Die ständige Rutschpartie auf dem Burgring

Von: Peter Stollenwerk
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Scherben auf dem Burgring: Glassplitter geben Zeugnis von den Unfällen, die sich in der Kurve am Biesweg häufen. Selbst die Leitplanke ist in diesem Bereich schon teilweise erneuert worden. Foto: P. Stollenwerk
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Diskussion am Unfallort: Auch am Dienstag ereigneten sich wieder zwei Unfälle mit Blechschäden.
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Bei Nässe 50: Manchmal ist aber auch dieses Tempo noch zu flott.

Monschau. Sechs Unfälle an zwei Tagen: „Die Kurve an der Schwimmhalle ist lebensgefährlich. Hier passiert fast jeden Tag etwas, oder zumindest beinahe etwas“, erzählt Helga Huppertz. Sie wohnt im Oberen Kalk in Monschau und hat einen direkten, freien Blick auf die scharfe Kurve der Bundesstraße 258 am Vennbad.

Der Burgring, besser bekannt als Umgehungsstraße ist eine hochfrequentierte Strecke, und in der Tat gehören Verkehrsunfälle hier zur Tagesordnung. Oft handelt es sich um Blechschäden, und die Polizei wird nur selten hinzugerufen.

Das kann auch Helga Huppertz bestätigten. „Die Leute drehen sich einmal im Kreis, berühren die Leitplanke, bleiben schockiert stehen, weil sie nicht wissen wie ihnen geschehen ist und fahren dann weiter. Das glaubt keiner, was hier los ist“, schimpft die Anwohnerin.“

Am Dienstagmorgen krachte es dann wieder in der Kurve am Biesweg. Wie bei fast allen Unfällen kamen die Fahrzeuge bergauf aus Richtung Kalterherberg gefahren. Zwei Ehepaare aus dem belgischen Mürringen und Manderfeld waren betroffen. Beide Fahrzeuge kamen in der Kurve ins Schleudern und berührten die Leitplanke. „Wir sind nicht schneller als 50 km/h gefahren“, versichert einer der Fahrer, dessen Ausflug im Dauerregen jäh gestoppt wurde.

Die Unfallgeschädigten informierten die Polizei, die den Unfall aufnahm. „Das ist hier eine Katastrophe“, meinte einer der Beamten. Nachmittags dann der nächste Zwischenfall. Wieder, so beobachtete Helga Huppertz, hätten zwei Fahrzeuge die Leitplanke berührt.

Was ist los mit dieser Straße? Erst am Sonntag hatte es auf dem Burgring ebenfalls zwei Unfälle gegeben. Diese ereigneten sich allerdings in der Nähe des Kreisverkehrs Flora. Zunächst war eine Radfahrerin gestürzt, dann ein Motorradfahrer. Zwar hatte am Samstagnachmittag ein Bus auf dem Burgring eine Ölspur hinterlassen, aber die beiden Stürze, so die übereinstimmende Feststellung von Polizei und Feuerwehr, seien keine Folge der Ölspur. Bei Nässe, so die eindeutige Beurteilung, verwandele sich der Fahrbahnbelag in eine gefährlich-rutschige Unterlage - nicht nur am Schwimmbad. Auch andere Kurven auf dem Burgring gelten als kritisch.

Das weiß auch der Straßenbaulastträger, der Landesbetrieb Straßen.NRW. Vor zwei wurden Jahren der Asphalt stellenweise angefräst bzw. aufgeraut, gleichzeitig wurde die Geschwindigkeit bei Nässe in beiden Fahrtrichtungen auf 70 km/h reduziert. Weitere Unfälle führten dann dazu, dass in Fahrtrichtung Kalterherberg an der Bergstraße das Tempo bei Nässe auf 50 km/h reduziert wurde.

Dass es dennoch regelmäßig Unfälle gibt, kann auch die Feuerwehr Monschau bestätigen. „Wir fahren häufig Einsätze auf dem Burgring“, sagt Feuerwehrsprecher Stefan Schillings. „Das ist seit Jahren ein Problem. Offenbar fehlt dem Straßenbelag die Griffigkeit.“

Ein neuer Fahrbahnbelag ist dabei nur noch eine Frage, denn ab August wird der Burgring für zwei Jahre zur Baustelle. Die Fahrbahndecke und die Entwässerung sollen auf dem zwei Kilometer langen Stück komplett erneuert werden. Voraussichtlich bis 2016 wird die Umgehungsstraße dann zur Dauerbaustelle. Der Hang und die vielbefahrene Trasse drohen abzusacken; daher ist die aufwendige Maßnahme, die geschätzt neun Millionen Euro kosten soll, unabdingbar, erläuterte kürzlich Projektleiter Arndt Meyer vom Landesbetrieb Straßen.NRW in Monschau. Seit zweieinhalb Jahren bereits laufen die Planungen.

Bernd Aulmann, Sprecher des Landesbetriebs in Euskirchen, sagte am Dienstag, dass man im August mit der Maßnahme beginnen wolle. Zunächst soll aber das Regenauffangbecken am Biesweg angelegt werden, ehe die Fahrbahn in Angriff genommen wird. Dies wird aller Voraussicht nach erst im nächsten Jahr der Fall sein. Zur Unfallhäufigkeit erinnert Aulmann auf die am Burgring bestehenden Geschwindigkeitsbegrenzungen. „Wer sich daran hält und der Situation entsprechend angemessen fährt, dürfte sich keiner Gefahr aussetzen.“

Seitens der Stadt Monschau sieht man auch die Problematik der Unfallhäufigkeit, aber Bürgermeisterin Margareta Ritter verweist auf die Zuständigkeit des Straßenbaulastträgers. Daher möchte sie auch keine Bewertung vornehmen. Die B 258 verfüge über keine Wasserführung, und die verstärkt auftretenden Unfälle „zeigen ganz klar, wie notwendig die jetzt geplante Maßnahme ist.“

Dennoch wolle man dem Straßenbaulastträger in einem Schreiben die Situation noch einmal darstellen. Dazu gehört die Tatsache, dass der städtische Bauhof auf Anordnung der Polizei am Sonntagabend die Sperrung der B258 vornehmen musste, da der Landesbetrieb am Wochenende über keinen Bereitschaftsdienst verfügt.

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