Dreiborn - „Downhill Schlauchbootrennen 2016“: Olympia trifft Volksfest

„Downhill Schlauchbootrennen 2016“: Olympia trifft Volksfest

Von: Gudrun Klinkhammer
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Das Team „Event 52“ aus Monschau machte auf dem Löschteich eine ausgezeichnete Figur. Foto: Gudrun Klinkhammer
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Eine rund 120 Meter lange Piste galt es, mit dem Schlauchboot hinunter zu fahren. Foto: Gudrun Klinkhammer

Dreiborn. „Der Geschwindigkeitssieg ist hier am Löschteich nicht mehr unser erstes Ziel“, sagte Christian Wischrath vom Team „Super Mario Downhill 1“. Wischrath weiter: „Wir legen es im verflixten siebten Jahr ganz bewusst auf den Kostümpreis an.“ Gemeinsam mit Freunden war der 32-Jährige am Samstag von Simmerath-Eicherscheid nach Schleiden-Dreiborn gereist.

Dort ging zum achten Mal eine völlig abgefahrene Veranstaltung über die Bühne: Das „Downhill Schlauchbootrennen 2016“. Sechs Mal waren die Eicherscheider bereits dabei, vor einigen Jahren hatten sie gleich drei Mal hintereinander den Kostümpreis abgeräumt. Das wollten sie nun wieder schaffen. Als Skelett, Fliegenpilz und Dino verkleidet stiegen sie ins Boot. Und siehe da: Nach einem langen Tag durften sie sich erneut über den Kostümpreis freuen.

Für diese Riesensause, ein Zwischending von Olympia, Beachparty und Volksfest, zimmern die Mitglieder des Junggesellenverein (JGV) Dreiborn in tagelanger Vorarbeit eine rund 120 Meter lange und vor allem steile Wasserpiste am Löschteich zwischen Dreiborn und Berescheid zusammen. Das exakte Gefälle wurde noch nie genau vermessen. Zwei Feuerwehrpumpen sorgen dafür, dass das Wasser permanent aus dem trüben Tümpel hinauf an die Startrampe bugsiert wird und von dort aus als Gleitmittel für die Boote die Rampe wieder hinunterfließt.

Vor gut zehn Jahren kamen die Dreiborner auf die bisher ziemlich einmalige Idee. Marwin Werner, Schriftführer und Sprecher des JGV, erinnert sich: „Wir überlegten damals, was wir als Verein veranstalten könnten. Zunächst dachten wir an ein Möbelrennen.“ In Möbelstücken, die auf Rollen geschraubt werden sollten, sollte es einen Hügel hinunter gehen. Doch die Idee wurde umgewandelt und plötzlich gab es das erste „Downhill Schlauchbootrennen“ weit und breit.

79 Teams aus dem ganzen Land, sogar aus Bremen und Frankfurt, zu je drei Leuten plus Ersatzfahrer gingen in diesem Jahr an den Start. Knapp 1000 Gäste tummelten sich den ganzen Tag über am Löschteich. Ein Lauf jagte den anderen, große Pausen gab es nicht.

„Das Wetter ist heute so super schön, dass die Leute sogar ganz freiwillig in unsere Pfütze hüpfen“, freute sich Jochen Wiesen. Gemeinsam mit Carlo Dederichs moderierte er das Rennen. Während Wiesen das Ziel im Auge behielt, stand Dederichs am Startblock.

Die Regel: Wenn gewünscht bunt verkleidet rutschen die Teilnehmer in einem Schlauchboot mit durchschnittlich 30 Kilometer pro Stunde die nasse Piste hinab. Die Boote stellt der JGV Dreiborn. Im Teich angekommen heißt es dann: Kontakt zum Boot behalten und so schnell wie möglich auf den roten Knopf am Zielsteg hauen. Eine der schnellsten Zeiten, die bisher gemessen wurde, waren 12,21 Sekunden.

Wie ein flacher Stein, der über das Wasser hüpft, landete die damalige Crew maßgeschneidert, selbst völlig verblüfft und noch trockenen Fußes im Boot sitzend, genau vor dem roten Zielknopf. Mit 16 Sekunden lagen die Boote diesmal gegen Nachmittag auch schon ganz gut in der Zeit.

Zu den Vorbereitungen der Crew aus Eicherscheid, bestehend aus Freunden, die sich bereits aus Schultagen kennen, sagte Christian Wischrath mit zwinkerndem Auge: „Das Trainingslager war wieder intensiv. Die konditionelle Arbeit ging vor.“ Natürlich, scherzte er weiter, habe man auch eine Taktikschulung absolviert und sich derart auf die entsprechende Bootsklasse bestens vorbereitet.

In der Badewanne, selbstverständlich gefüllt mit kaltem Wasser, habe man beispielsweise die Sitzhaltung optimiert. Auch Ideen für Kostüme seien gewissenhaft und eben wieder äußerst erfolgreich geprüft worden.

Weitere Mannschaften, die aus dem Monschau-Simmerather-Raum beim achten „Downhill Schlauchbootrennen“ mitmachten, waren der „Junggesellenabschied (JGA) Georg 1“, „JGA Georg 2“ sowie das „Hangover 96 Racing Team“, alle aus Kalterherberg, dann „Event 52“ und „TPK Süffer“, beide aus Monschau, weiter das „Team Restalkohol“ aus Lammersdorf, die „Tierfreunde Katzenbroich“ und „#Haihappen“, beide aus Höfen sowie die Teams „BGE 1 bis 3“ aus Simmerath.

Was die Freude zwischenzeitlich trübte: Eine Teilnehmerin verletzte sich derart schwer, dass sie sich sofort in ärztliche Behandlung begeben musste.

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