Die Zahl der Kirchenaustritte geht zurück

Von: Andreas Gabbert
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Nordeifel. In der Nordeifel lebten im Jahr 2015 35.352 Menschen, davon sind 24.464 Katholiken. Das entspricht einem Anteil von rund 69 Prozent. In der Gemeinde Simmerath sind es rund 71 Prozent, in der Stadt Monschau rund 76 Prozent und in der Gemeinde Roetgen rund 57 Prozent. Das geht aus der kirchlichen Statistik für das Jahr 2015 hervor.

Bei der Zahl der Gottesdienstbesucher liegt die Gemeinde Simmerath im Vergleich der drei Kommunen weit vorne. Von 100 Katholiken besuchen dort knapp 16 Prozent die Gottesdienste, in Monschau und Roetgen sind es jeweils nur rund sechs Prozent. In Simmerath stieg die Zahl der Gottesdienstbesucher im Vergleich zum jahr 2014 leicht um 1,15 Prozent. In Monschau sank die Zahl um 2,56 Prozent, in Roetgen um 0,42 Prozent.

Insgesamt ist die Zahl der Taufen deutlich zurückgegangen: in Simmerath um 25,7 Prozent von 101 Taufen im Jahr 2014 auf 75 im Jahr 2015, in Roetgen um 29,7 Prozent von 37 auf 26. Nur in Monschau gab es einen leichten Anstieg um 3,6 Prozent von 55 auf 57.

Auch bei der Zahl der Erstkommunionen ergibt sich kein einheitliches Bild. In Simmerath stieg die Zahl um 21,3 Prozent von 94 auf 114, in Monschau sank die Zahl um sieben Prozent von 71 auf 66, in Roetgen sank die Zahl um 8,7 Prozent von 46 auf 42.

Die Zahl der kirchlichen Trauungen hat sich in Roetgen innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Im Jahr 2014 waren es fünf, im Jahr 2015 waren es zwölf. Auch in Simmerath gaben sich mehr Leute vor Gott das Ja-Wort. Hier stieg die Zahl von 15 kirchlichen Trauungen im Jahr 2014 auf 20 im Jahr 2015. In Monschau hingegen ist die Zahl der kirchlichen Trauungen rückläufig, im Jahr 2014 gab es noch 23, im Jahr 2015 waren es 18.

Gestiegen im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Wiederaufnahmen. Im Jahr 2014 waren es in der Nordeifel insgesamt drei, 2015 waren es insgesamt sechs. Eintritte in die katholische Kirche wurden im Jahr 2015 insgesamt zwei verzeichnet. Gleichzeitig ging die Zahl der Kirchenaustritte in allen drei Kommunen stark zurück. In Simmerath sank die Zahl der Austritte um 19 Prozent von 79 auf 64, in Roetgen um 36,6 Prozent von 41 auf 26, in Monschau um 59,6 Prozent von 52 auf 21.

Was die Gründe dafür sind, sei schwer zu sagen, erklärt Stefan Wieland, der Sprecher des Bistums Aachen. Es handele sich stets um Einzelentscheidungen. Er vermutet, das viele Menschen die Entwicklung der Kirche inzwischen positiv sehen. Die jüngsten Skandale, die viele Austritte zur Folge hatten würden nun eine Weile zurückliegen und die Menschen würden merken, das die Kirche ihnen etwas bringt, vermutet Wieland.

„Die katholische Kirche ist nach wie vor in der Mitte der Gesellschaft verankert. Wir sind präsent und gemeinsam in der Lage, als Kirche Gutes zu bewirken. Das breite, andauernde haupt- und ehrenamtliche Engagement in der Flüchtlingsarbeit zeigt dies eindrucksvoll, für das ich mich von Herzen bedanke“, sagt Dr. Andreas Frick, Ständiger Vertreter des Diözesanadministrators.

„Jeder einzelne, der – aus welchen Gründen auch immer – sich gegen die Kirche entscheidet, ist für uns ein schmerzhafter Verlust. Umso mehr freue ich mich, dass sich auch im vergangenen Jahr wieder Menschen für den katholischen Glauben entschieden haben“, so Frick mit Blick auf die Entwicklung im gesamten Bistum.

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