Eicherscheids Narren feiern auch im Dauerregen

Von: M.S.
Letzte Aktualisierung:
11727861.jpg
Der umjubelte Prunkwagen des Eicherscheider Kinderprinzenpaares: Die jungen Regenten Bastian und Maja (oben, links) grüßen ihre Untertanen auf dem Weg des Festzuges durch das Golddorf. Foto: Manfred Schmitz

Eicherscheid. Der Name verpflichtet! Das Dorfwappen von Eicherscheid zeigt eine knorrige Eiche – Symbol für Stärke und in ihrer Heimat verwurzelter Menschen, die so schnell kein Sturm umwirft. Tugenden, die Veilchendienstag gefragt waren, als sich Schlag 14.11 Uhr der Karnevalszug ab der Festhalle Tenne in Bewegung setzte und das Finale der Session 2015/16 im Golddorf mit Pauken und Trompeten einläutete.

Bevor sich der farbenfrohe Lindwurm aus Traktoren, mit Liebe zum Detail gebauten Motivwagen und etlichen, ideenreich verkleideten Fußgruppen in Bewegung setzte und durch den Ort zog, stärkten sich viele Teilnehmer noch schnell mit einem wärmenden Schluck „Tennentropfen“. Denn draußen erwartete die aus gutem Grund zügig ziehende Jecken-Karawane Petrus‘ Ungemach: Schneeflocken, groß wie Euromünzen, die Buchenhecken peitschender Sturm und Dauerregen wie aus Schleusen.

Da bedurfte es schon eichenharter Kondition Humors und Brauchtumstreue, sich unverdrossen auf den Weg zu machen. Karneval in dieser fünften Jahreszeit – in der Nordeifel diesmal ein Fest für Hartgesottene. Das bekamen am deutlichsten die Aktiven der Eicherscheider Musikvereinigung „Eifelklänge“ zu spüren; sie richteten in dieser Session das Fastnachtstreiben in all seinen Facetten aus.

Zuvor waren die Blasmusikanten nach guter Tradition der Einladung ihrer Freunde aus Rollesbroich gefolgt, den dortigen Festzug musikalisch zu bereichern. „42 Jahre spiele ich nun in den Eifelklängen“, sagt Frank Förster, „so nass wie heute bin ich während eines Auftritts noch nie geworden.“ Sprach‘s und trocknete seine Uniform notdürftig, ehe sie ihn erneut beim „Wassersport“ im Gleichschritt und vor vollen Breitseiten schützen musste.

Originelle Gefährte und aktuelle Themen der Zeitgeschichte erfreuten die überschaubare Beobachterzahl des Karnevalszugs am Straßenrand. Mit ihrem Prunkwagen ein absoluter Hingucker: die große und fröhliche Narrenschar der KG „Sonnenfunken“ Simmerath, bestens vertreten von ihren Spitzen Stefan Haas und Pablo Lopez sowie ihrem Prinzenpaar Lukas und Johanna. Das Duo beteuerte zu wissen, „wie man fiere deiht“ und versicherte – trotz ungastlichem und gar nicht narrenfreundlichem Wetter – den „Spaß am Fastelovend in Blau-Gelb offenbar nicht verloren“ zu haben.

Dem stimmten auch Eicherscheids erst Sonntag proklamierte Kindermajestäten Bastian und Maja bedingungslos zu. Die Sonnenfunken zeigten Herz für alle Generationen, verrieten sie doch in Großlettern, dass alle Freunde und Generationen des rheinischen Frohsinns tüchtig Fastelerium feiern sollen, und zwar „je oller, je doller“.

Ehe der Zug sich in Bewegung setzte, spielten die Musikanten munter auf, bliesen die „Mosspängs“ zur Attacke und schossen Konfetti aus der Kanone. Eine listige Zwergenbande stand da nicht nach und schoss die „ganze Welt in Flammen“. Mit an flüssigem Proviant gut gefülltem Bollerwagen auf Tour waren die Mannen der Eescher Freiwilligen Feuerwehr, vorneweg Löschgruppenführer Matthias Förster in Kluft eines Piratenkapitäns.

Nach der Rückkehr zum Ausgangpunkt Bachstraße stürmten kleine und große Karnevalisten die Theke in der Tenne, warme Getränke waren der Renner.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert