Widdau - Drei weitere Orte dürfen sich auf schnelles Internet freuen

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Drei weitere Orte dürfen sich auf schnelles Internet freuen

Von: hes
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Glasfaserkabel für Mützenich und Rohren, schnelleres Internet auch für Widdau: Dies freute bei der Vertragsunterzeichnung zwischen Stadt Monschau und Telekom auch die Ortsvorsteherinnen Waltraud Haake (Rohren/2. v. li.) und Jacqueline Huppertz (Mützenich/4. v. li.). Foto: H. Schepp

Widdau. Der Ort der feierlichen Unterzeichnung war mit Bedacht gewählt: „Hier wird vermutlich niemand schnelles Internet vermuten“, meinte Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter augenzwinkernd, als jetzt in der urgemütlichen Scheune der Familie Küpper in Widdau der Vertrag über die Breitbandversorgung von Widdau, Rohren und Mützenich besiegelt wurde.

Schließlich wurde in dem kleinen Dörfchen vor Jahren die einzige Telefonzelle abgebaut, ist Handy-Empfang hier im Tal pure Glückssache und surfen die Widdauer im Schneckentempo durch das World Wide Web.

Doch die datentechnische Rettung naht – für Widdau und auch für Rohren und Mützenich. „Ab Oktober 2016 können über 1000 Haushalte in diesen drei Ortslagen mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s (Megabit pro Sekunde) im Internet surfen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Telekom, die begleitend zur Vertragsunterzeichnung vorgelegt wurde. „Das Netz wird dann so leistungsstark sein, dass Telefonieren, Surfen und (Internet-)Fernsehen gleichzeitig möglich sind“, heißt es da weiter.

Der nun unterzeichnete Vertrag verpflichtet das Telekommunikationsunternehmen, innerhalb eines Jahres das Netz so auszubauen, dass 97 Prozent aller Haushalte in den betroffenen Ortslagen mit Leitungsgeschwindigkeiten von mindestens sechs Megabit ausgestattet werden können.

Wie das technisch vonstatten gehen wird, erläuterte Gerd Wolter, der für die Eifel zuständige Ausbau-Projektleiter des Bonner Unternehmens. „Die Telekom wird rund acht Kilometer Glasfaserkabel verlegen und acht Multifunktionsgehäuse aufstellen – sechs in Mützenich und zwei in Rohren“, so der DSL-Experte. Widdau werde dann über die bestehenden Telefonleitungen von Rohren aus versorgt, erläuterte Wolter, während seine Kollegin Ursula Schauf-Paschek, Projektmanagerin für den Infrastrukturvertrieb, versicherte: „Bis zu 16 Mbit sind aber auch noch in Widdau möglich.“

„Wir haben mit der Telekom einen starken Partner an unserer Seite“, lobte die Bürgermeisterin die bisherige Arbeit des Unternehmens. In Monschau, Kalterherberg und Höfen sei man glücklich über die schnellen Datenverbindungen, Imgenbroich und Konzen kämen Anfang 2016 sukzessive ans schnelle Netz, und mit Mützenich, Rohren und Widdau hätten auch die drei noch verbleibenden Ortslagen nun eine Perspektive, sagte Margareta Ritter.

Ihr Dank ging auch an den Fördergeber und an Björn Schmitz von der Strukturabteilung der Stadt, der „die wichtige Nähe zur Bezirksregierung gepflegt“ habe. Dadurch sei man sehr schnell nach Änderung der Förderrichtlinien in den Genuss der Förderung gekommen, sagte Ritter. Durch diese Änderung hätten sich die Vertragsgrundlagen und finanziellen Rahmendaten erheblich verändert, erläuterte Björn Schmitz. Mit der letzten Änderung der Förderrichtlinie habe sich auch die Höchstgrenze wesentlich erhöht: von 180.000 über 270.000 auf nunmehr 500.000 Euro, mit denen eine Ortslage nun gefördert werden könne.

„Auf dieser Grundlage wurden durch die Bezirksregierung Köln durch Bewilligungsbescheide neue und erheblich günstigere Bewilligungszeiträume vorgegeben“, so Schmitz. Im konkreten Fall entstehen für das Unternehmen, das den Zuschlag erhielt, sogenannte Wirtschaftlichkeitslücken von 396.950 Euro für Mützenich und 364.770 Euro für Rohren mit Widdau. Das Land schießt davon jeweils 90 Prozent zu, die restlichen zehn Prozent stehen für das laufende und kommende Jahr im Haushalt der Stadt: 39.695 Euro für Mützenich, 36.477 Euro für Rohren und Widdau.

Für diesen Fixpreis lässt die Telekom voraussichtlich im Frühjahr 2016 die Bagger rollen, „wenn es teurer wird, ist das unser Problem“, so Anja Oppermann, kommunale Ansprechpartnerin für den Breitbandausbau. Wenn auch in den neuen Ausbaugebieten keine Probleme mit Bahntrassen oder Autobahnen drohen, könne es doch „durchaus die ein oder andere Schwierigkeit geben, vor allem mit Blick auf die Topographie der Eifel“, sagte Gerd Wolter.

Was nun die Kunden in den drei Ortslagen tun können, um in den Genuss der neuen Infrastruktur zu kommen, erläuterte Ursula Schauf-Paschek: „Sie müssen aktiv werden, von alleine passiert da nichts“, empfahl sie, auf ein entsprechendes Schreiben der Telekom zu achten, das alle Haushalte bekommen, die beim Vertragsabschluss nicht ausdrücklich Informationen der Telekom untersagt haben. Informieren kann man sich auch im Internet unter www.telekom.de/schneller sowie im Vertrags-Shop der Telekom in Imgenbroich (Rainer Harth).

Nachdem die Tinte auf den gezeichneten Verträgen trocken war, gaben die Gastgeber den Gästen des Telefonriesen noch eine Hausaufgabe mit auf den Weg: Hier im Talkessel hätten Bewohner und Besucher absolut kein Mobilfunknetz. „Vielleicht lässt sich ja auch daran in absehbarer Zeit mal etwas ändern“, formulierte Rohrens Ortsvorsteherin Waltraud Haake gut zwei Monate vor Weihnachten einen frommen Wunsch.

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