Discounter will auf den Lammersdorfer Dorfplatz

Von: Peter Stollenwerk
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Neue Pläne für den Lammersdorfer Dorfplatz werden derzeit diskutiert: Der Discounter Norma möchte auf der jetzigen Zeltaufstellfläche (re.) im Ortskern eine Filiale errichten. Foto: P. Stollenwerk

Lammersdorf. Lammersdorf, der zweitgrößte Ortsteil in der Gemeinde Simmerath, soll eine neue Einkaufsadresse erhalten. Am Donnerstagabend stellte die Gemeindeverwaltung neue Pläne für eine Umnutzung des Dorfplatzes vor, die im Ort derzeit für reichlich Gesprächsstoff sorgen.

Auf der jetzigen Zeltaufstellfläche des Otto-Junker-Platzes möchte die Discounterkette Norma eine Filiale bauen. Anfang 2019 könnte das Geschäft eröffnen. Norma unterhält rund 1400 Filialen im In- und Ausland.

Im Vorfeld der Zusammenkunft am Donnerstag mit Vertretern des Ortskartells, der Ortsvereine und den örtlichen Ratsvertretern kursierten bereits die unterschiedlichsten Gerüchte über die neue bauliche Gestaltung des Platzes, die sich aber als haltlos erwiesen.

Ziel des Austausches, dem bereits intensive Gespräche der Verwaltung vorausgegangen waren, war es laut Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, die Stimmungslage zu erkunden, wie die örtlichen Vereinsverantwortlichen uind politischen Vertreter einer solchen möglichen Ansiedlung gegenüberstehen, da mit einer solchen Umnutzung ja auch gleichzeitig der Verlust der bisherigen Zeltaufstellfläche verloren gehen würde. Von Anfang Dezember bis zum Ende der Karnevalszeit ist der Platz bislang für das Zelt reserviert.

Grundsätzlich begrüßt

Er habe den Eindruck mitgenommen, dass man in Lammersdorf dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüberstehe und darin eine sinnvolle Planung sehe, berichtete Hermanns auf Anfrage der Lokalredaktion. „Parteipolitisch ist das nicht umstritten“, ergänzte Hermanns.

Es habe Einvernehmen darüber geherrscht, dass durch die Ansiedlung eines Discounters das Einkaufsangebot in Lammersdorf wesentlich verbessert werde. Über diesen Mangel sei schon häufiger innerhalb der Bevölkerung Klage geführt worden.

Bei den Überlegungen habe auch die kürzlich erfolgte Ausweisung des auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelegenen Neubaugebietes Hasselfuhr eine wesentliche Rolle gespielt.

Ein Thema bei der Zusammenkunft war auch die Qualitätsdebatte über den interessierten Discounter, dessen Image in der Simmerather Öffentlichkeit im Vergleich zu anderen Anbietern etwas niedriger angesiedelt ist.

Zu dieser Frage berichtete der Bürgermeister, dass die Unternehmenskette in Gesprächen dieses Defizit eingeräumt habe, aber zwischenzeitlich eine neue Strategie verfolge, um die Märkte inhaltlich aufzuwerten. Was damit gemeint ist, wollen der Bürgermeister sowie die Lammersdorfer Rats- und Vereinsvertreter am kommenden Dienstag mit eigenen Augen wahrnehmen, wenn sie einen Markt der neuen Norma-Generation vor Ort besichtigen werden.

Eine Lösung zeichnet sich auch für einen Festzelt-Standort ab. Seitens der Gemeindeverwaltung wurden bereits vielversprechende Gespräche mit der Firma Junker geführt. Eine Alternative böte sich demnach auf einer Parkfläche im Bereich der früheren Werkskantine am Beginn der Stüttgesgasse an. Ein großer Vorteil dieses Standortes wäre der deutlich größere Abstand zur Wohnbebauung. Insbesondere bei Einsetzen der Bautätigkeit im neuen Baugebiet Im Pohl könnte sich die Situation der Lärmbelästigung am jetzigen Zeltstandort verschärfen.

Voraussetzung für die Umsetzung der Planung auf dem Otto-Junker-Platz ist aber zunächst einmal die erforderliche Änderung des Bebauungsplanes. Diese Änderung wird voraussichtlich ein Jahr in Anspruch nehmen.

Parkplätze zeitlich begrenzen

In Zusammenhang mit der geplanten Norma-Ansiedlung soll auch die Parkplatz-Situation auf dem gesamten Dorfplatz neu geordnet werden. Die bislang in der Nähe der Kirche ausgewiesenen öffentlichen Parkplätze sollen eine zeitliche Nutzungsbegrenzung (Parkscheibe) erhalten, damit die Stellflächen nicht ganztätig blockiert werden. Der Otto-Junker-Platz wird inzwischen verstärkt als Pendler-Parkplatz genutzt. Das sei aber nicht Sinn der Sache, waren sich Gemeindeverwaltung und Lammersdorfer Ortsvertreter einig. Der Parkplatz sei in erster Linie für Kirchenbesucher und Geschäftskunden gedacht.

Auch die Verkehrsregelung im Ortskern Lammersdorf soll in Zusammenhang mit der neuen Planung eine Aufwertung erfahren. Die Überlegungen, im stark frequentierten Einmündungsbereich Kirchstraße/Im Pohl einen Kreisverkehr anzulegen, der auch das Neubaugebiet erschließt, nimmt ebenfalls konkrete Formen an.

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