Nordeifel - E-Carsharing: Die Dörfer für die Zukunft fit machen

E-Carsharing: Die Dörfer für die Zukunft fit machen

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Preisverleihung: Im bundesweiten Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ ist das Projekt „E-ifel mobil – E-Carsharing auf dem Land“ als einer von 100 Preisträgern geehrt worden. Foto: Naturpark

Nordeifel. Im bundesweiten Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ 2014 ist das Projekt „E-ifel mobil – E-Carsharing auf dem Land“ als einer von 100 Preisträgern geehrt worden. Zum Thema „Innovationen querfeldein – Ländliche Räume neu gedacht“ liefert das Projekt in der Kategorie Gesellschaft eine Antwort auf die Frage, wie Bürger auf dem Land ressourcenschonend mobil sein können.

Zur Arbeit, zum Einkaufen oder ins Kino – auf dem Land geht oft nichts ohne eigenes Auto. Mehr als die Hälfte aller Haushalte in der Eifel besitzt davon mindestens zwei. Grund genug für die Leader-Region Eifel, die Initiative „E-ifel mobil“ ins Leben zu rufen. In fünf Dörfern nutzen Bürger gemeinsam ein Elektroauto sowie Pedelecs. Während der Pilotphase stellen lokale Energieversorger sowie die Kreisverwaltung Düren die Fahrzeuge kostenlos zur Verfügung. Im Vordergrund steht der Erkenntnisgewinn zu Organisation und Betrieb von geteilter Fahrzeugnutzung auf dem Land.

Ein wesentliches Ergebnis bislang: Immer mehr Menschen in der Mittelgebirgsregion entdecken, dass sich E-Carsharing für Haushaltskasse und Umwelt lohnt. Der Schlüssel zum Erfolg liegt dabei im bürgerschaftlichen Engagement und der ausgeprägten Gemeinschaft auf dem Dorf. Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank zeichnen im Rahmen des Wettbewerbs gemeinsam Ideen und Projekte aus, die einen positiven Beitrag zur Gestaltung der ländlichen Räume und Regionen liefern und sie fit für die Zukunft machen.

Raimund Dietrich von der Deutschen Bank Bonn überreichte Regionalmanager Alexander Sobotta und Projektmitarbeiterin Simone Handwerk von der Leader-Region Eifel die Auszeichnung als „Ausgezeichneter Ort“ in Form einer von Bundespräsident Joachim Gauck unterzeichneten Urkunde. Er betonte: „Die Mobilität in ländlichen Räumen aufrecht zu erhalten ist eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft. ‚E-ifel mobil‘ zeigt uns, wie das erfolgreich gelingen kann: indem Bürger, Kommune und Wirtschaft gemeinsam an einem Strang ziehen. So funktionieren ‚Innovationen querfeldein‘.“

Der Vorsitzende der Leader-Region, Reinhold Müller, stellte heraus, dass der Mehrwert und der Erfolg des Projektes durch die Zusammenarbeit von Bürgern, Unternehmen und der Verwaltung bei gleichzeitig geringem Einsatz öffentlicher Mittel erreicht wurden. Er betonte, dass mit der Auszeichnung der große Kreis der beteiligten Projektpartner gewürdigt werde. Dazu gehörten die engagierten Bürger aus den Dörfern Eicherscheid, Hürtgenwald-Gey, Nideggen-Berg, Blankenheim-Freilingen und der Dörfergemeinschaft „Am Thürne“ in Bad Münstereifel sowie die Kreise Düren und Euskirchen, die Städteregion Aachen, die Energie Nordeifel GmbH und die EWV Energie- und Wasser-Versorgung GmbH.

Stellvertretend für die beteiligten Landkreise kommentierte Günter Rosenke, Landrat des Kreises Euskirchen, die Auszeichnung: „Wir sind sehr stolz, ein ‚Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen‘ zu sein und damit eine Lösung für die Herausforderungen der ländlichen Regionen aufzeigen zu können.“ Das Regionalmanagement der Leader-Region Eifel hatte das Projekt im Jahr 2012 angestoßen, um Lösungen für das sehr anspruchsvolle Carsharing auf dem Dorf zu entwickeln. Da sich kommerzielle Anbieter dort bislang nicht engagieren, sollten das ausgeprägte bürgerschaftliche Engagement und der Gemeinschaftssinn auch bei der Suche nach innovativen Ansätzen zur Mobilität Ansätze bieten. „Öffentliche und private Partner, welche sich im Rahmen ihrer Aktivitäten zu Daseinsvorsorge und Klimaschutz bereits mit innovativen Mobilitätslösungen befasst hatten, wurden mit aktiven und motivierten Dorfgemeinschaften zusammengebracht“, erläuterte Regionalmanager Alexander Sobotta.

Rezept ging auf

Das Rezept ging auf. In Hürtgenwald-Gey ist das erste Dorfauto auf dem Weg in eine tragfähige Zukunft. Erkenntnisse über Organisation und Betrieb werden zwischen den Dörfern, aber auch über die Region hinaus weiter gegeben. „Die Anerkennung als ‚Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen‘ unterstützt uns bei der Gewinnung weiterer Mitstreiter für innovative Projekte in der ländlichen Eifel“, so Alexander Sobotta. „Der Einfallsreichtum und die Leidenschaft der Menschen, mit denen sie Zukunft in unserem und für unser Land gestalten, verdienen eine Bühne, auf der sie wahrgenommen werden. Die ‚Ausgezeichneten Orte‘ bilden ein einmaliges Netzwerk an Innovationen aus Deutschland“, begründete Raimund Dietrich das langjährige Engagement der Deutschen Bank im Wettbewerb.

Aus 1000 Bewerbungen wählte die Expertenjury aus Wissenschaftlern, Wirtschaftsmanagern, Journalisten und Politikern gemeinsam mit einem sechsköpfigen Fachbeirat das Projekt „E-ifel mobil – E-Carsharing auf dem Land“ als Preisträger aus.

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