Drei Kommunen, zwei Standorte, eine Schule

Von: Nadine Preller
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Simmerath. Große Ereignisse werfen bekanntlich ihre Schatten voraus. Das Ereignis in diesem Fall ist die Einführung einer Gemeinschaftsschule im Bereich Sekundarstufe I für die Kommunen Simmerath, Monschau und Roetgen.

Die Schatten: eindrucksvolle Zahlen und Daten, die eine Zusammenlegung fast schon unausweichlich machen. So lautet der Konsens auf der jüngsten Sondersitzung des Generationen-, Schul- und Sozialausschusses der Gemeinde Simmerath (GSA).

Die Zeit eilt

„Dieses Jahr wurden in Simmerath 100 Kinder geboren - eine schwierige Entwicklung”, so Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns mit Verweis auf die jetzt schon rückläufigen Schülerzahlen. Allein aus diesem Anlass müsse sich die Schullandschaft vor Ort zwangsläufig ändern. „Ich sehe aber auch keine mittel- bis langfristige Lösung darin, ausschließlich die Hauptschulen in Monschau und Simmerath zusammenlegen, dafür sind die Schülerzahlen zu gering.”

Die Gemeinschaftsschule als unausweichliche Lösung für die drei Kommunen? Wenn ja, dann eilt die Zeit. Laut Ministerium haben lediglich 50 Schulen in NRW die Möglichkeit, als Gemeinschaftsschule zu fungieren. Wer also zuerst den Antrag stellt, der mahlt zuerst. Und dieser muss bis zum 31. Dezember dieses Jahres raus, will man im kommenden Schuljahr bereits mit der neuen Schulform beginnen.

So befürchtet nicht nur Stephan Weber (UWG): „Wenn wir es nicht machen, kommen uns andere zuvor, dann ist der Zug abgefahren.”

Nichts desto trotz schlugen an diesem Abend für so manches Mitglied „zwei Herzen in einer Brust”, wie es Bernd Goffart (CDU) formulierte. Einerseits erfordern die Umstände schnelles Handeln, auf der anderen Seite wolle man Eltern, Lehrer und vor allen Dingen die Nachbarkommunen nicht vor den Kopf stoßen. Seitens der Lehrerschaft wurde aber genau dieses schnelle Handeln gefordert. Marianne Stiel, Schulleiterin der Grundschule Lammersdorf: „Ich habe heute noch einen Elternabend für die vierten Klassen. Was soll ich denen für eine Schulempfehlung geben? Wir brauchen langsam Fakten, feste Termine und Perspektiven.”

Die gab es: Am Ende der Sitzung lautete der einstimmige Beschluss der 16 Mitglieder, dass der GSA eine enge Zusammenarbeit der drei Kommunen zur Gründung einer Gemeinschaftsschule begrüße. „Die Einrichtung einer solchen Schulform nur für Simmerath sehe ich weder umsetzbar noch zielführend” so Hermanns. Eine zukunftsfähige Option sei laut GSA eine Schule mit zwei Standorten in Simmerath und Monschau. „Zudem ist es absolut wünschenswert, dass Roetgen mit im Boot ist.” Weiter wurde die Stadt Monschau als Kooperationspartner für die SekundarstufeII begrüßt.

Schnellstmöglich sollen nun Gespräche mit den Nachbarkommunen geführt werden, an die der GSA zudem appellierte, möglichst bald eine Willenserklärung für die Gemeinschaftsschule auszusprechen. So könne der Antrag im Idealfall noch dieses Jahr bei der Regierung eingehen.

Weiter hält der Ausschuss eine enge Einbeziehung der am Schulleben Beteiligten für zwingend notwendig. Hermanns: „Es ist ja Konsens, dass eine Schule ohne Elternzustimmung zu nichts führt. Aber wir müssen hier und heute ein politisches Signal geben.”

Zukünftig wolle man in Abstimmung mit den Nachbarkommunen erweiterte Elterninformationen sowie -befragungen durchführen, und „das nicht nur in den Klassen eins bis vier, sondern auch schon bei Eltern von Kindern ab vier Jahren”, wie Günter Scheidt (CDU) betonte. Zudem sollen auf Antrag der SPD unter Einbeziehung der Städteregion und der Förderschule Eicherscheid frühzeitig Punkte der Integration sowie Inklusion in die Entscheidung einfließen. Der Antrag der Grünen, ein professionelles Büro einzubeziehen, das die Rolle eines Moderationspartners übernimmt, wurde mit elf Gegenstimmen und einer Enthaltung abgelehnt.
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