Monschau/Roetgen - Eifelbusse sollen künftig im Takt fahren

Eifelbusse sollen künftig im Takt fahren

Von: P. St./ag
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Der neue Bushof in Imgenbroich wirkte zwar beim gestrigen ersten kleinen Winterteinbruch 2014 nicht gerade einladend, aber es ist alles hergerichtet, damit hier in Zukunft zügig und pünktlich der Busverkehr abgewickelt werden kann.

Monschau/Roetgen. Busfahren ist gefragt – auch in der Eifel. Der Aachener Verkehrsverbund (AVV) spricht von einer nicht erwarteten Zunahme der Fahrgäste in den zurückliegenden vier Jahren. Doch trotz aller Verbesserungen im Fahrplan, die damit einhergingen, fehlt dem Busverkehr im Südraum Aachen der passende Rhythmus, denn viele Linien sind nicht aufeinander abgestimmt.

Das soll sich ändern, wenn im Zuge der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes für die Jahre 2015 bis 2020 das Busnetz des Aachener Verkehrsverbundes neu geordnet werden soll. Die Eckpunkte des künftigen Busliniennetzes stellte jetzt Hans Joachim Sistenich vom AVV den politischen Gremien in Roetgen und Monschau vor. Die Präsentation in Simmerath folgt noch.

Beschleunigung des Verkehrs

Nicht nur die auslaufenden Verträge des AVV (2017) und das Ende der Geltungsdauer des Nahverkehrsplans (2015) lassen das Personenbeförderungsunternehmen aktiv werden, die demografische Entwicklung, die Neuordnung der Schullandschaft, die neuen Impulse durch den Eifelsteig und den Vennbahnradweg sowie steigende Pendlerzahlen erfordern ebenfalls neue Wege bei der künftigen Fahrplangestaltung.

Das Busangebot sei in den vergangenen Jahren bereits deutlich verbessert worden, auf den Hauptachsen seien positive Fahrgastentwicklungen zu verzeichnen, es gebe aber auch „partielle Kapazitätsengpässe“, erklärte Sistenich. Zurzeit sei das Liniennetz noch durch die zum Teil historisch gewachsene Struktur geprägt. In der Eifel fehle ein durchgängiges Taktsystem und die Transparenz der Angebote sei schlecht. Außerdem müsse das Regelangebot zur Sicherstellung des Schülerverkehrs in erheblichen Maß durch zusätzliche Busse ergänzt werden. Die neue Situation ab dem Jahr 2017 biete nun „die große Chance für eine Neuordnung und qualitative Verbesserung des Angebotes“, sagte Sistenich.

Als Ziele der Neuordnung nannte er die Beschleunigung des Verkehrs auf den Hauptachsen, eine Systematisierung des Angebotes und die Einführung eines Taktverkehrs, eine verbesserte Verknüpfung der Angebote, eine ausreichende und abgestufte Sicherstellung der Kapazitäten, die Weiterentwicklung des Schnellbusnetzes (künftig soll zwischen Monschau und Aachen beziehungsweise zwischen Simmerath ein echter Schnellbus verkehren), die Flexibilisierung der Angebote in verkehrsschwachen Zeiten und Räumen, die Verbesserung der Transparenz und Verständlichkeit des Angebotes, die Optimierung und Neuordnung des Schülerverkehrs sowie die wirtschaftliche Ausgestaltung der Angebote mit Blick auf die Haushaltslage der Kommunen.

Ein wesentlicher Schwerpunkt soll die Einführung eines getakteten Fahrplans sein. Das würde bedeuten, dass die Busse die Haltestellen immer im gleichen Rhythmus anfahren. Das sei im ÖPNV ein wichtiges Qualitätsmerkmal, das die Akzeptanz erheblich steigere.

Durch eine Verknüpfung der getakteten Linien in wichtigen Verkehrsknoten, wozu Sistenich den geplanten Bushof in Roetgen, den neuen Bushof in Imgenbroich sowie die Bushöfe in Simmerath und Aachen zählt, könnten die Fahrzeiten verkürzt und die Erreichbarkeit verbessert werden. Der geplante Bushof in Roetgen werde eine wichtige Schlüsselfunktion für die Eifel einnehmen.

