Eicherscheid - „E-ifel mobil“: Dorfauto legt 7000 Kilometer zurück

„E-ifel mobil“: Dorfauto legt 7000 Kilometer zurück

Von: ani
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Bei der Abschlussveranstaltung zum Leader-Projekt „E-ifel mobil“ in der Eicherscheider Tenne teilte auch Günter Scheidt seine Erfahrungen mit dem Elektroauto während der Testphase im Golddorf mit. Insgesamt acht Monate lang parkte das Dorfauto (hier bei Projektbeginn) vor dem Konsum. Foto: Hoffmann/Archiv
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Bei der Abschlussveranstaltung zum Leader-Projekt „E-ifel mobil“ in der Eicherscheider Tenne teilte auch Günter Scheidt seine Erfahrungen mit dem Elektroauto während der Testphase im Golddorf mit. Insgesamt acht Monate lang parkte das Dorfauto (hier bei Projektbeginn) vor dem Foto: Hoffmann/Archiv

Eicherscheid. Als Mobilitätsalternative wurde im Leader-Projekt „E-ifel mobil“ die gemeinschaftliche Fahrzeugnutzung in fünf Eifeldörfern in den Kreisen Düren und Euskirchen sowie der Städteregion Aachen (Eicherscheid) erprobt. Als innovativ kann man das Projekt auch deshalb bezeichnen, weil ausschließlich vier- und zweirädrige Elektrofahrzeuge (Elektro-Autos und Pedelecs) in den Dörfern eingesetzt wurden.

Am Mittwochabend wurde ein Fazit zum Projekt mit den umweltfreundlichen Fahrzeugen „ohne Schnur“ gezogen, wozu sich in der Eicherscheider Tenne rund 50 Vertreter der beteiligten Kommunen eingefunden hatten.

Anregung für andere Dörfer

Wie Leader-Regionalmanager Alexander Sobotta und Projektmanagerin Simone Handwerk erläuterten, sollten die vorgestellten Ergebnisse auch Anregung und Hilfestellung für Dörfer sein, die sich mit der Idee eines Dorfautos, Car-Sharing oder anderen gemeinschaftlichen Mobilitätsangeboten befassen. Während der zweijährigen Projektlaufzeit wurden in den fünf Modelldörfern systematisch Organisationsmöglichkeiten für die geteilte Fahrzeugnutzung auf dem Land erprobt.

Neben Hürtgenwald-Gey, Blankenheim-Freilingen, Nideggen-Berg und der Bad Münstereifeler Dörfergemeinschaft „Am Thürne“ beteiligte sich auch Eicherscheid insgesamt acht Monate an dem Projekt.

Die Städteregion Aachen sowie die Kreise Düren und Euskirchen unterstützten die Maßnahmen in den Dörfern finanziell und mit Know-how. Daneben stellten die Stromversorger Energie Nordeifel GmbH (ene) und die Energie und Wasserversorgung GmbH (EWV) für die Pilotphasen Elektrofahrzeuge zur Verfügung, beim Regionalmanagement der Leader-Region Eifel lag die Projektleitung.

Durchweg positiv berichteten die Vertreter der beteiligten Dörfer bei der Abschlussveranstaltung in der Tenne über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse. Sie bekräftigten, dass Car-Sharing auch in der ländlichen Eifel möglich ist. Der im Vergleich mit dem städtischen Raum geringeren Nutzerdichte und den weiteren Erfahrungen müsse jedoch mit angepassten Lösungen begegnet werden. Hierbei liege der Schlüssel klar in bürgerschaftlich getragenen Initiativen und einer verantwortlichen ehrenamtlichen Organisation vor Ort.

Dabei zeigte Hürtgenwald-Gey einen nachahmenswerten Weg auf. Nach der kostenlosen Testphase hatte sich ein Nutzerstamm gebildet, der auch den langfristigen Betrieb durch Entgelte gewährleistet. Dank Sponsoren reichten die Mittel dort sogar für die Anschaffung eines Elektroautos.

Aus Eicherscheid berichtete Ortsvorsteher Günter Scheidt, dass man für das vom EWV zur Verfügung gestellte E-Auto während der achtmonatigen Nutzungsphase mit dem Dorfladen (Konsum), dem Autohaus Offermann und dem Ortskartell lokale Projektpartner gefunden habe. Dabei habe der Konsum als Standort und Ladestation als Dorfauto-Zentrale fungiert.

Die Buchung des Mobils sei überwiegend telefonisch oder online erfolgt. Immerhin stolze 7000 Kilometer wurde das umweltfreundliche Fahrzeug genutzt, wozu Günter Scheidt auch eigene Erfahrungen einbringen konnte. „Auch ich habe das Fahrzeug häufig in Anspruch genommen“, berichtete Scheidt im Zusammenhang mit positiven Fahrerlebnissen. Dass hierbei im bergigen Gelände der Eifel die „Kraftstoffanzeige“ des E-Mobils schneller als im Flachland sinkt, berichteten auch andere Nutzer.

Im Gegensatz zu den anderen Orten setzte man in Nideggen-Berg bei dem Projekt auf Zweiräder. Für die verschiedenen Pedelec-Modelle (Lastenrad, Mountain-Bike und Tourenrad) wurde im Endeffekt eine gute Auslastung bescheinigt.

Kein Patentrezept

In der Zusammenfassung des Leader-Projekts „E-ifel mobil“ wurde festgehalten, dass sich kein Patentrezept für ein Dorfauto ergibt. Alexander Sobotta hielt hierzu fest: „Entscheidend sind unter anderem engagierte Zugpferde, die in der Lage sind, weitere Nutzer zu gewinnen. Das Konzept muss gemeinsam mit den potenziellen Nutzern entwickelt werden, um dem lokalen Bedarf gerecht zu werden“.

Für interessierte Dörfer steht ab Mitte April eine Broschüre mit den wesentlichen Projektergebnissen als Download unter www.leader-eifel.de zur Verfügung.

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