Nordeifel - Die Sturmjäger: Von Gewittern bekommen sie nicht genug

Die Sturmjäger: Von Gewittern bekommen sie nicht genug

Von: ag
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Ein Gewitter über der Eifel: René Pelzer hat dieses Foto zwischen Imgenbroich und Simmerath am „Merjebur“ in der Nähe der Kreuzung „Am Gericht“ aufgenommen. Er und Andy Holz sind leidenschaftliche Stormchaser. Foto: René Pelzer

Nordeifel. Von Gewittern können René Pelzer (27) aus Simmerath und Andy Holz (31) aus Vossenack einfach nicht genug bekommen. Am Dienstag sind sie aus den USA zurückgekehrt, wo sie Gewittern und Stürmen hinterher gejagt sind, um sie auf Fotos festzuhalten und zu dokumentieren. Die beiden Eifeler sind sogenannte „Stormchaser“.

Rund 17.000 Kilometer haben sie in den USA mit dem Auto zurückgelegt, 25 Gewittertage erlebt und etwa 3000 Bilder mitgebracht. Diese Tour war schon lange ein Wunsch der beiden Sturm- und Gewitterjäger, damit ist für sie ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen.

Kaum wieder in der Eifel angekommen, haben sie am Freitag auch in unserer Region wieder die Jagdsaison eröffnet. Schon im frühen Nachmittag hatte sich Andy Holz mit Bekannten auf den Weg nach Belgien gemacht, um den erwarteten Gewittern entgegen zu fahren. René Pelzer wollte später zu der Gruppe hinzustoßen.

„Oft ziehen die Gewitter im Südwesten auf. In Belgien kommen sie also früher an“, sagt Andy Holz. Im Anfangsstadium seien oft schönere Wolkenstrukturen zu sehen, außerdem seien die Gewitter dann meist noch einzeln unterwegs, während sie auf dem Weg nach Osten oft zu einer Front zusammenwachsen würden.

Mit Radar- und Satellitenbildern

Auf der Jagd nach Gewittern müssen Pelzer und Holz die Nordeifel oft verlassen. Denn wenn die Unwetter vom Flachland in Richtung Eifel und Ardennen ziehen, sind die Wolken gezwungen, aufzusteigen, wodurch sie an Dynamik verlieren. „Deshalb bezeichne ich die Eifel gerne als Gewitter-Vernichtungsmaschine“, sagt Holz.

Sie fahren den Gewittern zwar entgegen, sie vermeiden es aber, in sie hineinzufahren. „Dann bekommt man nämlich keine guten Bilder. Es gibt in der Szene auch den Spruch, dass ein Stormchaser gut ist, wenn er nicht nass wird. Es ist eher so, dass wir die Gewitter begleiten“, erklärt Holz. Dabei helfen ihnen Radar- und Satellitenbilder, die sie über ihre Smartphones abrufen können, und das Navigationsgerät im Auto. Manchmal sind sie bis tief in die Nacht unterwegs und legen Hunderte von Kilometern für ihr außergewöhnliches Hobby zurück.

Den beiden Stormchasern aus der Eifel geht es aber nicht nur darum, schöne Bilder zu machen. Sie dokumentieren die Unwetter, und je nachdem, wie sich diese entwickeln, geben sie über die sozialen Netzwerke Warnmeldungen heraus. Diese Warnmeldungen geben sie auch an den Verein Skywarn weiter, der eng mit den Wetterdiensten zusammenarbeitet. Für den Bereich Aachen, Heinsberg, Voreifel und Eifel ist René Pelzer der regionale Ansprechpartner.

Die Gewitter in Europa sind zwar kein Vergleich zu denen in den USA. Was sich am Freitag im Laufe des Nachmittags abzeichnete, wollten die Gewitterjäger doch nicht verpassen. „Da ist alles drin. Aber nicht verbreitet und nur örtlich“, sagte Andy Holz, der in Vossenack eine Wetterstation betreibt und regelmäßig den Wetterbericht für die Eifel in dieser Zeitung liefert.

Grund dafür seien das Zusammentreffen der hohen Temperaturen und einer für den Abend angekündigte Kaltfront. Nach dem Durchzug der Kaltfront rechnet Holz für den heutigen Tag und des Rest des Wochenendes mit freundlichem Wetter und angenehmen Temperaturen knapp über 20 Grad – ganz ohne Gewitter und Unwetter.

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