Dokumente zeigen: Im Monschauer Karneval ging es einst hoch her

Von: Karl-Heinz Hoffmann
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Eifeler Karnevalisten um das Jahr 1930. Das Bild aus dem Archiv von H. Jürgen Siebertz zeigt vor allem die Einfachheit der damaligen Kostüme, in denen man offensichtlich auch zu dieser Zeit prächtig den Karneval feiern konnte. Foto: Karl-Heinz Hoffmann
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Ein mit Girlanden geschmückter Karnevalswagen und Jecke in Märchenkostümen zogen 1937 durch Monschaus Straßen. Das „Foto-Schätzchen“ stammt aus dem Stadtarchiv Monschau. Foto: Karl-Heinz Hoffmann

Monschau. In Ermangelung eines Karnevalsvereins im Monschauer Stadtkern wird hier das Fastelovendsfähnchen seit Jahren von der „Vereinsgemeinschaft Karneval Monschau“ tapfer hochgehalten. Dabei ist man emsig bemüht, die karnevalistischen Aktivitäten mit Sitzungen in der Markthalle und Umzügen durch die Altstadt zu intensivieren.

Dass es in Sachen Karneval in der Festspielstadt früher noch weit höher herging, belegen vor allem alte Zeitungsartikel, in denen von Maskenbällen, Kinderkostümfesten und darüber hinaus auch großen Gala-Sitzungen berichtet wird.

So machte beispielsweise der Schützen-Verein Monschau am 23. Februar 1935 im Stadt- und Landboten per Annonce auf seinen Masken-Ball, der an diesem Abend im „Hotel Horchem“ stattfand, aufmerksam. Bei diesem mussten einheimische Nichtmitglieder und Fremde eine Reichsmark entrichten, während ihre weibliche Begleitung an diesem Abend auf der Veranstaltung freien Eintritt hatte.

Maskierte hatten dort nur Zutritt gegen Vorzeigung einer Maskenkarte. Selbige erhielten Nichtmitglieder allerdings erst gegen die Zahlung des Eintrittsgeldes bei den Vorstandsmitgliedern Hubert Salzburg und Josef Weiss. Karnevalistische Reglements gab es also auch schon zu dieser Zeit.

Im Hotel „Alte Herrlichkeit“ ging es damals gleichfalls hoch her. Im Stadt- und Landboten vom 15. Februar 1936 wurde per Anzeige für das dortige Kinderkostümfest am Rosenmontag geworben, bei dem das Gedeck mit 50 Pfennig zu Buche schlug.

Bei guter Musik konnte man zudem in diesem Jahr Fettdonnerstag „Im Treppchen“ feiern und an allen Karnevalstagen hieß in der „Alte Klosterschenke“ von Hubert Floßdorf das Motto „Musik-Tanz-Humor“.

Die bisher genannten Beispiele zeigen deutlich, dass man es in der Monschauer Altstadt schon in früheren Jahren verstand, auch ohne eigenen Prinzen und etablierten Karnevalsverein die fünfte Jahreszeit so richtig zu feiern.

Dies wird auch an der Veranstaltung deutlich, zu welcher der „Städtische Gesangsverein Montjoie 1830“ am 10. Januar 1953 in die Monschauer Turnhalle geladen hatte. Hierzu wurde auf der Lokalseite „Heimatblick“ der Aachener Volkszeitung einen Tag vor der Veranstaltung berichtet: „In Monschau beginnt der Fastelovendsrummel mit einer großen Gala-Sitzung mit Damen“.

Von einem großartig aufgestellten Programm war dabei in dem Beitrag die Rede, wobei darüber hinaus darauf aufmerksam gemacht wurde, dass der Gesangsverein die Veranstaltung zusammen mit den „sieggewohnten Karnevalisten der Karnevalsgesellschaft Büsbach“ durchführte.

Getitelt wurde hierzu: „Invasion in Monschau - Barenländer Garde mit Monschauer Prinzengarde im Törelöh Ausgang völlig offen“. Barenländer waren im Übrigen die Büsbacher, die diesen Namen einem besonderen Ereignis verdankten (siehe Box).

Von Monschauer Seite war man sich im Jahr 1953 dann allerdings sehr sicher, dass man sich gegen die karnevalistische Übermacht aus Stolberg natürlich auch gleichrangig zeigen würde. „Hermann Schumacher wird hoffentlich mit dem Monscher Dütchen, die Monschauer Prinzengarde mit der Schlagerparade, erst recht mit dem Monscher Prinzen-Marsch von Gustav Matheis und ganz bestimmt mit der eröffnenden Ansprache von Gerd Metz beweisen, dass die Monscher den Bösbijern gewachsen sind“, war zu lesen.

Bliebe zum Programm dieser besonderen Veranstaltung mit ihrem bunten Programm, die vor bereits 63 Jahren stattfand, noch zu erwähnen, dass dort auch die Tanzgruppe mit dem Namen „Barosinen“ ihr tänzerisches Können zeigte und Eintrittskarten bei Gertrud Junkersdorf in der Stadtstraße sowie bei Hermann Schumacher, gegenüber der AVZ-Geschäftsstelle, erhältlich waren.

Für reservierte Plätze war für diese Gala-Sitzung im Übrigen der damals stolze Preis von 5 DM zu zahlen, was von den Veranstaltern mit den hohen Kosten und der Anwendung des Grundsatzes von Theater und Kino gerechtfertig wurde. Heute ist dieses Vorgehen allerdings wohl kaum noch denkbar.

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