Die Tage der Simmerather Hauptschule sind gezählt

Von: Carmen Krämer
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Für Schulleiter Franz Anton Dénes und seine Kollegen laufen derzeit die letzten Vorbereitungen für die gemeinsame Hauptschule auf der Haag. Am Montag wurden die Umzugskartons mit Unterrichtsmaterial aus Simmerath nach Monschau gebracht. Foto: Carmen Krämer

Monschau/Simmerath. Schon lange freuen sich die Schüler auf die Ferien. Noch zwei Mal klingelt der Wecker, noch zwei Mal müssen sie zur Schule gehen, dann gibt es endlich Zeugnisse und sie können sechs Wochen lang die Seele baumeln lassen. Nach den Ferien wird für die Schüler der Gemeinschaftshauptschule Simmerath allerdings einiges anders sein: Sie müssen nach dem Aufstehen daran denken, einen anderen Weg zur Schule zu nehmen.

Denn dann befindet sich die Gemeinschaftshauptschule nicht mehr in Simmerath, sondern in Monschau. Morgen findet die Entlassfeier der Hauptschule Simmerath und damit der letzte offizielle Akt im Schulgebäude statt, ehe das Kapitel Hauptschule Simmerath nach 42 Jahren endgültig geschlossen wird.

Abzüglich der beiden entlassenen Zehnerklassen verleiben 80 Schüler in Simmerath, von denen letztlich 70 vom Kranzbruch auf die Haag wechseln werden.

Platz für die Sekundarschule

Schon im vergangenen Jahr stand aufgrund sinkender Schülerzahlen und dem für das Schuljahr 2013/14 anstehenden Start der Sekundarschule Nordeifel fest, dass eine der beiden Hauptschulen ihren Standort verlieren wird. Zunächst war noch geplant, dass die Monschauer Schüler nach Simmerath übersiedeln, nach einiger Überlegung stellte sich Monschau jedoch als besserer Standort der neuen Gemeinschaftshauptschule heraus. Schließlich entsteht im Simmerather Gebäude gerade die neue Sekundarschule und es ist darüber hinaus renovierungsbedürftig, was den künftigen Schulalltag ohnehin erschweren wird. Jetzt, ein paar Tage vor den Ferien, wird langsam Realität, was zuvor nur Theorie war: Die Simmerather haben die Schlüssel für das Gebäude auf der Haag erhalten und die Umzugskartons schon nach Monschau transportiert.

Doch im Vorfeld gab es einiges zu tun: „Für uns stellten sich eigentlich drei große Aufgaben. Zum einen die Absprachen zur Organisation des Schulalltags, das Zusammenwachsen der Schüler und des Kollegiums und natürlich die Aufklärung der Eltern“, erklärt Franz Anton Dénes, Schulleiter der Gemeinschaftshauptschule Monschau-Roetgen und nach den Sommerferien auch für die Leitung der zusammengeführten Hauptschule verantwortlich. Dass die Schüler sich schnell aneinander gewöhnen werden, steht für ihn außer Frage. Die größte Herausforderung sei der Dialog mit den Eltern gewesen, denn die wussten erst mal nicht, was da auf sie zukommt. „Viele Eltern waren sehr unsicher. Sie haben Fragen zum Transport der Kinder, zum Ablauf, zu den Lehrern und zu Beruf und Praktikum gestellt“, sagt Dénes.

Mit dem Versprechen, dass die Klassenverbände erhalten bleiben, die Kinder der beiden Schulen also nicht gemischt würden, wurde den Eltern in mehreren Gesprächen und bei einem Tag der Offenen Tür die Organisation der Monschauer Schule erläutert. Zudem werde man sich darum bemühen, dass die Schüler ihre bisherigen Lehrer behalten können. Platzmangel wird es auch nicht geben, denn ursprünglich war die Hauptschule Monschau für 500 Schüler ausgelegt. Im nächsten Jahr werden es insgesamt noch 189 sein.

Die Lehrer ihrerseits hatten bei verschiedenen Konferenzen, in denen es zum Beispiel um die Lernmethoden, die verwendeten Lehrbücher und die Klassenaufteilung ging, bereits die Möglichkeit, sich ein wenig kennenzulernen. Dabei wurde sich darauf geeinigt, dass der Unterricht nach dem in Monschau verwendeten „Lehrerraumprinzip“ geführt wird. Das bedeutet, jeder Lehrer hat seinen Klassenraum, in den die Schüler für den Unterricht gehen müssen.

„Um uns darüber hinaus noch besser kennenzulernen, sind wir außerdem zusammen zur Didacta in Köln und mal an den Rursee gefahren“, erklärt Dénes, der Mathematik, Physik und Informatik unterrichtet.

Neun Lehrer werden aus Simmerath mitkommen, sechs gibt es bisher in Monschau und die Leitung wird Franz Anton Dénes übernehmen. „Wir werden voraussichtlich zu 15 Kollegen sein“. Andere Kollegen, darunter auch der Leiter der Simmerather Schule, haben sich schon vor einiger Zeit an anderen Schulen beworben, darum musste keiner zwangsläufig versetzt werden. Der künftige Schulleiter: „Es war ja schon länger bekannt, dass die Hauptschule ausläuft.“ Er sieht die Situation für die Kollegen positiv, denn bundesweit würden weiter Lehrkräfte gesucht und die neue Sekundarschule werde auch von Jahr zu Jahr mehr Lehrer benötigen.

Die Zukunft wird zeigen, ob beim endgültigen Auslaufen der Hauptschule in einigen Jahren das gesamte Schulgebäude für die letzte Stufe, also wahrscheinlich nur noch 10 bis 15 Schüler, zur Verfügung stehen wird.

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