Eicherscheid - Eicherscheids „Dorfrestaurator“ sucht einen Nachfolger

Eicherscheids „Dorfrestaurator“ sucht einen Nachfolger

Von: M. S.
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Der Herr der Kreuze in seinem Element. Gustav Schröder präsentiert sein neues Restaurationsstück, ein hölzernes Kruzifix samt Korpus. Das arg verwitterte, 100-jährige Schnitz- und Drechselwerk wird komplett restauriert und demnächst in Hammer aufgestellt. Foto: Manfred Schmitz

Eicherscheid. Er hat seit eh und je buchstäblich ein Kreuz mit dem Kreuz – und er nimmt es selbst im hohen Alter noch gern auf die leichte Schulter. „Ich möchte in meinem Heimatdorf liebenswerte historische Wahrzeichen erhalten, die unsere Väter schufen und auch unsere Enkel noch erfreuen sollen.“ So lautet das Credo des Eicherscheider „Dorfrestaurators“ Gustav Schröder.

Der bald 86–jährige pflegt, repariert und kreiert Wegekreuze, Hinweisschilder, denkmalgeschützte Viehtränken und komplette Sitzgruppen zur Rast und Picknick müder Wanderer aus nah und fern auf ihrem Weg durch das wild-romantische Golddorf und seine Umgebung. Immer liegt er im Clinch mit dem rauen Eifelwetter, das ständig an seinen Werken nagt. Seit 30 Jahren ist er nun schon im Dienst der Allgemeinheit tätig.

Während dieser Zeit hat der gelernte Elektriker und Baukolonnenführer mehr als 30 langlebige Projekte realisiert. „Manche waren das Ergebnis einiger Tage, für die Fertigstellung anderer benötigte ich Wochen“, sagt Schröder. Er fand Mitte der 1950er Jahre durch seinen Vater Johann zu seiner Passion. Der Senior war der Ersteller des Deniskreuzes am Grindel und steckte den Filius mit seiner Schaffensfreude an. Wer zählt die aufgewendeten Stunden freier Zeit, kennt die Materialien, die der geschickte Handwerker „Micke Justav“ binnen dreier Jahrzehnte Einsatz zum Gemeinwohl aufbot?

Mit Geschick und Motivation

Schröder ist ein rechter Tüftel–Tausendsassa, in der Materie Holz ebenso firm wie in Metallbearbeitung. Er ist ein akribischer Schrauber, Bohrer, Schreiner, Schlosser, Schmied und Anstreicher in einer Person. Viele ansehnliche Arbeiten und Nordeifeler Dorfblickfänge künden von Schröders Geschick und Motivation. Ob der Ortsteil „Hühnermarkt“ mit Wegweisern zu gestalten ist, entlang der Straße nach Hammer ein marodes Pilgerkreuz vor dem Verfall bewahrt werden soll, oder vom Zahn der Zeit und rauen Eifelklima ramponierte Tische und Bänke im Wald nutzbar zu sanieren sind – Gustav Schröder ist, mit Werkzeug und Sachverstand ausgerüstet, stets zur Stelle.

Manches Projekt verwirklichte der als Fachmann bekannte Werker mit den Erkennungszeichen Hut, Kittel, Schürze und Sonnenbrille in Partnerschaft mit Otto Jungblut und der Eicherscheider Eifelvereins–Ortsgruppe. Er bedauert es sehr, dass „mein langes Bemühen, einen geeigneten und engagierten Nachfolger für meine erfüllende Tätigkeit zu finden, bis heute ohne Erfolg blieb“.

Deshalb droht nach der „Ära nach Schröder“ in Eicherscheid und Umgebung der Verfall christlicher Symbole wie Kruzifixe und informative Schilder mit aufschlussreichen Flurnamen in Eifeler Platt („Mölleböschel“, „Kösteschjäßje“, „Wäschhüsje“).

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