Diebstahl der Eifelsteig-Logos wird ein „beliebter Sport“

Von: P. St.
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Ein leider alltägliches Bild auf dem Eifelsteig: Die Markierungstäfelchen mit dem Logo sind ein beliebtes Souvenir und werden immer wieder von Wanderern entfernt. Foto: P. Stollenwerk
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Für gerade mal 2,50 Euro lassen sich die baugleichen Metall-Plättchen in jeder Tourist-Informantion kaufen. Foto: P. Stollenwerk

Nordeifel. Es ist wie bei der Tradition des Maibaumaufstellens: Nur ein geklauter Maibaum ist ein richtiger Baum, denkt der abentuerlustige Bursche. So oder so ähnlich mögen auch manche Wanderer auf dem Eifelsteig gepolt sein, wenn sie ihr Taschenmesser auspacken, und mit einigen gezielten Handgriffen Wegemarkierungen mit dem Eifelsteig-Logo von den Holzpfählen zu lösen.

Das Entfernen der etwa Spielkarten-großen Metall-Plättchen mit dem hübschen grün-gelb-blauen Logo sei „ein beliebter Sport geworden“, muss auch Pressereferentin Uschi Regh von der Eifel Tourismus GmbH feststellen. Dabei habe doch jeder die Möglichkeit, baugleiche Markierungen in jeder Tourist-Information für 2,50 Euro das Stück zu erwerben, „aber gekauft ist eben nicht geklaut“, sieht auch Uschi Regh den offenbar unwiderstehlichen Reiz, dass auch aufrechte Bürger den Boden des Gesetzes manchmal für einen kurzen Moment verlassen, um dann im heimischen Partykeller die Trophäe vom kleinen Wander-Abenteuer in der wildromantischen Eifel stolz präsentieren zu können.

Und es dauert ja wirklich nicht lange, die Markierung in den Wanderrucksack verschwinden zu lassen. Die Metall-Täfelchen mit den Richtungspfeilen sind an eigens dafür aufgestellten Vierkantpfosten aus heimischem Nadelholz montiert worden; sie befinden sich griffbereit in Brusthöhe und sind lediglich mit kleinen Drahtstiften befestigt. Da muss man kein Profi sein, um sich ein kleines Souvenir von der abwechslungsreichen Eifelwanderung zu sichern.

Wer am vergangenen langen Wochenende zum Beispiel auf der Eifelsteig-Etappe Nummer vier zwischen Einruhr und Gemünd unterwegs war (und das waren nicht wenige) konnte feststellten, dass an so wie keinem Markierungspfahl zwischen Vogelsang und Gemünd noch Wegehinweise zu finden waren. Schätzungsweise ein gutes Dutzend Metall-Täfelchen waren sauber entfernt worden. Nun befindet sich diese Etappe zum Glück im Nationalpark Eifel, und die Nationalparkverwaltung hat in ihrem Bereich zahlreiche Wegeschilder aufgestellt, sodass der Wanderer nicht in der Gefahr steht, vom rechten Wege abzukommen.

Die auffällig häufig fehlenden Markierungen gerade im Nationalpark haben aber noch einen speziellen Grund, wie Matthias Irle vom gleichnamigen für die Eifel-Touristik tätigen Planungsbüro in Manderscheid mitteilt: Im Nationalpark sei gerade eine „Entrümpelung“ von Pfosten im Gange. Man sei überein gekommen, die Eifelsteig-Markierungen nun auch an den Wegweisern des Nationalparks anzubringen statt jeweils eigene Pfosten daneben zu stellen. In einem ersten Schritt seien von den Wegepaten die Markierungszeichen „umgehängt“ worden, in einem zweiten Schritt würden dann die überschüssigen Pfosten entfernt.

Seitdem der Premium-Wanderweg Eifelsteig im April 2009 offiziell eröffnet wurde, ist er zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Und weil die Initiatoren diese Entwicklung ahnten, wurden für die 15 Etappen des Eifelsteigs auf 313 Kilometer Gesamtlänge zwischen Kornelimünster und Trier jeweils Wegepaten bestellt, die dafür sorgen sollen, dass der Weg in Ordnung ist und vor allem die Markierung noch vollständig vorhanden ist.

Zweimal im Jahr sollen die Wegepaten, in der Regel sind dies die örtlichen Eifelvereins-Ortsgruppen, die ihnen zugewiesenen Abschnitte kontrollieren. Festgestellte Mängel werden dann den kommunalen Wegemanagern gemeldet.

Unter dem Strich, so die bisherige Erfahrung von Uschi Regh, gebe es keinen Anlass, von Zerstörungswut auf dem Eifelsteig zu sprechen, „aber es gibt hin und wieder Ausreißer.“ So sei schon einmal ein ganzer Schilderbaum aus der Verankerung gerissen und offenbar mitgenommen worden. Andernorts seien Eifelsteig-Wegweiser abgeknickt worden oder auch in andere Himmelsrichtungen gedreht worden.

Solcher Schabernack muss den Wanderer aber nicht unbedingt auf die falsche Spur bringen, besteht doch eine Anforderung an einen Premium-Wanderweg darin, dass bei Wege-Richtungswechsel nach spätestens 50 Metern eine so genannte „Beruhigungs-Markierung“ auftauchen muss, die dem Wanderer die Sicherheit gibt, dass er die richtige Abzweigung gewählt hat.

Weil aber der „Sport“ des Markierungs-Klaus nur schwer zu stoppen ist, gehen einige Wegepaten verstärkt zur Spühmarkierung über, die zwar diebstahlsicher, dafür aber nicht witterungsbeständig ist. Neue Metall-Markierungen werden gerne etwas höhergehängt. Dafür müssen sich die Wegepaten zwar mit einer Treppenleiter auf Wanderschaft begeben, aber die Schwelle zum Diebstahl liegt damit deutlich höher.

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