Edeka-Markt wird abgerissen und neu gebaut

Von: Andreas Gabbert
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Projektentwickler Egon Schreck (links) mit dem neuen Mietvertrag und Bauamtsleiter Dirk Meyer mit dem Bebauungsplan in der Hand: Sie stellten das Vorhaben am Freitag vor. Foto: A. Gabbert

Roetgen. Der Edeka-Markt in Roetgen schließt und wird neu gebaut. Der Eigentümer des Gebäudes und ein neuer selbstständiger Kaufmann wollen sechs Millionen Euro in den Neubau investieren. Am Samstag ist der vorerst letzte Verkaufstag. Viele Regale sind bereits leer.

Jedes Jahr werde das Flachdach des Gebäudes an der Rosentalstraße vor dem Winter überprüft, erklärte Projektentwickler Egon Schreck, der auch bei der Ansiedlung des Aldi- und des DM-Marktes involviert war, am Freitag bei einem Pressetermin vor Ort.

Bei der Überprüfung sei festgestellt worden, dass umfangreiche Reparaturen nötig sind und das Dach komplett erneuert werden müsse. „Dafür hätte der Laden einige Monate schließen müssen, also haben wir uns mit Edeka und dem Besitzer des Gebäudes zusammengesetzt und beschlossen, das Gebäude teilweise abzureißen, neu zu bauen und zu vergrößern“, sagte Schreck. Die Edeka-Geschäftsleitung habe vor drei Wochen einen Mietvertrag mit einer Dauer von 15 Jahren und mit Optionen für eine Laufzeit von insgesamt 30 Jahren unterzeichnet, erklärte Schreck.

Dieser neue Vertrag sei in seinen Augen auch ein Beleg dafür, dass das Geschäft an diesem Standort funktioniere. Ein Gutachter hatte im Rahmen der Planung für das Geschäftszentrum Vennhof an der Bundesstraße prognostiziert, dass der Edeka-Markt innerhalb weniger Jahre schließen würde. „An diesem Standort werden seit 29 Jahren Lebensmittel verkauft.

Das soll möglichst auch in den nächsten 30 Jahren so bleiben“, sagte Schreck. Es gebe bereits auch Anfragen, ob weitere Ansiedlungen an diesem Standort möglich sind. Dies werde jetzt geprüft und mit Edeka und den vorhandenen Mietern abgestimmt. Eine in dem Gebäude untergebrachte Zahnarztpraxis bliebe auch weiterhin geöffnet, sagte Schreck.

Nach Auskunft des Projektentwicklers wollen der Eigentümer des Gebäudes und ein neuer selbstständiger Kaufmann rund 6 Millionen Euro in den Neubau investieren. Der Bauantrag und die Abrissgenehmigung sollen gleichzeitig gestellt werden. Die Verkaufsfläche soll von rund 1000 auf 1850 Quadratmeter erweitert werden. Erweitert werden soll auch das Grundstück und anschließend dann Platz für 100 bis 120 Parkplätze bieten.

Der Leiter des Bauamtes der Gemeinde Roetgen, Dirk Meyer, zeigte sich froh, „dass Edeka in Roetgen bleibt“. „Ein Vollsortimenter gehört in die Mitte des Ortes. Hier geht nichts den Bach runter und hier passiert auch nichts Dubioses. Das ist eine sehr positive Entwicklung für Roetgen, auf die wir schon lange gewartet haben“, betonte Meyer. Eine „Durststrecke“ werde es zweifellos geben. „Danach wird es sehr gut weitergehen“, ist sich Meyer sicher.

Der Abriss ist für den Beginn des nächsten Jahres geplant. Die Bauarbeiten sollen circa ein Jahr dauern. „Das Ziel ist vor Weihnachten 2016 fertig zu sein“, sagte Schreck.

Bislang war Gerd-Michael Peters als selbstständiger Kaufmann für den Edeka-Markt in Roetgen verantwortlich. „Ich habe für mich beschlossen, diese Investition nicht mehr zu tätigen. Da bin ich zu alt für. Langfristig würde das mit den Plänen für den Ruhestand kollidieren“, erklärte der 57-Jährige. Gerne hätte er weitergemacht, „wenn das hier in der Form Bestand gehabt hätte“. Von den neuen Plänen habe er erst vor zwei Wochen erfahren und am Montag darauf gleich seine Mitarbeiter informiert, sagt Peters.

Mit Teilzeitkräften und Aushilfen sind rund 25 Mitarbeiter in dem Edeka-Markt beschäftigt, sie werden jetzt fristgerecht gekündigt. „Das ist schon ein Tiefschlag. Das ist hier mehr oder weniger eine große Familie gewesen. Da stehen Existenzen auf dem Spiel“, sagt Peters. Er will jetzt „erstmal den Laden abwickeln“. Was er danach macht, weiß er noch nicht. Seinen Kunden dankt er für die langjährige Treue.

Bei den Mitarbeitern ist die Stimmung schlecht. „Das ist traurig, dass wir Mitarbeiter so kurzfristig erfahren, dass wir uns einen neuen Job suchen müssen“, sagt Marktleiter Norbert Raspe sichtlich bewegt. Viele Stammkunden hätten sich schon mit Tränen in den Augen verabschiedet. Mit den Tränen hat auch Mitarbeiterin Michaela Sorge zu kämpfen. „Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Für viele von uns ist das eine riesige Katastrophe“, sagt sie.

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