„Der Bushof wird auch ein Drehkreuz für den Bereich Monschau und Simmerath sein, wenn es hier nicht funktioniert, hat das auch Folgen für die Fahrgäste aus anderen Kommunen“, sagte Sistenich in Roetgen. „Es ist furchterregend, wie lange über das Thema Bushof Roetgen schon diskutiert wird“, sagte Sistenich in Monschau. Sollte die Kuh nicht vom Eis kommen, werde man an der Post in Roetgen eine Übergangslösung anstreben.

In den Verkehrsknoten müssten ausreichende Flächen und eine optimierte Abwicklung für die zeitgleich ankommenden Linien sichergestellt werden. Daher unterstütze der AVV das Konzept der Gemeinde Roetgen, den Bushof in einem neuen Gewerbegebiet am Ortsausgang in Richtung Aachen anzusiedeln. Wenn die Busse auf einem Streifen der Bundesstraße 258 bleiben könnten, sei ein Kreisverkehr in den Augen des AVV dort die optimale Lösung. Mit Blick auf die unterschiedlichen Auffassungen der Städteregion als Genehmigungsbehörde und dem Landesbetrieb Straßenbau, der an dieser Stelle eine Ampellösung bevorzugen würde, appellierte Sistenich, einen Konsens zu finden.

Ein weiterer Schwerpunkt soll die Neugestaltung der Schnellbuslinien sein, die im 30-Minuten-Takt zwischen Monschau bzw. Simmerath und Aachen verkehren werden. Durch eine Ausweitung und Verbesserung dieser Angebote können eine deutliche Steigerung der Fahrgastzahlen insbesondere bei den Pendlern und im Freizeitverkehr erreicht werden.

Das Rückgrat sollen dabei die Linien SB 63 zwischen Aachen und Simmerath sowie die Linie SB 66 zwischen Aachen und Monschau bilden. Voraussetzung für ein funktionierendes System sei eine schrittweise Beschleunigung der Linien durch Straffung der Wege, eine Modifikation der Haltepolitik und die Bevorrechtigung des ÖPNV an Ampelanlagen, Busspuren und so weiter. Auch auf der Monschauer Straße wünsche er sich eine baldige Lösung.

Zur neuen Konzeption gehört auch, dass die Schnellbusse keinen Schlenker mehr über den Roetgener Marktplatz machen sollen. Im Roetgener Gemeindegebiet ist dann ein Ortsbus vorgesehen, der die Fahrgäste zum Bushof bringt, wo sie Anschluss an die regionalen Linien finden.

Ein zentraler Punkt der Diskussion in Roetgen war die Versorgung des Ortes abseits der Bundesstraße. Hier zeigte sich Sistenich sehr offen. „Wir sind da völlig schmerzfrei. Aber sie müssen es dann auch bezahlen“, sagte Sistenich.

Trotz des neu errichteten Bushofes sollen die Busse aus Aachen künftig nicht, wie schon einmal angedacht, in Imgenbroich enden, sondern wie bisher ohne umzusteigen, auf direktem Wege Monschau ansteuern.

Multibus im Testbetrieb

Auch eine direkte Verbindung zwischen den Bushöfen Imgenbroich und Simmerath (nicht über Konzen) soll eingerichtet werden.

Im Winter 2015/16 soll außerdem eine so genannter Multibus den Testbetrieb aufnehmen. Hierbei handelt es sich um einen Rufbus, der 60 Minuten vor Fahrantritt angefordert werden kann. Dieses sehr individuelle Angebot für den ländlichen Raum hat sich im Kreis Heinsberg bereits seit über zehn Jahren bewährt.

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter hält große Stücke auf den Multibus: „Dieses Angebot kann eine große Verbesserung für den ländlichen Raum werden“, sagte sie

Die ersten Maßnahmen sollen im übrigen bald möglichst umgesetzt werden und nicht erst mit dem Auslaufen der Verträge im Jahr 2017.

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