Eicherscheids unermüdlicher Restaurator wahrt Erinnerung an Cordula Heck

Von: M. S.
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Die Erinnerung an die Eichersc
Die Erinnerung an die Eicherscheiderin Cordula Heck und ihre Generation lebt durch ein bald restauriertes Grabkreuz am Hause Breite Straße 7 weiter. Gustav Schröder und Christel Hermanns machen sich mit vereinten Kräften an die Arbeit, um ein Stück Eifelhistorie für künftige Generationen zu pflegen und bewahren. Foto: Manfred Schmitz.

Eicherscheid. Ein kluges Sprichwort rät, „die Kirche im Dorf” zu lassen. Eicherscheids unermüdlicher Dorfhandwerker und Restaurator Gustav Schröder lässt auch historische Flur-, Wege- und Grabkreuze gern in seinem Heimatdorf und dessen enger Umgebung. Er hält sie schmuck und nachhaltig instand, wertet sie optisch wie funktional auf.

Seit Anfang der 1980-er Jahre, als den vitalen Unruheständler die Lust packte, in seinem Heimatort von Eifelwind und -wetter ramponierte Kruzifixe zu sanieren, einladende Sitzgruppen für rastende Wanderer an schönen Aussichtspunkten rund um das malerische Golddorf einzurichten und zu erhalten, Stege über Nordeifelbäche oder im unwegsamem Gelände als „Gehhilfen” anzulegen und auszubessern, denkmalgeschützte Viehtränken von wucherndem Gestrüpp und Wildwuchs zu befreien oder nützliche Orientierungsschilder an Wegekreuzungen zu installieren, hat der vitale 84-Jährige „schon rund hundert gemeinnützige Projekte allein oder in Partnerschaft mit Nachbarn und Freunden aus dem Eifelverein verwirklicht”.

Anfang 18. Jahrhundert errichtet

Der jüngste Schrödersche Arbeitseinsatz begann gerade am Hause Breite Straße 7 (früher Hausnummer 52, Eicherscheid hatte damals 145 Wohngebäude). Das Fachwerkidyll wird von seiner Besitzerin Christel Hermanns bewohnt. Ihr Elternhaus wurde nachweislich Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet, ein schon zuvor an seiner Stelle stehendes landwirtschaftliches Anwesen war abgebrannt.

Restaurator Schröder wird sich in den kommenden Wochen intensiv der gründlichen Erneuerung eines eichenen Holzkreuzes widmen. Es ist am Hause Hermanns angebracht und trägt die Inschrift: „Hier ruht in Gott unsere liebe Mutter und Oma, Frau Cordula Heck geb. Pleuss. Geboren am 15. 11. 1875, gestorben am 18. 8. 1952. Das Monument zum Gedenken an Cordula Heck, sie war Christel Hermanns´ Großmutter, schmückte 25 Jahre ihr Grab auf dem Eicherscheider Friedhof von Sankt Lucia, ehe es an die Fassade des Enkelinnenhauses montiert wurde.

„Oma Cordula galt bei den Dorfbewohnen als streng, resolut und war gefürchtet”, weiß Christel. Ihre Ahnin stammte aus Dreiborn und kam als Magd nach Eicherscheid. „Damals gelangten viele junge Menschen aus dem Schleidener Land zu uns nach Eicherscheid, um hier im Haushalt, in der Landwirtschaft als Mägde oder Knechte in Stellung zu gehen” (Hermanns). Cordula heiratete Andreas Heck, dem sie vier Kinder gebar und der 1925 verstarb. Einer von Andreas´ männlichen Nachkommen: Josef, Christels Vater. Er fiel als Soldat im Zweiten Weltkrieg; das jüngste seiner 1940, ´41 und ´42 zur Welt gekommenen Mädchen (Christine „Christel”, Lucie und Maria) hat er nie gesehen. Seine Frau Ida blieb als junge Witwe zurück.

Gustav Schröder möchte mit seiner liebevollen und sachkundigen Reparatur und Neugestaltung des Kreuzes die ehrende Erinnerung an Cordula Heck und deren Nordeifeler Generation wachhalten. Die mit 77 Jahren Beigesetzte lebte in und mit Christels Familie, ging mit ihr während der gefährlichsten Weltkriegsphase auch in Evakuierung.

Schröders vornehmliche Tätigkeit während der kommenden Wochen wird sein, das hölzerne christliche Symbol samt schützendem Blechdach durch Beizen und Schleifen von seiner verwitterten Farbe zu befreien und mit frischem Anstrich zu versehen, den zerbrochenen Arm des Gotteskorpus zu ersetzen und das gesamte Ensemble mit einem stabilen Betonsockel samt verzinkter und nichtrostender Metallkonsole zu verankern „In Eicherscheid wurden seinerzeit der Verstorbenen gern mit Holzkruzifixen gedacht, nicht zuletzt, weil in unserem Dorf mehrere tüchtige Schreinerbetriebe ansässig waren”, erklärt Christel Hermanns.

Neue Tafel an der Stolzenlay

Kaum hat Gustav Schröder mit Realisierung eines Vorhabens begonnen, plant er in seiner Werkstatt und freier Natur bereits ein weiteres. Er wird an der Stolzenlay (alter Weg zwischen Grünental und Hammer) eine Informationstafel erneuern, die Eduard Hoch seinerzeit für den Eifelverein fertigte.

Der Name dieser herrlichen Route gedenkt des verdienten Lehrers Stolzen, der die naturbelassene Wanderstrecke liebte und oft beschritt.
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