Dürr sucht Partner oder Käufer für die Reinigungssparte

Von: Heiner Schepp
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Seit 1972 ist der „Dürr“-Schriftzug im Imgenbroicher Gewerbegebiet zu finden. Im Falle eines Verkaufs könnte sich auch der Name der Niederlassung in der Eifel ändern. Foto: H. Schepp

Imgenbroich/Stuttgart. Rund 250 Mitarbeiter beschäftigt der Stuttgarter Anlagenbauer Dürr in seinem Werk in Imgenbroich. Für die meisten von ihnen überraschend, erging vergangene Woche kurzfristig die Einladung zu einer Betriebsvollversammlung.

Dürr-Vorstandschef Ralf Dieter und Konzernbetriebsratsvorsitzender Hayo Raich waren eigens aus dem Schwäbischen nach Lüttich gejettet, um auch den Eifeler Ecoclean-Mitarbeitern persönlich die neuesten Pläne des weltweit agierenden Anlagenbauers vorzustellen: Dürr sucht einen Partner oder Käufer für die Reinigungssparte Eco-clean, der Konzern will weitere notwendige Investitionen nicht mehr alleine stemmen. „Als Zielsetzung wird eine strategische Partnerschaft angestrebt, aber auch eine Minderheitsposition seitens Dürr bis hin zu einem Verkauf der Aktivitäten ist möglich“, hatte Dürr bereits vergangene Woche in einer Presseerklärung mitgeteilt.

Nach Verlustjahren 2012 und 2013 schrieb die Reinigungssparte 2014 erstmals wieder schwarze Zahlen. Man habe „den Geschäftsbereich in den vergangenen Jahren erfolgreich neu ausgerichtet und die Ergebniswende nachhaltig geschafft“, bewertet der Konzern einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro und eine Gewinnmarge von rund sechs Prozent im Jahr 2015. Der Gesamtkonzern liegt bei einem Gewinn von 7,1 Prozent, angestrebt werden acht bis zehn Prozent.

Die Reinigungs- und Oberflächenbearbeitungstechnik wachse, sei aber wegen einer Vielzahl kleiner lokaler Wettbewerber sehr zersplittert, heißt es. „Zur Marktbereinigung“ seien Investitionen nötig, begründete Dürr die Partner- beziehungsweise Käufersuche. Wird kein Partner gefunden, will Dürr die Sparte verkaufen.

Dürr Ecoclean stellt industrielle Reinigungsmaschinen her und ist mit rund 40 Prozent Weltmarktführer. Zwei Drittel des Umsatzes entfallen auf das Geschäft mit Autoherstellern und Zulieferern, der Rest auf die feinmechanische Industrie sowie Optik und Medizintechnik. Dürr bietet als einziger Hersteller Reinigungs- und Oberflächenbearbeitungstechnik weltweit an und sieht dafür gute Wachstumsperspektiven, vor allem in Asien und Nordamerika.

„Wir wurden sehr detailliert über das Vorhaben informiert. Ein neuer Partner oder auch ein Verkauf wurde dabei als Erfolgschance dargestellt“, beschreibt Peter Sommer, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender des Imgenbroicher Werks, die Betriebsversammlung. Man müsse nun abwarten, was die Partnersuche des Konzerns ergebe. Sommer: „Erst danach wird man sehen, ob sich für das Werk Imgenbroich etwas ändern wird.“

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