Dosenbier und Spiele: Das Studentenvolk feiert

Von: Stefan Herrmann
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Einkaufswagen-Notstand in der Stadt: Auch die Rallye-Gruppe 34 des Fachbereichs Maschinenbau hatte sich eine praktische Proviant-Karre für den Aufgabenmarathon am Dienstag ausgeliehen. Foto: Stefan Herrmann

Aachen. Haben Sie schon einmal versucht, einen vollbepackten Einkaufswagen übers Aachener Kopfsteinpflaster zu schieben? Oder sind Sie zum Kleiderketten-Spiel bei sieben Grad Außentemperatur nur in Boxershorts über die Institutswiese gehüpft? Nein? Dann gehören sie sicher nicht zu den 5000 Erstsemestern, die derzeit ihr Studium an der RWTH beginnen.

Der Dienstag ist traditionell Rallye-Tag für die Uni-Frischlinge. Und so pilgerten am Dienstag wieder Scharen von Elite-Studenten durch die Innenstadt. Ihre Mission: Die neue Heimat auf Zeit besser kennen zu lernen. „Sightseeing ist aber ehrlich gesagt eher eine Nebensache”, gibt Sören Bosse zu. „Der Spaß steht im Vordergrund. Die Leute sollen sich vor allem untereinander kennenlernen”, erklärt der Student im dritten Semester und Tutor einer knapp 20-köpfigen Maschinenbau-Gruppe, die am Mittag am Super C den vierstündigen Rallye-Parcours startete.

Und während er mit seinen Kommilitonen zischend sein erstes pfandfreies Dosenbier (Aachen ist ja glücklicherweise Grenzstadt) öffnete, setzten gleich nebenan Polizeihauptkommissar Walter Stelzen und seine Kollegen die „Erstis” samt Rauschbrille aufs Rad. Alkohol im Blut, die simulierende Brille „on top” auf der Nase. Bier und Spiele: Das Stundenvolk feiert. Verkehrssicherheitsberater Stelzen nimmt´s mit Humor: Ein wenig auf die Gefahren des Alkohols im Straßenverkehr hinweisen hier, ein Abstempeln für die bestandene Prüfung da. „Am Rallye-Tag herrscht in Aachen eine richtige Jahrmarktsatmosphäre”, findet Stelzen das bunte Treiben durchaus unterhaltsam.

Andere Passanten blicken dann doch schon mal befremdlich drein, wenn grölende Studenten über den Markt ziehen. Trotzdem bat RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg im Vorfeld um Verständnis dafür, dass während der „RWTH-Ersti-Rallye” ein wenig mehr Alarm in Aachen herrscht als im Alltag. Von 10 bis 17 Uhr jagten unzählige Gruppen zu insgesamt 100 Stationen, die von den Fachschaften und der Polizei betreut wurden.

Ein kühles Pils schmeckt immer

Da ging´s vom Lebendkicker zur kulinarischen Mehlprobe, vom Rätsel im Bafög-Amt zum Lieder-Gurgeln an der Wüllnerstraße. Es darf gerne ein bisschen albern sein. Und dass ein kühles Pils auch tagsüber schmeckt, wissen schließlich nicht nur die Karnevalisten.

Die Ersti-Gruppe von Björn Bosse und seinem Tutor-Kollegen Ruben Conrad hat sichtlich Spaß am lockeren Einstieg ins bald lern- und klausurintensive Studentenleben. „Eine super Gelegenheit, die Stadt, aber auch neue Leute kennen zu lernen”, loben fast alle. „Den Einkaufswagen bringen wir natürlich zurück”, fügt „Boss” Bosse hinzu. „Und die Dosen, die entsorgen wir ebenfalls fachgerecht.”

Zuvor sind aber noch zwei Paletten Bier zu stemmen. Dazu warten weitere Aufgaben des siebenseitigen Rallye-Bogens auf die Maschinenbau-Studenten. Eine Gewinner-Gruppe wird abends auf der Maschi-Party im Kármán-Auditorium auch gekürt. Der Preis? „Keine Ahnung”, sagt Tutor Conrad. „Ich war vor einem Jahr nicht unter den Gewinnern.” Andere Sachen stehen an diesem Tag im Mittelpunkt. Bierkästen stapeln zum Beispiel. Oder Bullenreiten. Die Uni kann beginnen.
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