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Dokumentation über Weltkriegsflüchtlinge geplant

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Pater Lang führt die Tagungsteilnehmer der Arbeitsgemeinschaft der Heimatvereine des Monschauer Landes, die sich inhaltlich unter anderem mit dem Thema Flüchtlinge und Vertriebene nach dem Zweiten Weltkrieg auseinandersetzten, über das Gelände des Klosters Reichenstein.

Nordeifel. Die Arbeitsgemeinschaft der Heimatvereine des Monschauer Landes traf sich zu ihrer Frühjahrstagung im Kloster Reichenstein. Dort begrüßte sie Pater Lang und lud die über 20 Teilnehmer zu einem Besuch der Kirche und einem Rundgang um das Kloster ein.

Es war erstaunlich, wie viel sich schon bei der Restaurierung getan hatte, aber auch wie viel die Klosterbrüder noch vorhaben. So wird das Innere der Kirche noch sehr stark verändert. Der Boden wird auf eine Ebene gebracht, die Fenster werden erneuert, ein Chorgestühl ist bereits gekauft und wird eingebaut und sogar das Gewölbe wird nach langen Verhandlungen mit dem Denkmalschutz wiederhergestellt.

Für Dauer dieser diese Baumaßnahme wird im Ostflügel eine Notkirche hergerichtet, so dass auch weiterhin Gottesdienste angeboten werden können. Pater Lang betonte, dass der Baufortschritt vom Spendenaufkommen abhängt und deshalb auch eine lange Bauzeit möglich ist. Der Orden habe jedoch vor, im Jahre 2017 wegen der vielen Kirchenjubiläen mit einer Bruderschaft einzuziehen.

Beim Rundgang konnten die Teilnehmer sehen, dass die Mauer des Kreuzganges teilweise wiederhergestellt war und die großen Holzstützen schon klein gesägt waren. Auch die Obst- und Gemüseterrassen zur Rur hin waren nach langen Verhandlungen zwischen Umwelt- und Denkmalbehörde freigeschnitten. Die Bruderschaft will diese Terrassen wieder als Nutzgarten anlegen, damit man möglichst autark im Kloster leben kann.

Nach dem Rundgang konnte der Leiter der AG, Manfred Huppertz, alle im Refektorium begrüßen, wo Dieter Fischer aus Roetgen die Teilnehmer mit einem kurzen Gedicht auf das Treffen einstimmte. Nachdem die finanziellen Belange schnell und unbürokratisch geregelt wurden, berichteten die Vertreter der einzelnen Orte über den Stand der Ermittlungen zu dem Thema „Flüchtlinge und Vertriebene im Monschauer Land nach dem Zweiten Weltkrieg“.

Einige Gemeinsamkeiten wurden bei den Recherchen festgestellt: Sehr oft wurde das Flüchtlingsthema zum Thema, wie man mit den Evangelischen in den 1950er Jahren umging, denn die meisten Flüchtlinge waren damals evangelisch. In den meisten Orten wurden die Familien und vor allem die Kinder isoliert und ausgegrenzt. Allerdings machten hierbei Roetgen und Rott eine Ausnahme, offensichtlich, weil es dort schon evangelische Gemeinden gab.

Darüber hinaus stellten die Heimatforscher fest, dass auch heute noch viele der Flüchtlinge von den damaligen Ereignissen der Vertreibung und Flucht traumatisiert sind und nicht jeder bereit war, über diese Schicksalszeit zu berichten. Es bleibt auf jeden Fall spannend, was noch in den einzelnen Orten anhand von Einzelschicksalen und Zahlen herausgefunden wird. Die Arbeitsgemeinschaft plant, die Ergebnisse in einer Dokumentation später zusammenzufassen.

Nachdem Franz Henn aus Kalterherberg die Aktivitäten aus seinem Verein dargestellt hatte, hielt Rolf Wilden aus Roetgen einen Vortrag über „Geografische Internetdienste und ihren Nutzen für die Heimatvereine“, der die Teilnehmer sehr interessierte. Es wurde gezeigt, wie die Heimatforscher mit Hilfe verschiedener Internetplattformen geologische Veränderungen ihrer Gegend, die dem Auge durch Bepflanzung oder andere Einflüssen verborgen bleiben, nun andeutungsweise offen legen können.

Zum Schluss dankte Manfred Huppertz der Betreuerin im Refektorium, Frau Wittayer, die die Teilnehmer hervorragend bewirtet hatte.

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