Kesternich - Die Vergangenheit als Verpflichtung sehen

Die Vergangenheit als Verpflichtung sehen

Von: M. S.
Letzte Aktualisierung:
Auch Kesternichs Ortsvorsther
Auch Kesternichs Ortsvorsther Ulrich Offermann erwies am Volkstrauertag den Gefallenen und Toten der Weltkriege die Ehre. Foto: Manfred Schmitz

Kesternich. Seit 1952 gibt es in der Bundesrepublik die Tradition, der Gefallenen beider Weltkriege, in Kampfhandlungen getöteten wie verwundeten Zivilisten und Opfern von Gewalt zu gedenken.

Diese Würdigung erwachte auf Initiative des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge und wird stets am Volkstrauertag zelebriert. In diesen Wochen ziehen freiwillige Volksbund - Mitarbeiter wieder durch die Nordeifeldörfer, um per Sammelbüchse in der Bevölkerung Geld für die Pflege deutscher Soldatenfriedhöfe in aller Welt zu sammeln.

Hochachtung bezeugen

Am Sonntag formierte sich folglich - wie in vielen anderen Nordeifelorten auch - an der Kesternicher Pfarrkirche Sankt Peter und Paul ein vom Ortskartell organisierter Umzug. In ihm waren die Kesternicher Ortsvereine mit Abordnungen vertreten: so die Feuerwehr, die Schützen, der Musikverein Diana und das Trommler - und Pfeiferkorps. Bei Nieselregen zogen die Delegationen zum Ehrenmal auf dem Dorfplatz Rurberger Straße, wo in einer Feierstunde zu Bläserklängen und Trommelwirbel, im Fackelschein und unter wehenden Fahnen Form und Inhalte des kalendarisch bedeutsamen Tages der Besinnung bekräftigt wurde.

„Es geht heute aber nicht nur um ein Kalenderdatum im Jahreskreis”, stellte Kesternichs Ortsvorsteher Ulrich Offermann in nachhaltiger Erinnerung fest, „wir fühlen uns verpflichtet und von den Lehren der Vergangenheit wie leidvoller Geschichte ermahnt, den Toten und Leidenden infolge bewaffneter Konflikte und Terror unsere Hochachtung zu bezeugen und ihnen ehrendes Ansehen zu bewahren.” Offermann vergaß auch nicht die „schmerzvolle Erfahrung der Familienangehörigen, wenn sie in qualvollen Stunden vergeblich auf den Vater oder Bruder warteten, der auf dem Felde in fremder Erde blieb”.

Abschließend mahnte er die Anwesenden, die seit Jahrzehnten gottlob in Deutschland anhaltende Periode des Friedens und demokratischen Miteinanders nicht als selbstverständlich anzusehen, sondern vielmehr als Gnade und Glück, das unermüdlich erarbeitet und verdient sein wolle: „Gerade in unseren Tagen herrschen anderswo Kämpfe, bringen Waffen und Armeen vernichtendes Unglück über zahllose Menschen.”

Mit gebotenem Zeremoniell von Kranzniederlegung und Vertonung des klagenden Trauerliedes „Ich hat´ einen Kameraden” klang die besinnliche Gedenkstunde aus.
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