Die Vennbrände mit der Fichtenpeitsche gekämpft

Letzte Aktualisierung:
9037893.jpg
Stolz in Reih‘ und Glied: Die Feuerwehr Konzen marschiert im Jahr 1949 erstmals in in ihrer neuen und zugleich ersten Uniform auf.

Konzen. Der zurückliegende Film- und Bilderabend des Heimatvereins Konzen wurde wieder zu einem bunten und vielfältigen Kaleidoskop rund um die Konzener Dorfgeschichte.

Der Abend bestand aus vier Teilen.Zunächst wurde der dritte Teil des Films der Vennbahn gezeigt, der die Jahre 1920-1945 beinhaltete. Es wurde dabei auch erläutert, wie es zur Übertragung der eigentlichen Fahrbahn und kleinerer Gebiete am Rande der Vennbahn in deutschen Gebieten an Belgien kam. Diese Übertragung hat noch heute Gültigkeit, was zum Beispiel dazu führt, dass man zwischen Konzen und Fringshaus über belgisches Gebiet fährt.

Im zweiten Teil des Abends zeigte der 1. Vorsitzende Manfred Huppertz Bilder aus dem Nachlass von Finnchen Huppertz, die im letzten Jahr im Alter von 99 Jahre verstorben ist.

Holz gegen Spritzen getauscht

Der dritte Teil wurde vom 2. Vorsitzenden Theo Steinröx moderiert. Im Blickpunkt der Präsentation stand dabei die Feuerwehr. Teilnehmer waren der Löschzugführer Imgenbroich/Konzen Guido Schmitz, der Löschgruppenführer Konzen, Mario Förster, der Vorsitzende des Fördervereins, Daniel Offermann, sowie Norbert Thoma und Jakob Fammels von der Ehrenabateilung.

Unter der Gesprächsleitung von Theo Steinröx stellte LöschzugfFührer Schmitz fest, dass der gesamte Löschzug heute 45 Feuerwehrleute aufweise, die allesamt im gemeinsam erbauten FW-Gerätehaus Imgenbroich/Konzen seit Bezug 1999 ihre fachliche Unterkunft haben.

Im Jahr 1907 war die Konzener Feuerwehr nach einer Bürgerversammlung mit damals 32 Mitgliedern gegründet worden.

Nach Kriegsende stand die Konzener Feuerwehr ohne Ausrüstung da. Mittels Holztausch konnte die Feuerwehr, so berichtete Norbert Thoma, in Köln drei Spritzen zum Wassereinsatz gegen Brände erwerben.

Bei verschiedenen Hausbränden (u.a. beim Hardthofbrand 1953, dem Wohnhausbrand In den Gassen 1968, dem Scheunenbrand in der Hohe Straße 1971 sowie beim großen Vennbrand 1947 und 1968 wurde die Feuerwehr enorm gefordert.

Über die Jahre kamen weitere Einsatzmittel hinzu. 1959 wurde das Feuerwehrgerätehaus in der Konrad-Adenauer-Straße bezogen, nachdem bis dahin das „Spritzenhaus“ in der Hohe Straße/Ecke Trierer Straße Standort der Einsatzmittel gewesen war. Die Einsatzvoraussetzungen der damaligen Zeit schilderte Jakob Fammels. Ohne großen Atemschutz wurde in die Brandbekämpfung eingestiegen. Die Vennbrände wurden teilweise mit Fichtenpeitschen bekämpft, zu den Einsätzen wurden auch private LKW eingesetzt. Nachdem Konzens Wehr mit einem Fahrzeug ausgerüstet wurde, konnte im neu bezogenen Feuerwehrgerätehaus auch die Ausrückestelle neu bezogen werden.

Geklärt wurde im Zeitzeugengespräch, dass die Konzener Feuerwehr insgesamt vier Unterkünfte hatte: den Schuppen hinter der Schule, das Spritzenhaus Hohe Straße/Trierer Straße, das Gerätehaus Konrad-Adenauer-Straße und Gerätehaus Konzen/Imgenbroich/Gewerbegebiet.

Zur Sprache kamen auch die neuen Schwerpunkte bei der Arbeit der Feuerwehr. Die heutige psychologische Betreuung nach Einsätzen bei schweren Unfällen wird positiv empfunden. Nachwuchssorgen hat die Feuerwehr nicht – die von den aktiven Feuerwehrkräften herangebildeten Jugendfeuerwehrleute sorgen für kompetenten Nachwuchs.

Der vierte Teil des Abends bestand wieder aus dem Ratespiel „Dalli Klick“. Bilder aus Konzen sollten von Besuchern des Abends erkannt werden, indem das Bild nach und nach in immer größer werden Bereichen aufgezeigt wird. Dabei war es immer wieder faszinierend zu erkennen, wie Besucher alleine aus der Ansicht einer Hofpflasterung das zugehörige Haus in Konzen erkennen können.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert