Eicherscheid - Dorfladen in Rollesbroich: Schließung ist beschlossene Sache

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Dorfladen in Rollesbroich: Schließung ist beschlossene Sache

Von: P. St.
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Schon seit längerem nicht mehr wirtschaftlich zu führen: Für den Dorfladen in Rollesbroich sieht die Konsumgenossenschaft Eicherscheid keine Zukunft mehr. Das Geschäft wird am kommenden Sonntag, 2. November, letztmalig öffnen. In einem Schreiben, das an der Eingangstür hängt, bedauert die genossenschaft die Schließung und bedankt sich bei den Kunden für deren Treue. Foto: H. Schepp

Eicherscheid. Nach zähem Ringen ist die Entscheidung gefallen: Die Konsumgenossenschaft Eicherscheid wird ihr Geschäft in Rollesbroich am 2. November 2014 schließen. Dies erklärte jetzt der Vorstand der Genossenschaft.

„Die Wirtschaftlichkeit dieses Geschäftes ist seit Längerem nicht mehr gegeben. Dies zeigt auch das aktuelle, schlechte Halbjahresergebnis“ lässt Vorstand Hermann Gostek wissen. Da auch in Zukunft keine Verbesserung zu erwarten sei und im nächsten Jahr auch noch wesentlich höhere Kosten auf das Geschäft zu kommen würden, „haben der Vorstand und der Aufsichtsrat der Genossenschaft die Schließung des Geschäftes beschlossen“.

Seitens der Genossenschaft wird diese Entwicklung bedauert, da man im Jahre 2008 in Rollesbroich das Lebensmittelgeschäft an der Dürener Straße wiedereröffnet habe, „um hier langfristig die Nahversorgung im Ort sicherzustellen“.

Nun bleibt der Genossenschaft nur noch, sich „bei allen Kunden aus Rollesbroich für ihre Einkäufe zu bedanken und bei allen, die sich für den Aufbau und die Erhaltung des Geschäftes eingesetzt haben“.

Seit Jahren Verluste

Schon vor einigen Wochen hatte sich angedeutet, dass das letzte Stündlein für den Konsum in Rollesbroich geschlagen hat, denn seit Jahren bereits bewegte sich der Laden an der Dürener Straße mit jeweils rund 5000 Euro Minus in der Verlustzone. Vor dem Hintergrund, dass im neuen Jahr das neue Mindestlohngesetz gilt, rechnet der Vorstand sogar mit einer jährlichen Unterdeckung von etwa 10 000 Euro.

Damals hatte Hermann Gostek erklärt, dass der Vorstand seiner Verpflichtung nachkommen müsse, Schaden von der Genossenschaft abzuwenden.

Aber auch noch einen anderen Punkt, der es dem Laden schwer macht zu überleben, hatte er angesprochen: „In Rollesbroich fehlt die Begeisterung, denn ein kleiner Laden im Ort lebt vor allem von der Solidarität der Dorfgemeinschaft.“

Zu den Zeitungsberichten der letzten Wochen über das Geschäft in Rollesbroich und den in diesem Zusammenhang erfolgten Äußerungen des ehemaligen Aufsichtsratsmitgliedes Marc Topp möchte der Aufsichtsrat der Genossenschaft klarstellen, „dass es sich bei den von Marc Topp angesprochen Differenzen zwischen Aufsichtsrat und dem Vorstand der Genossenschaft um eine persönliche Sichtweise handelt und nicht die Meinung des Aufsichtsrates wiedergibt“.

Der Rollesbroicher Ortsvorsteher Marc Topp hatte scharfe Kritik an der Informationspolitik des Vorstandes geübt, eine „konstruktive Zusammenarbeit“ und Initiativen zur Belebung des Ladens vermisst.

In seiner Erklärung sieht der Vorstand allerdings „weiterhin eine offene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Vorstand als gegeben“. Man bedauere das Ausscheiden von Marc Topp „zu einem Zeitpunkt, an dem das Geschäft in Rollesbroich geschlossen wird und sich die Genossenschaft in einer schwierigen Situation befindet“. Die Interessen der Rollesbroicher Mitglieder würden aber weiterhin von dem Rollesbroicher Mitglied Klaus Völl im Aufsichtsrat vertreten.

Laden wieder aufleben lassen

Abschließend heißt es: „lm Interesse des Ortes hoffen wir, dass der von Marc Topp angeregte Arbeitskreis eine tragfähige Lösung für einen Rollesbroicher Dorfladen findet.“ Auf eine solche Lösung hofft nun Marc Topp, der mit „einer Handvoll“ Mistreitern nach Strukturen sucht, um auf andere Weise den Laden wieder aufleben zu lassen. Marc Topp am Montag: „Jede Idee ist willkommen.“

So sollen beispielsweise Kontakte mit dem Handelskonzern Rewe geknüpft werden. Die Unternehmensgruppe bietet Unterstützung beim Aufbau von kleinen, selbstständig agierenden Läden an. Topp: „Wichtig ist, dass die Menschen in Rollesbroich den Laden wollen.“ Wenn das der Fall sei, „gibt es Licht am Ende des Tunnels“.

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