Ehrenamtstag: Maria Breuer erhält Ehrenpreis

Von: Karl-Heinz Hoffmann
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Ein bewegender Augenblick beim Simmerather Ehrenamtstag. Die mit dem Ehrenpreis von Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns ausgezeichnete Maria Breuer (Bildmitte mit Blumenstrauß) im Kreis von Kindern und Pflegekindern. Foto: K.-H. Hoffmann

Simmerath/Rollesbroich. Im sonst zu abendlicher Stunde eher ruhigen Rollesbroicher Gewerbegebiet herrschte am Freitagabend rund um die dortige Tanzwerkstatt reger Verkehr. In die genannte Lokalität hatte die Gemeinde Simmerath an diesem Abend aber nicht zum Tanz eingeladen.

Grund des Massenandrangs war der 7. Simmerather Tag des Ehrenamtes, wozu man in der prall gefüllten und herausgeputzten Tanzwerkstatt bereits beim Betreten Festaktstimmung verspürte. Vor dem Höhepunkt der Veranstaltung, der Verleihung des Bürgermeister-Ehrenpreises, machte sich dann schließlich knisternde Spannung breit.

Spontaner Beifall

Die musikalische Einstimmung der geladenen Gäste beim Simmerather Ehrungs-Event hatte das Trommler- und Pfeiferkorps Strauch unter Leitung von André Löhrer in gekonnter Weise übernommen, bevor Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns zunächst herzlich die in den vergangenen Jahren mit dem Ehrenpreis ausgezeichneten Personen begrüßte: Hans-Jürgen Siebertz (2015), Otto Stollenwerk (2014), Ursula Stollenwerk (2013), Barbara Tucher (2013), Schwester Gudrun (2013), Lucie Kell (2012) und Lotte Rollesbroich (2010). Hermanns lobte deren Engagement und bezeichnete sie als positive Botschafter der Gemeinde weit über die gemeindlichen Grenzen hinaus.

Als Simmeraths Bürgermeister mit der Vita der neuen Preisträgerin begann, ahnten schon einige, um wen es sich da handelte. Nachdem dann Maria Breuer aus Rollesbroich die Bühne betrat, brandete spontaner Beifall auf; man erhob sich von den Plätzen. In seiner Laudatio ließ Hermanns in emotionalen Worten nochmals das große Engagement der neuen Preisträgerin mit ihren „unzähligen Kindern“ als Pflegemutter seit über 45 Jahren Revue passieren.

Bereits 1971 hatte sich Maria Breuer mit ihrem Ehemann Walter entschieden, Pflegekinder in die Familie aufzunehmen. Neben den beiden leiblichen Kindern wuchsen sieben Pflegekinder von klein an in der Familie auf und blieben dort auch bis zum Erwachsenwerden. Oftmals mussten sich die Pflegeeltern sorgen, ob die ihnen anvertrauten Kinder in ihrer Obhut bleiben durften. Hermanns: „Aber die Kinder haben sich immer wieder für ihre Mama Nina entschieden. Ihre Tätigkeit ist kein Beruf, das ist eine Berufung.“

Alle Kinder der Breuers absolvierten eine Berufsausbildung und machten den Führerschein. Sie genossen laut Hermanns eine christlich geprägte Erziehung mit liebevoller und herzlicher Zuwendung. Bei ihrer positiven Entwicklung hätten Herkunft, Nationalität oder Hautfarbe nie eine Rolle gespielt. Daneben pflegte Maria Breuer sechs Jahre lang ihre pflegebedürftige Mutter.

Rührende Szene

„Meinen Bürgermeister-Ehrenpreis“, so Hermanns, „verleihe ich stellvertretend auch für alle anderen Pflegemütter und Pflegefamilien, die Pflegekinder aufnehmen“. Und zu den Breuers gewandt hielt Simmeraths Bürgermeister am Ende fest: „Mir ist keine Pflegefamilie bekannt, die über einen so langen Zeitraum eine so große Anzahl von Pflegekindern mit dergestalt vielfältigen Beschwernissen betreut hat.“

Am Ende gab es dann eine rührende Szene, als Bürgermeister Hermanns zur neuen Preisträgerin Kinder und Pflegekinder der Familie Breuer auf die Bühne bat. Die Gäste im Saal erhoben sich von ihren Plätzen und spendeten langanhaltenden Applaus.

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