„Economy meets Art”: Damit Künstler nicht im Nichts versinken

Von: Lars Odenkirchen
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Der Euro rollt - zumindest bei Gerhard Richter: Schon seit Jahren verkaufen sich die Werke des deutschen Künstlers bestens. In der Städteregion soll jetzt ein Netzwerk entstehen, damit Künstler zumindest einen besseren Zugang zum Markt entwickeln können. Foto: ddp

Aachen. Vom „Land der Hinterwäldler” zur angesagten Region: Der Imagewandel, den die Eifel in den vergangenen Jahren geschafft hat, ist beachtlich. Nicht zuletzt haben dabei Kunst und Kultur vom Eifelkrimi bis zum Literaturfestival eine entscheidende Rolle gespielt und die Eifel so als Touristenregion wirtschaftlich gestärkt.

Das meint zumindest die Kulturreferentin der Städteregion, Dr. Nina Mika-Helfmeier. Kunst und Wirtschaft also nicht als Parallelwelten, sondern als sich ergänzende Partner sehen: Das ist die Idee, die hinter dem neuen Projekt „Economy meets Art” (EMA) der Städteregion steckt und die in den kommenden drei Jahren weiter vorangetrieben werden soll.

Die Zusammenarbeit von Künstlern und Unternehmern soll dabei für beide Seiten Vorteile bringen: Während die Unternehmer von der Kunst als Standortfaktor, Tourismusmagnet und Wachstumsbranche profitieren, soll das Projekt den Künstlerinnen und Künstlern die wirtschaftliche Basis liefern, um ihre Berufung zum Beruf machen zu können.

Damit dies gelingen kann, arbeitet die Städteregion mit dem Kunst- und Kulturzentrum (KuK) in Monschau, mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Städteregion sowie mit dem Frauenkulturbüro NRW aus Krefeld zusammen.

Für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit haben die Planer außerdem das IKOB, Museum für zeitgenössische Kunst in Eupen, mit ins Boot holen können.

Gute Resonanz hat das Projekt schon jetzt bei Unternehmen in der Region gefunden, die sich bei verschiedenen Aktionen beteiligen möchten. Wie Dr. Nina Mika-Helfmeier weiß, müssen bei den Künstlern aber auch gewisse Vorbehalte abgebaut werden, um sie für das Projekt zu begeistern.

„Viele bildende Künstler sehen es nicht gerne, wenn ihre Werke mit Kommerz in Verbindung gebracht werden.” Dennoch: Der Broterwerb ist auch für sie ein wichtiges Thema, und so startet das „EMA”-Projekt in diesem Jahr gleich mit insgesamt 15 Seminaren und Workshops, die die betriebswirtschaftlichen Aspekte des Kunstschaffens beleuchten sollen.

Im November soll zudem der „EMA”-Preis für die erfolgreiche Partnerschaft zwischen einer Künstlerin und einem Unternehmen sowie einem Künstler und einem Unternehmen verliehen werden, der mit 10.000 Euro dotiert ist.

Damit ist das Ideen-Repertoire der Projektgestalter aber noch nicht erschöpft: Durch die Kooperation mit Unternehmen sollen neue, vielleicht auch unkonventionelle Ausstellungsräume für die Künstler geschaffen werden, im kommenden Jahr sollen zudem „Multiplikatoren” ausgebildet werden - also Startercenter, Kammern und Wirtschaftsförderer, die mit den speziellen Bedürfnissen der Kunstschaffenden vertraut gemacht werden sollen.

Auch Ursula Theißen vom Frauenkulturbüro hofft, dass so mehr Künstlern der Start in eine erfolgreiche Karriere erleichtert werden kann: „Das ist sehr wichtig, weil bisher viele gut ausgebildete Künstlerinnen und Künstler im Nichts verschwinden, weil sie nicht vorbereitet sind, sich auf dem Markt zu präsentieren.”
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