Eifeler Bündnis gegen Rechtsextremismus ist am Start

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Nordeifel. Während Kanzlerin Angela Merkel im Bundestag ihr Entsetzen über Fremdenfeindlichkeit äußert und die Mordserie der Zwickauer Neonazis als „Schande für Deutschland” bezeichnet, haben Bürger in der Eifel jetzt einen konkreten Schritt unternommen, um der rechten Szene in ihrer Region zu begegnen.

Mehr als 150 Menschen nahmen im Clara-Fey-Gymnasium in Schleiden an der Gründungsversammlung des „Eifeler Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt” teil, unter ihnen auch der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, Hans-Peter Bruckhoff. Einer der Einladenden und nun auch Mitglied im neuen Orga-Team des Bündnisses ist Pfarrer Christoph Ude, ebenfalls aus der Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal.

Neben Ude gehören unter anderem Peter Schongen, Referent im Büro der Regionaldekane Düren/Eifel, und Ralf Woelk vom DGB zu den Organisatoren.

Aufgerufen zur Bündnisgründung hatte das „Ökumenische Netzwerk Kirche im Nationalpark Eifel”. Mit dem neuen Bündnis wollen die Organisatoren Gruppen, Initiativen, Kirchen, Parteien, Gewerkschaften, Jugendeinrichtungen, Verbände, Schulen und Vereine miteinander bekannt machen und vernetzen.

Ihr Ziel ist es, quer durch alle Bevölkerungsschichten und über die Grenzen von Herkunft, Kultur und Religion hinweg Zeichen für ein demokratisches, tolerantes und friedliches Miteinander zu setzen. Die Anwesenden konnten sich bei der Gründungsversammlung für das Engagement in Arbeitskreisen melden, zum Beispiel zu „Sport und Kultur”, „Jugend und Schule” oder „Aktionen und Veranstaltungen”. Um die Arbeit des Bündnisses zu finanzieren, zum Beispiel Flyer herauszugeben oder Aufklärungsarbeit mit Schulklassen zu leisten, haben Volksbank und Sparkasse bereits Spenden zugesagt.

Auch in der Eifel nötig

Dass die Arbeit des Bündnisses auch in der Eifel nötig ist, machte ein Vortrag des Journalisten und Kenners der rechten Szene Michael Klarmann deutlich. Der Preisträger des Bürgerpreises für Zivilcourage der Städteregion Aachen 2010 erläuterte, dass Rechtsextreme und Neonazis inzwischen nicht mehr so leicht an Äußerlichkeiten zu erkennen seien wie in vergangenen Jahren.

Bei Jugendgruppen in der Eifel, die nicht rechtsextrem seien, aber eine Affinität zur rechten Szene besäßen, bestehe die Gefahr, dass aus vereinzelten Parolen oder Provokationen eine Verfestigung der rechten Gesinnung entstünde. Auch die Toleranz rechten Gedankenguts in der Bevölkerung, quer durch alle Altersgruppen, sei eine gefährliche Tendenz. Seine Arbeit wird das Bündnis beim nächsten Treffen im Januar aufnehmen.
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