Eifel taucht wieder auf der Mittelrhein-Landkarte auf

Von: Kurt Kaiser und Heiner Schepp
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Rott. An diesem Wochenende blasen die Amateurfußballer in der Region zum Halali. 13 Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft gehen auch die Kicker von der Oberliga bis zur Kreisliga C in die letzte Runde und damit in die wohlverdiente Sommerpause.

Für den Eifelfußball war es insgesamt mit dem Klassenerhalt der drei A-Kreisligisten sowie zwei Absteigern und viel Mittelmaß in der B-Liga eine durchwachsene Spielzeit - wenn da nicht der triumphale Titelgewinn des SV Rott wäre ...

Spitzenfußball im Amateurbereich wird in der Eifelregion schon seit Jahren nicht mehr geboten. Über Jahre hatte der TuS Schmidt in der Region für positive Schlagzeilen gesorgt. Nachdem der TuS nach der Saison 2003/04 aus der Verbandsliga (das ist die heutige Mittelrheinliga) abgestiegen war, schien die Eifelregion sich zur tiefsten Fußballprovinz zu entwickeln.

In der kommenden Saison taucht die Nordeifel aber wieder auf der Fußball-Landkarte im Mittelrhein auf, denn der SV Rott schaffte nach nur einem Jahr in der Landesliga den Durchmarsch und Aufstieg in die Mittelrheinliga. Diesen sagenhaften Erfolg hatte vor Saisonbeginn keiner der „Insider”, aber auch keiner der Verantwortlichen des SV Rott auf der Rechnung. Vom ersten Spieltag an spielte der Aufsteiger eine begeisternde Saison mit einer Vielzahl an sehenswerten Spielen.

Mit einem überraschenden 4:0-Derbysieg gegen Hertha Walheim startete der Landesliganeuling in die Spielzeit 2009/10. Es folgten weitere Siege gegen Wenau, in Richterich und bei Westwacht Aachen. Erst am fünften Spieltag kassierte man die erste Niederlage, im Derby gegen den SV Breinig.

Gunst der Stunde genutzt

Und als man eine Woche später mit einer 1:2-Niederlage aus Euskirchen heimkehrte, schien der Höhenflug des Neulings beendet. Mit einem 6:1-Erfolg gegen Bedburg meldete der Eifelclub sich aber eindrucksvoll zurück und etablierte sich in der Spitzengruppe. Als es in die Winterpause ging, rangierte man mit drei Punkten Rückstand hinter dem SV Breinig an zweiter Stelle.

Da der lokale Konkurrent zum Wiederauftakt einen Sieg landete, die Rotter sich aber mit einem 2:2 in Walheim begnügen mussten, bauten die Breiniger ihren Vorsprung auf fünf Punkte aus. In der Folgezeit leisteten die Stolberger Vorortler sich aber eine Niederlagenserie, durch die sie ins Tabellenmittelfeld abstürzten.

Die Rotter nutzen die Gunst der Stunde und übernahmen zu Ostern durch einen 2:0-Erfolg gegen Niederau wieder den Platz an der Sonne, den sie bis heute nicht mehr abgaben. Zwar boten die Rot-Weißen am Ende dabei nicht mehr jede Woche den begeisternden Fußball vom Saisonbeginn, punkteten aber mit starken Nerven und dem ein oder anderen Quäntchen Glück.

Schon am vorletzten Spieltag machte der SV Rott nicht nur den Aufstieg in die Mittelrheinliga perfekt, sondern auch die Meisterschaft in der Landesliga, was man getrost als Sensation bezeichnen darf. Maßgeblichen Anteil am Höhenflug der Rot-Weißen hat Trainer Jürgen Lipka, der den Verein im Winter 2004 in der Kreisliga A übernahm und nun in Deutschlands sechsthöchste Spielklasse führte.
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