Discounter in Lammersdorf: Festzelt auch ohne Norma ein Problem?

Von: P. St.
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Einen intensiven Meinungsaustausch gab es auch bei der Mitgliederversammlung des Ortskartells zur geplanten Ansiedlung einer Norma-Filiale auf dem Dorfplatz. Foto: P. Stollenwerk

Lammersdorf. „Informieren, informieren, informieren“ heißt für den Lammersdorfer Ortsvorsteher Franz-Josef Hammelstein das Gebot der Stunde. Nachdem er und der Bürgermeister bereits am Dienstag dieser Devise folgten und zum aktuellen Planungsstand der künftigen Nutzung des Dorfplatzes Lammersdorf Stellung bezogen, folgte nun auch das Ortskartell Lammersdorf, das die angeschlossenen Vereine in „Joe‘s Garage“ eingeladen hatte, um deren Vertreter „ausführlich und neutral“ zu informieren.

Bekanntlich hat die Discounter-Kette Norma an die Gemeinde Simmerath den Wunsch herangetragen, auf dem Dorfplatz eine Filiale zu errichten. Nachdem das Begehren öffentlich bekannt wurde, setzte innerhalb der Ortsbevölkerung eine lebhafte und kontroverse Diskussion ein.

Umstrittene Alternative

Nachdem Vertreter des Ortskartells nun gemeinsam mit Fraktionsvertretern, der Verwaltung und Alfred Rausch, Expansionsleiter der Norma-Lebensmittelhandels-Stiftung, zwei Norma-Filialen der neuen Generationen besichtigt hatten, sah es Ortskartellvorsitzender Karl-Heinz Hoffmann als seine Pflicht an, die Lammersdorfer Vereinsverantwortlichen auf den gleichen Informations-Status zu bringen.

Der vorab geäußerte Wunsch, „nicht in die momentan kontrovers geführte Diskussion einzusteigen“, erfüllte sich aber nicht ganz. Zu sehr bewegt auch die angedachte Entwicklung auf dem Dorfplatz die Vereine, die ebenfalls Position beziehen wollen.

Besonders die Karnevalsfreunde befinden sich in einem Dilemma, da sie für die Norma-Ansiedlung den bisherigen an drei Monaten im Jahr genutzten Zeltaufstellplatz verlieren würden. Die von der Gemeinde angebotene und von der Firma Junker unterstützte Alternative auf dem Firmengelände nahe der früheren Werkskantine hat bei den Karnevalsfreunde noch nicht so richtig gezündet.

„Dieser Standort wird nicht funktionieren“, befürchtete Dieter Kaczmarek, amtierender Prinz der Vereins. Jede Wiese an der Jägerhausstraße oder der Hoscheiter Straße wäre besser. Das wäre so, „als ob die Fronleichnamsprozession an der Kalltalsperre stattfinden würde“, sprach er die Nachteile des am Ortsrand gelegenen Standortes an.

In der Diskussion gab es aber auch Stimmen, die in der Randlage des Festzeltes Vorteile erkannten und daran erinnerten, dass andere Ortschaften eine solche Verlagerung bereits praktiziert hätten.

Ratsvertreter Christoph Vormstein sah im jetzigen Zeltaufstellplatz ohnehin nur eine Lösung auf Zeit. Es könnten sich in der Zukunft Umstände ergeben, die diesen Standort unabhängig von einer Norma-Ansiedlung gefährdeten. Vormstein sprach damit die Besiedlung des gegenüberliegenden, neuen Baugebietes Hasselfuhr an. Die Erfahrung habe gezeigt, dass Klagen von Anwohnern über Lärmbelästigung sehr wahrscheinlich seien.

Diese Auffassung vertrat auch Ratsherr Manfred Sawallich: „Wir haben die Entwicklung in anderen Orten gesehen.“ Die entscheidende Frage sei für ihn daher auch, „wie sich die Karnevalsfreunde positionieren“. Genau so wichtig sei aber eine Befragung der Bevölkerung zur Norma-Ansiedlung. Diese müsse allerdings an ein Quorum (Mindestbeteiligung) gebunden sein, um ein realistisches Gesamtbild zu erhalten.

Ortsvorsteher Franz-Josef Hammelstein sah noch eine Reihe von Fehlinformationen im Umlauf und beklagte zu viele Nebenschauplätze. Viele Detailfragen seien zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch nicht geklärt. Auch Ratsherr Ralf Drescher bat um Zurückhaltung bei vorschnellen Wertungen. Bei der Infoveranstaltung für Bürger am 20. September durch die Gemeindeverwaltung würden detaillierte Pläne vorgelegt. Dieses Vorgehen hielt auch Ortskartellvorsitzender Karl-Heinz Hoffmann für angemessen, der sich verwundert darüber zeigte, „dass die Kontroverse einen so feindseligen Charakter angenommen hat. Man sollte auch die Position der Anderen respektieren.

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