Drei Hektar im Brückborn-Venn bei Konzen von Fichten befreit

Von: P. St.
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Mit Hilfe eines Seilzug-Krans werden Fichten im Brückborn-Venn bei Konzen entfernt. Bernhard Theißen von der Biologischen Station der Städteregion Aachen begleitet die Maßnahme im Rahmen der EU-Lifeprojektes Rur-Kall. Foto: P. Stollenwerk

Konzen. Das Brückborn-Venn bei Konzen, gelegen links unterhalb der Blumgasse in Richtung Simmerath, gehört den weniger bekannten Venngebieten in der Eifel, aber vom ökologischen Wert her ist es nicht zu unterschätzen. Der größte Teil der weitläufigen Senke aber wird von Fichten dominiert, die der Artenvielfalt keine Chance lassen.

Dieses Bild wird sich nun in nächsten beiden Wochen massiv ändern.

Auf einer Fläche von 2,8 Hektar werden hier die rund 50- bis 60-jährigen Fichtenbestände entfernt. Nach Abschluss der Maßnahme wird der Blick dann ungestört über die offene Landschaft von Gisges Harth bis hinüber ins Hoscheider Venn möglich sein.

Aktiv geworden im Brückborn-Venn ist die Biologische Station der Städteregion Aachen, unter deren Regie der Nadelholz-Bestand schonend entfernt wird. Mit Hilfe eines Seilkrans werden die gefällten Fichten sanft und bodenschonend komplett auf einen Holzlagerplatz transportiert, wo sie dann weiter bearbeitet werden. Die Seilkran-Technik verhindert, dass man mit schweren Gerät ins tiefe Gelände vordringen muss und der Bodenstruktur Schaden zufügt. Ein Unternehmer aus Rollesbroich hat sich auf diese Form der Renaturierung spezialisiert.

Das Gelände befindet sich zu rund 90 Prozent im Besitz der NRW-Stiftung, die hier bereits erstmalig vor gut zehn Jahren im Rahmen des Projektes Heide-Moore im Einsatz war und die ersten Fichtenbestände entfernte. Eine typische Vennlandschaft hat sich in diesem Bereich wieder neu entwickelt, die nun durch die neuerliche Maßnahme ihre konsequente Fortsetzung finden soll.

„Wir entnehmen die Fichten aus einem Bereich, wo sie ohnehin keine Zukunft mehr haben“, sagt Bernhard Theißen von der Biologischen Station.

Die Maßnahme ist ein Teil des von der EU finanzierten Lifeprojektes Rur-Kall. Wenn die Fichten verschwunden sind, dann entsteht im Brückborn-Venn ein venntypischer Moorbirkenwald. Anschließend soll die Entwicklung der Landschaft ohne weitere Eingriffe des Menschen erfolgen. „Wir werden die Fläche aber anfangs noch beobachten, um eine Fichten-Naturverjüngung zu verhindern“, sagt Theißen. Eine an das Gebiet angrenzende Fläche, die ebenfalls von Fichten bestanden ist, gehört dem Wasserversorgungszweckverband Perlenbach, der aber dem Wunsch der Biologischen Station zustimmte, auch diese Bestände zu entfernen, damit ein einheitliches Bild entsteht.

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