Eifeler Männer sind härter als Städter

Von: ag
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Auch das „starke Geschlecht“ zeigt manchmal Schwächen. Foto: stock/blickwinkel

Nordeifel. Der Weltmännertag steht am Sonntag im Kalender. Michael Gorbatschow war es, der diesen Aktionstag im Jahr 2000 ins Leben gerufen hat, um das Bewusstsein der Männer im gesundheitlichen Bereich zu erweitern, unterstützt wurde er dabei von Fachärzten für Männermedizin (Andrologen) der Universität Wien. Hintergrund ist unter anderem die geringere Lebenserwartung von Männern gegenüber Frauen.

Einen Unterschied zwischen Männer und Frauen, was die Bereitschaft zu Vorsorgeuntersuchungen angehe, gebe es nicht, sagt der Allgemeinmediziner Dr. Bernhard Jung, der in Simmerath seine Praxis hat. Bei entsprechender Informationen würden beide Geschlechter die Gelegenheit zu Vorsorgeuntersuchung regelmäßig nutzen. „Wenn man sie anspricht kommen beide“, sagt Jung.

Die Unterschiede in der Lebenserwartung sind aus Sicht des Arztes nicht unbedingt auf medizinische Ursachen zurückzuführen. Oft spiele die soziale Komponente eine größere Rolle. „Ich habe schon den Eindruck, dass Männer bei gesundheitlichen Problemen leidensfähiger sind. Was aber auch mit sozialen Etiketten zu tun hat. Man muss seinen Mann stehen, auch wenn es weh tut“, sagt Jung. Aus Sicht des Arztes würden „die Herren der Schöpfung“ eher dazu neigen Krankheiten zu bagatellisieren. Die Eifeler können das besonders gut. „Der Eifeler an sich ist nach meinem Eindruck ein härterer Klotz als der Städter“, sagt Jung. Einen Satz, den er in seiner Praxis häufiger hört ist: „Meine Frau hat mich geschickt.“

Objektiv gesehen hätten Männer aber tatsächlich ein höheres Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Der Zusammenhang sei bislang nicht ganz klar, sagt Jung und verweist auf die Framingham-Studie die seit 1948 die Ursachen und Risiken für Herzerkrankungen erforscht und inzwischen zum medizinischen Standard gehört.

„Die Frauen holen aber auf“, sagt Jung. Das habe damit zu tun, dass Männer ihr Leben inzwischen doch gesundheitsbewusster als früher gestalten würden, Frauen hingegen riskanter. Zum Beispiel würde Frauen heute häufiger zur Zigarette greifen als noch vor einigen Jahren.

Schon am 19. November stehen die Männer wieder im Mittelpunkt, dann wird der Internationale Männertag begangen. Ziele des Internationalen Männertages sind es, den Fokus auf Männer- und Jungen-Gesundheit zu legen, das Verhältnis der Geschlechter zu verbessern, die Gleichberechtigung der Geschlechter zu fördern und männliche Vorbilder hervorzuheben. Es ist ein Anlass um Benachteiligungen von Männern und Jungen aufzuzeigen und ihren Einsatz für die Gemeinde, Familie, Ehe und Kinderbetreuung zu würdigen.

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