Imgenbroich - Druck-Imperium vertraut dem Printmarkt

Druck-Imperium vertraut dem Printmarkt

Von: P. St.
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Ganz offiziell, obwohl sie ihr
Ganz offiziell, obwohl sie ihre Feuertaufe längst bestanden hat, wurde in den Anwesenheit der Familie Weiss die neue 96 Seiten-Offset-Druckmaschine in Betrieb genommen.

Imgenbroich. Mit einem Spektakel aus Feuer und Musik trat der blaue Gigant hinter dem schwarzen Samt-Vorhang hervor und begann mit der Arbeit.

Rund 240 Gäste standen plötzlich mittendrin in der Druckstraße der 96-Seiten-Lithoman S, einer riesigen Offset-Druckmaschine, die 517 Tonnen schwer ist und im besten Fall eine Million DIN A 4-Seiten in einer Stunde drucken kann.

Beim Imgenbroicher Unternehmen Weiss Druck gab es am Donnerstag also in der Tat etwas Großes zu feiern. Zum neuen Printzentrum hin war der rote Teppich ausgelegt worden und mit der neuen technischen Errungenschaft mit einer Gesamt-Investition im zweistelligen Millionenbereich will das fast 140 Jahre alte Familienunternehmen in der vierten Generation auch ein Zeichen setzen, dass man weiterhin Vertrauen in den Printmarkt setzt - ein zukunftsweisender Schritt auch für etwa 520 Mitarbeiter des Druck-Imperiums in Monschau.

Firmenchef Georg Weiss sprach bei einer Feierstunde im neuen Printzentrum von der bisher größten Einzel-Investition in der Geschichte des Hauses Weiss. Damit verfolge man auch weiter konsequent die Firmen-Philosophie, in den Standort Deutschland zu investieren. Die neue Maschine bezeichnete er als „Fixstern in der deutschen Druckindustrie, denn in ganz Deutschland gibt es nur zwei Maschinen von dieser Größe.

Dem Weiss-Sohn Leonhard war es dann vorbehalten mit einem gezielten Knopfdruck, den Print-Giganten in Bewegung zu setzen. Bald waren die Gäste waren umgeben von der Druck-Aktivitäten, und passend zum Anlass wurde mit einem Tempo von 15 Metern pro Sekunde ein Zukunfts-Szenario für Monschau in gedruckter Form produziert.

Zuvor aber hatten die Gäste noch den Festrednern gelauscht, allen voran Segel-Legende Jochen Schümann, dem dreimaligen Olympia-Sieger und mehrfachen Gewinner des legendären Americas Cup. Schümann, der Vorzeige-Sportler, weiß auch was es bedeutet mit Druck umzugehen, und so spannte er elegant den Bogen zum Monschauer Druckhaus Weiss. Motivation und Teamarbeit seien in beiden Bereichen die Prinzipien des Handelns.

Ausführlich und authentisch erzählte Schümann über die Zusammenstellung eines 32-köpfigen Segel-Teams unter Schweizer Flagge, dem es nach vierjähriger Vorbereitungszeit und nach rund 140 -jähriger Vorherrschaft durch die Amerikaner gelang, erstmals den Americas Cup nach Europa zu holen. „Auch das Unternehmen Weiss steht vor einer riesigen Herausforderung”, meinte der Weltsegler des Jahres 1996.

Von einer „bahnbrechenden Investition” sprach Gerd Finkbeiner, der Vorstandvorsitzende des Druckmaschinenherstellers „manroland.” Er betonte die vertrauensvolle Kooperation mit dem Hause Weiss, und sah sie jetzige große Investition als Beweis für die Leistungsfähigkeit der Druck-Branche.

Mit interessanten Zahlen und Prognosen ließ Volker Nickel, der Sprecher des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft aufhorchen. Das traditionelle Verlagswesen und die gedruckten Medien seien trotz der Konkurrenz des Internets noch stabil am Markt vertreten. Selbst wenn es zwischen den Jahren 2000 und 2010 Rückgänge bei den Werbeeinnahmen um bis zu einem Drittel gegeben habe, sprach Nickel von einer „abstrakten Dominanz” des Internets. „Die Medien-Wirklichkeit sieht anders aus.”

Die Wirkung von online-Werbung sei weder transparent noch verifizierbar. Nickel sprach von einer „Verwirrung des Marktes; den tatsächlichen Marktanteil von online-Werbung schätzte er auf fünf Prozent ein. Das Zusammenleben von Print und Internet bezeichnete der Werbe-Experte als tragfähiges Zukunftsmodell, das sich gegenseitig stärken könne. Volker Nickel zeigte sich begeistert vom unternehmerischen Mut und Optimismus des Unternehmens Weiss und entließ seine Zuhörer mit der druckreifen Feststellung: „Am Print führt kein Weg vorbei.”
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