sich das vor?” so lautete die Frage, die ihm Hubert Frohn stellte, und sogleich war man in einem lebhaften Gedankenaustausch.

„Die ländlich-bäuerlich geprägte Region ist ja nicht gerade unsere Hochburg” meinte Martin Schulz. Doch er freue sich sehr über diese Gelegenheit zum Gespräch, er wolle ohne Scheu auf die schwierige Problematik zugehen und finde es sehr gut, dass er hier sogar auf Partner aus Belgien treffe.

„Seit ich die Milchpreispolitik kenne, verstehe ich besser, dass die Sowjetunion untergegangen ist”, begann er mit Humor, doch dann wurde er ernst: „Wir haben es mit Planwirtschaft zu tun und andererseits verlangt man die Liberalisierung der Märkte. Das ist unmöglich!” Dafür bekam er schon Applaus.

Man brauche kein Geld, sondern Regeln, und zwar für alle, lautete die einhellige Meinung der anwesenden Milchbauern. Festgelegte Quoten müssen Gültigkeit haben, und Überschreitungen müssten bestraft werden. Martin Schulz machte keine voreiligen Versprechungen, sagte aber zu, mit weiteren Gremien Absprachen zu treffen, Fachleute hinzuzuziehen und auf ein Hearing im Europaparlament hinzuwirken.

Stefan Kämmerling bedankte sich abschließend „für einen der interessantesten Nachmittage” auf seiner Tour.
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