Ehrenfriedhof: Die Toten erhalten wieder Namen

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Simmerath. Auf dem Ehrenfriedhof, zwischen Kesternich und Rurberg gelegen, sind 2322 sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg beerdigt.

Bis zum Herbst 1960 wurden Umbettungen und Exhumierungen von insgesamt 58 Friedhöfen aus der näheren und weiteren Umgebung zur Ehrenstätte vollzogen.

1961 fertiggestellt

Die Friedhofsanlage wurde im Jahr 1961 fertiggestellt. Die Namen der dort Beerdigten waren bis vor einiger Zeit zum allergrößten Teil nicht bekannt, da gegen Kriegsende alle Namensakten von den amerikanischen Befehlshabern an die Sowjetunion übergeben wurden. In den vergangenen Jahren wurden diese Karteiunterlagen eingescannt und auf einer russischen Internetseite veröffentlicht. Eine Auswertung, Übersetzung und Zuordnung der Unterlagen erfolgte durch die Dokumentationsstelle Stiftung Sächsische Gedenkstätten in Dresden in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Simmerath.

Gemeinsam mit dem Volksbund Deutsche Kriegsopferfürsorge entstand die Idee, die Namen der Verstorbenen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Anfang Oktober wurden auf der Ehrenstätte aus Mittelzuweisungen des Bundes nach dem Gräbergesetz über die Bezirksregierung Köln insgesamt zehn Granitstelen in den Abmessungen von je 2 Meter mal 0,90 Meter aufgestellt. Auf diesen Stelen sind die Namen aller dort Beerdigten eingraviert.

Diese Dokumentation der Namen der Verstorbenen wertet die Ehrenstätte als einen Ort des Gedenkens an die Verstorbenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges deutlich auf und hält die Erinnerung an die Folgen von Gewaltherrschaft und Kriegen aufrecht.

Sie mahnt alle Besucher eindringlich zum Frieden, welcher den Verstorbenen nicht vergönnt war.

Offizielle Einweihung

Die Gemeinde Simmerath beabsichtigt, diese Granitstelen im kommenden Frühjahr, voraussichtlich am Sonntag, 19. Juni 2016, unter Einbeziehung zahlreicher Gäste und der Bevölkerung, offiziell einzuweihen.

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